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Sachsenhausen
Holocaust in Gedenkstätte geleugnet – Staatsanwaltschaft beantragt Geldstrafe

Mehr als 700 000 Menschen besuchen die KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen im Jahr. Am 10. Juli 2018 wurde eine Führung vorzeitig abgebrochen, nachdem Besucher die Verbrechen der Nazis dort relativiert hatten.
Mehr als 700 000 Menschen besuchen die KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen im Jahr. Am 10. Juli 2018 wurde eine Führung vorzeitig abgebrochen, nachdem Besucher die Verbrechen der Nazis dort relativiert hatten. © Foto: Klaus D. Grote
dpa, OGA / 12.08.2019, 14:42 Uhr - Aktualisiert 12.08.2019, 18:20
Oranienburg (MOZ) Nach dem Skandal um eine Besuchergruppe der AfD in der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen muss sich ein Teilnehmer demnächst vor dem Amtsgericht Oranienburg verantworten. Die Neuruppiner Staatsanwaltschaft hatte am Montag zunächst mitgeteilt, dass die Behörde einen Strafbefehl gegen den Teilnehmer beantragt habe. Der Strafbefehl mit dem Ziel einer Geldstrafe laute auf den Tatvorwurf der Volksverhetzung und Störung der Totenruhe. Der Betroffene habe dagegen jedoch Einspruch eingelegt, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft auf Nachfrage. Daher kommt es nun zum Prozess vor dem Amtsgericht. Zur Höhe der beantragten Geldstrafe gab es keine Angaben. Das Ermittlungsverfahren gegen einen weiteren Beschuldigten sei mangels Beweisen eingestellt worden, so die Staatsanwaltschaft. Die Besuchergruppe aus dem Wahlkreis der AfD-Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, Alice Weidel, war im Juli 2018 aus der Gedenkstätte verwiesen worden, weil Teilnehmer Tatsachen zum Massenmord der Nationalsozialisten in Abrede gestellt haben sollen, wie Stiftungssprecher Horst Seferens erklärte. Unter anderem soll die Existenz von Gaskammern negiert worden sein. Daraufhin hatte der Gedenkstättenführer die Tour abgebrochen und die Gruppe wurde von dem Gelände der Gedenkstätte verwiesen.

"Wir werden auch künftig revisionistische Äußerungen und jede Form der Verharmlosung oder Infragestellung der nationalsozialistischen Verbrechen in den Gedenkstätten der Stiftung nicht dulden und sie im Zweifelsfall zur Anzeige bringen", sagte Horst Seferens am Montag dem Oranienburger Generalanzeiger.

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