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Lokalpolitik
Dorfthemen dominieren im Biergarten

Gesellige Runde mit ernstem Hintergrund: Bürgermeister Robert Philipp (parteilos, stehend) hatte die Ortsvorsteher und -beiräte zu einem zwanglosen Meinungsaustausch eingeladen.
Gesellige Runde mit ernstem Hintergrund: Bürgermeister Robert Philipp (parteilos, stehend) hatte die Ortsvorsteher und -beiräte zu einem zwanglosen Meinungsaustausch eingeladen. © Foto: Thomas Pilz
Thomas Pilz / 11.07.2019, 17:04 Uhr - Aktualisiert 11.07.2019, 17:16
Fürstenberg (MOZ) Es dürfte nicht gerade üblich sein, dass im Biergarten der Gaststätte Pipeline in Fürstenberg über Themen der Lokalpolitik gesprochen wird. Schon gar nicht, wenn es dabei um Fragen des Gemeinwesens in den Dörfern des Seenlandes geht. Und erst recht nicht, dass sich zu diesem Zweck so profunder Sachverstand versammelt.

Mittwochabend war die Politik auf den Dörfern das alles beherrschende Thema im Biergarten. Fürstenbergs Bürgermeister Robert Philipp (parteilos) hatte zu einer Gesprächsrunde eingeladen. Und zwar sämtliche am 26. Mai neu gewählten und auch die seinerzeit abgewählten Ortsvorsteher und -beiräte der Wasserstadt. Ein Novum, zugegeben. Philipp trat indirekt aber Gerüchten entgegen, es könnte sich um Wahlkampf handeln. Bekanntlich bewirbt er sich für eine weitere Amtszeit. Er stellte freilich klar, diese Treffen sollen nun regelmäßig veranstaltet werden. Also auch nach dem 1. September, dem Wahltag, im Falle seiner Wiederwahl. Außerdem wusste Philipp die CDU-Stadtverordneten-Vorsitzende, Ilona Friedrich, an seiner Seite.

Einleitend dankte Philipp mit klaren Worten den Vorstehern und Beiräten für ihr stetes Engagement. Also jenen Verbindungsleuten aus den Dörfern, die den Belangen der Menschen auf dem Lande im Rathaus nachdrücklich Geltung verschaffen sollen. "Ich habe großen Respekt vor ihrer Tätigkeit", zumal solch eine Arbeit oft mit Konflikten zu tun habe, merkte er an. "Sie investieren  Zeit, Geld und Nerven in den Job oder haben das getan", lobte Philipp.

Gravierende Veränderungen habe es im Zuge der jüngsten Kommunawahlen durchaus gegeben, sowohl im Stadtrat als auch bei einigen Ortsvorsteher-Mandaten. Er wolle sich daher bei jenen bedanken, deren lokalpolitische Tätigkeit nach den Wahlen endete, erklärte der Bürgermeister.

Nun werde wieder Anlauf genommen, so werde bereits am Etatentwurf für 2020 gearbeitet. Post würden demnächst die Ortsvorsteher und -beiräte bekommen, damit sie ihre Wünsche  und Forderungen formulieren, den kommunalen Haushalt 2020 betreffend.

Nachdem sich die Runde entspannt zugeprostet hatte, kam es sogleich zu Gesprächen. Eberhard Otto, altgedienter "Erster Mann von Blumenow", brachte seine freudige Überraschung zum Ausdruck, dass auf dem Festplatz neue, hölzerne Sitzgelegenheiten und zwei Rasthütten, ebenfalls aus "Holz, massiv und sehr schwer" geliefert wurden. Dies sei erfreulich, allerdings sei der  Wunsch nach ihnen auch schon drei Jahre alt.

Marlis Pawletta, jahrelang Ortsvorsteherin von Tornow und nun nicht mehr in Amt und Würden, verneinte die Nachfrage des Chronisten, ob sie nicht automatisch die "Problemkinder" im weit verstreuten Tornow wahrnimmt. "Nee, da sage ich mir jetzt, das geht mich nichts mehr an, da kribbelt mir nichts mehr in den Fingern", sagt sie und lacht. Zumal die beruflichen Belastungen, wegen derer sie vor allem nicht mehr kandidierte, nicht geringer geworden sein. "Jetzt sollen mal die Jungen ’ran", fügt sie hinzu.

Ihre Nachfolgerin Anja Wunderlich schmunzelt vergnügt, sie wird sich der Problemkinder künftig konsequent annehmen, deshalb sei sie gewählt worden. Ein Thema sei etwa die holprige Straße in Neutornow, die noch dieses Jahr erneuert werden soll.

Auch Veronika Kleßny, jahrelang Barsdorfer Ortsvorsteherin,  lehnt sich entspannt zurück. "Ich denke, ich habe durchaus losgelassen", lacht sie.

Die Ortsvorsteher und Ortsbeiräte im Fürstenberger Seenland

Es gibt lediglich zwei Ortsbeiräte im Fürstenberger Seenland: den Bredereicher und den Himmelpforter.

In Bredereiche führt Gregor Klos (Allianz für Fürstenberg und Ortsteile, AFO) nach wie vor das Zepter. Sein Stellvertreter ist der parteilose Uwe Bäcker. Dritter im Bunde ist Torsten Mohr (AFO). Sprechzeit ist jeden 1. und 3. Donnnerstag im Gemeindebüro.

Ortschef in Himmelpfort ist Lutz Wilke (AFO), der auch als Beiratsvorsitzender agiert. René Kirscht und Heiko Schade (beide AFO) komplettieren den Rat.

Als Ortsvorsteher werden sich in der jetzigen Legislatur folgende Personen engagieren: In Steinförde kümmert sich der parteilose Holger Schwarzer um die Bürger-Belange, in Barsdorf Einzelbewerber Silvio Herbig, mit 28 Jahren jüngster Mandatsträger. In Altthymen wirkt Manfred Saborowski (Linke), in Blumenow Eberhard Otto, in Tornow Anja Wunderlich und in Zootzen Andreas Wörpel (alle parteilos).  ⇥pilz

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