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Schienenersatzverkehr
In 50 Minuten mit dem Bus nach Hohen Neuendorf

Für eine Schülergruppe aus Berlin wurde für die Fahrt nach Lehnitz am Donnerstag ein Extra-Bus bereitgestellt.
Für eine Schülergruppe aus Berlin wurde für die Fahrt nach Lehnitz am Donnerstag ein Extra-Bus bereitgestellt. © Foto: Tilman Trebs
Tilman Trebs / 15.08.2019, 18:34 Uhr
Oberhavel (MOZ) Seit knapp einer Woche fahren zwischen Oranienburg und Hohen Neuendorf Busse statt S-Bahnen. Pendler stellt das jeden Tag aufs Neue auf eine Geduldsprobe.

Die S-Bahn braucht für die Strecke weniger als eine Viertelstunde, der Bus laut Fahrplan 25 Minuten. "Das hat er noch nie geschafft", sagt Wenke Hennig, die am Donnerstag um 7.47 Uhr in Lehnitz in den Ersatzbus steigt, um zur Arbeit nach Berlin-Kreuzberg zu fahren. Mit der S-Bahn dauert die Tour eine Stunde pro Richtung, mit dem Ersatzbus zwei – und an diesem Morgen besonders lange. Um 7.39 Uhr startet der Bus am Oranienburger Bahnhof. In Hohen Neuendorf kommt er erst kurz vor halb 9 an. Heiderose Miehatsch nimmt die Beine in die Hand, in der Hoffnung, dass noch eine S-Bahn am Gleis steht. In 15 Minuten muss sie beim Arzt in Waidmannslust sein. Das wird knapp. "Und dabei bin ich schon extra früher losgefahren", sagt sie und eilt weiter.

Als Nadelöhr erweist sich die Landesstraße zwischen Borgsdorf und Birkenwerder. Im Bus läuft das Radio. Im Verkehrsfunk wird berichtet, dass die Fahrt bis Birkenwerder wohl 15 Minuten länger dauert. Das kommt auch hin. Eine Frau im Bus erkundigt sich, ob sie schon in Birkenwerder in die S-Bahn Richtung Wannsee umsteigen kann. Der Fahrer zuckt mit den Schultern, andere Fahrgäste geben Tipps. Sie ertragen ihr Schicksal weitgehend klaglos.

Immerhin können alle sitzen. An den Kapazitäten mangelt es an diesem Morgen nicht. Die Busfahrer sind sogar auf größere Aufgaben vorbereitet. In Hohen Neuendorf wartet Busfahrer Karsten Roosch gegen 8.30 Uhr auf 120 Schüler auf Berlin, die für einen Schulausflug nach Lehnitz gebracht werden wollen. Die Schüler haben sich angemeldet, die SEV-Planer deshalb einen Verstärkerbus nach Hohen Neuendorf geschickt, mit dem Roosch die Berliner Reisegruppe nun nonstop nach Lehnitz bringt. "Anders ginge das auch gar nicht." Roosch ist schon zufrieden, dass sich auf der Strecke keine Baustellen befinden. Er fährt oft im Schienenersatzverkehr und kennt das auch anders. "Durch Pankow zu fahren, zum Beispiel, ist zurzeit die Hölle."

Die Fahrgäste im Bus fragen sich allerdings, warum die S 1 nicht wie die S 8 bis nach Birkenwerder fährt. Das würde Zeit sparen. Die S-Bahn erklärt dazu auf Nachfrage, dass zurzeit wegen Bauarbeiten nur ein Gleis zur Verfügung steht. Das reiche nur für die S 8.

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