Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Transparent
Pornogag oder ernst gemeint? Eine Frage und ihre Antworten

Was immer der Urheber damit auch sagen wollte: das Transparent auf der Havelbrücke amüsiert Oranienburg.
Was immer der Urheber damit auch sagen wollte: das Transparent auf der Havelbrücke amüsiert Oranienburg. © Foto: Tilman Trebs
Tilman Trebs / 02.07.2019, 13:40 Uhr - Aktualisiert 02.07.2019, 14:28
Oranienburg (MOZ) Soll es ein Spaß mit Bezug auf einen 17 Jahren alten Pornofilm (mehr dazu am Ende des Textes) sein oder ist die Frage ernst gemeint? Wir wissen es nicht! Aber seit Montag sorgt ein Transparent in Oranienburg für Belustigung, das Unbekannte an der Havelbrücke zwischen Oranienburg und Lehnitz angebracht haben. Die Frage, die darauf gestellt wird: "Warum liegt hier eigentlich Stroh...?"

Die Antworten, die durchs Netz geistern, sind durchaus unterhaltsam. "Ich musste mal etwas den Kopf frei bekommen", suggeriert jemand in der Facebook-Gruppe "Unser Oranienburg" der Urheber der Aktion gewesen zu sein. Eine Kommentatorin fragt: "Wat soll man mit Stroh auch sonst machen?" Auf der Facebook-Seite des Oranienburger Generalanzeigers hinterließ eine Leserin auch eine schöne Theorie: "Damit die Pferde, die vorbeilaufen, etwas zu fressen haben."

Ist natürlich alles Quatsch, aber für die, die sich die Strohmauer auf der Havelbrücke wirklich nicht erklären können, hier die Auflösung: Im Frühjahr waren am Treidelweg gleich neben der Brücke zwei Bombenverdachtspunkte geortet worden. Die mutmaßlichen Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg sollen jeweils 500 Kilogramm schwer sein. Um zu vermeiden, dass im Fall einer unkontrollierten Detonation Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer zu Schaden kommen, wurde auf der Havelbrücke eine mehr als zwei Meter hohe Splitterschutzwand aus Stroh aufgebaut.

Unten am Ufer des Oder-Havel-Kanals wurden sogar Dutzende Überseecontainer gestapelt, um vorbeifahrende Schiffe, vor möglichen Bombensplittern zu schützen. Schiffe dürfen auch nur außerhalb der Arbeitszeiten der Bombensuche den Abschnitt passieren. Paddler, Kanuten, Stehpaddler und Motorboote ohne Unterdeck dürfen dort überhaupt nicht entlangfahren.

Zurzeit wird an der Freilegung der vermuteten Blindgänger gearbeitet. Dafür wurden Spundwände gesetzt. Nun muss noch das Grundwasser abgesenkt werden, um die Anomalien genau begutachten und die womöglichen Bomben entschärfen zu können.

Bis zum 17. Juli soll feststehen, ob es sich um scharfe Bomben handelt. Ist dem so, würde am 18. Juli die Entschärfung der Blindgänger erfolgen. Oranienburg müsste dann wieder teilweise evakuiert werden.

Das Literaturlexikon und Nachschlagewerk für Deutsch- und Germanistikfragen aller Art www.wortwuchs.dehat sich mit Frage "Warum liegt hier eigentlich Stroh?" auch schon beschäftigt. Wir zitieren die Kurzfassung: "Der Satz "Warum liegt hier Stroh" stammt aus dem 17 Jahre alten Pornofilm "Achtzehneinhalb 18". Er bringt in einem Gespräch Inhaltslosigkeit zum Ausdruck und gilt als Paradebeispiel für schlechte Dialoge und hat sich schnell im Sprachgebrauch etabliert." Vielleicht hat es ja auch damit zu tun.

Schlagwörter

Pornogag Lehnitz Pornofilm Oder Havel Kanal Havelbrücke

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG