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Oranienburger starten Petition gegen die Müllberge

Wer Dreck sucht, muss am Oranienburger Bahnhof nicht lange suchen. Melanie Mielsch und Toni Aschersleben wollen nun mit einer Online-Petition den Druck auf die Stadt erhöhen, mehr gegen die Vermüllung öffentlicher Plätze und Badestellen  in Oranienburg zu tun.
Wer Dreck sucht, muss am Oranienburger Bahnhof nicht lange suchen. Melanie Mielsch und Toni Aschersleben wollen nun mit einer Online-Petition den Druck auf die Stadt erhöhen, mehr gegen die Vermüllung öffentlicher Plätze und Badestellen in Oranienburg zu tun. © Foto: Tilman Trebs
Tilman Trebs / 11.06.2019, 11:25 Uhr - Aktualisiert 11.06.2019, 12:20
Oranienburg (MOZ) In Oranienburg vergeht zurzeit kaum ein Wochenende, an dem nicht die öffentlichen Mülleimer am Bahnhof oder an den Badestellen der Stadt überlaufen. Die frühere SPD-Stadtverordnete Judith Brandt dachte am Pfingstwochenende schon öffentlich darüber nach, die Polizei gegen die Frevler einzusetzen. Die beiden Oranienburger Melanie Mielsch und Toni Aschersleben haben am Wochenende eine Online-Petition gestartet, um die Stadtverwaltung zu bewegen, mehr Entsorgungsmöglichkeiten zu schaffen.

Für Melanie Mielsch war das Maß des Erträglichen am Sonnabend nach Himmelfahrt erschöpft: "Mich hat eine Freundin besucht. Wir sind gemeinsam durch die Stadt gelaufen. Und ich muss sagen: Ich habe mich wirklich für meine Stadt geschämt." Der Spielplatz an der Schulstraße sei von Müll übersät gewesen, vor dem Bahnhof sah es kaum besser aus.Zehn Jahre lebte Melanie Mielsch, die bei der Lebenshilfe Süd in Oranienburg arbeitet, in Luckenwalde. Vor ein paar Jahren zog sie in ihre Heimatstadt zurück. "Ich lebe eigentlich sehr gern hier. Durch die Laga hat sich viel zum Positiven verändert." Wenn nur der Müll nicht wäre. "Hier steigen jedes Wochenende Unmengen von Touristen aus und stehen auf einer Müllhalde, das kann einfach nicht sein."

Doch einfach nur meckern helfe nicht weiter, sagt Melanie Mielsch. Sie wolle auch handeln. Gemeinsam mit Toni Aschersleben hat sie am Pfingstwochenende eine Online-Petition gestartet. In der werden Bürgermeister Alexander Laesicke (parteilos) und die Stadtverwaltung aufgefordert, sich des Problems anzunehmen. "Das Müllproblem besteht ja nicht erst seit gestern. Es gab schon Initiativen von Linken und Grünen, mehr öffentliche Mülleimer in der Stadt anzulegen. Sie sind aber im Sande verlaufen. Für Oranienburg ist das echt traurig", sagt Toni Aschersleben, der sich bei den Kommunalwahlen erfolglos für die Linke um einen Sitz im Stadtparlament beworben hatte. "In der Stralsunder Straße stehen nur drei Eimer, einer davon ist inzwischen in eine Hecke eingewachsen."

Melanie Mielsch beklagt auch die Konstruktion der Abfallbehältnisse. "Sie sind oben offen. Dadurch haben Wind und Vögel leichtes Spiel, den Müll überall auf den Plätzen zu verteilen." Deshalb fordern sie und Aschersleben, geschlossene Behältnisse in ausreichender Anzahl aufzustellen. "Zu begrüßen wäre auch, wenn jeder Eimer durch eine Möglichkeit ergänzt wird, Pfandflaschen für die Sammler abzustellen." Geschlossene Strandmüllboxen sollten auch an den Badestellen installiert werden, fordern die beiden in der Online-Petition, die am Montagabend ins Netz gestellt und bis Dienstagmorgen schon von mehr als 50 Oranienburgern unterzeichnet wurde. Zudem wird ein Runder Tisch mit den Gastronomen gefordert, um auch deren Möglichkeiten zur Müllvermeidung an den neuralgischen Punkten zu besprechen.

Baudezernent Frank Oltersdorf sagte am Dienstag, dass sich die Stadtverwaltung des Problems bewusst sei. "Wir arbeiten bereits an Konzepten, die Situation zu verbessern." Der Dezernent wies aber darauf hin, dass das Problem allein mit geschlossenen Mülleimern nicht erledigt ist. "Die Krähen sind schlauer, als wir glauben wollen." Das eigentliche Problem seien die Menschen, die ihren Müll einfach achtlos liegen lassen, "ob am Bahnhof oder an den Badestellen." Würden die Menschen verantwortungsvoller mit ihrer Umwelt umgehen, wäre das meiste schon erreicht. Deshalb gehe es nicht nur um technische Lösungen."Wir denken auch darüber nach, mehr Ordnungskräfte am Wochenende auf die Straße zu schicken. Den Bauhof nun auch noch am Sonntag arbeiten zu lassen, ist eher keine Option für uns." Wie die künftigen Abfallbehältnisse vor dem Bahnhofsvorplatz, der ab dieser Woche neugestaltet wird, aussehen werden, konnte Oltersdorf am Dienstag noch nicht sagen.

Die Online-Petition ist hier zu finden.

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