Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Bildung
Schulneubau in Oranienburg dringend nötig

Kommt gut voran: Der Erweiterungsbau der Havel-Grundschule in Oranienburg wächst in die Höhe.
Kommt gut voran: Der Erweiterungsbau der Havel-Grundschule in Oranienburg wächst in die Höhe. © Foto: Friedhelm Brennecke
Friedhelm Brennecke / 05.09.2019, 07:32 Uhr - Aktualisiert 05.09.2019, 07:50
Oranienburg (OGA) Oranienburg wächst. Mehr Einwohner erwarten aber auch eine angemessene soziale Infrastruktur, vornehmlich die Bereitstellung ausreichender Kita-Betreuungsplätze und genügend Platz in den Grundschulen mit möglichst kleinen Klassen. "Die Wünsche nach einem Kita-Platz können wir gerade noch erfüllen. Aber schon längst nicht mehr die Wunsch-Kita garantieren", sagte Anke Michelczak, Leiterin des Amtes für Bildung und Soziales, in der jüngsten Sitzung desSozialausschusses.

Die acht städtischen Grundschulen seien gegenwärtig jedoch bereits am Rande ihrer Kapazität. "Dabei steht uns die Monsterwelle an Schülerzahlen erst noch bevor", skizzierte die Amtsleiterin die Lage, die bis 2030 in der Kreisstadt zu erwarten ist.

Bereits vor drei Jahren hatten die Stadtverordneten das Konzept zur "Sozialen Infrastruktur" beschlossen und damit die Weichen gestellt für millionenschwere Investitionen in die Bereiche Kita und Schule.  Einige Vorhaben sind bereits in der Realisierung. Der Neubau der Kita "Bäkestrolche" in Schmachtenhagen mit 125 Betreuungsplätzen kommt langsam auf die Zielgerade. Im Januar nächsten Jahres soll er in Betrieb gehen. Mit dem Neubau der Kita Speyerer Straße ist gerade begonnen worden. Sie soll ihren Betriebe mit 150 Plätzen Ende 2020 aufnehmen.

Doch in der Innenstadt ist der Bedarf an Kita-Plätzen noch weitaus größer. Für den Neubau einer Kita mit 90 Plätzen in der Weißen Stadt, der 2022 beginnen soll, wird gerade ein städtebaulicher Wettbewerb auf den Weg gebracht, um damit die Möglichkeit für Fördermittel zu eröffnen.  Auch in Lehnitz fehlen Kita-Plätze. Bei der Wohnbebauung, die die Oberhavel-Holding auf dem ehemaligen Kasernengelände in Lehnitz-Ost plant, soll auch eine neue Kita entstehen.

Weiße Stadt oder Lehnitzstraße

Besonders groß ist die Herausforderung für die Verwaltung aber bei der Bereitstellung von ausreichenden Grundschulplätzen. In Friedrichsthal wird der Engpass bereits jetzt mit Containern überbrückt, bis der Neubau der zweizügigen Grundschule voraussichtlich im Oktober 2021 fertiggestellt ist. Auch in Lehnitz steht die Erweiterung der Friedrich-Wolf-Grundschule auf zwei Züge an. Ausweichklassenräume gibt es derzeit im Kulturhaus. Eventuell sind auch in Lehnitz noch Container nötig.

Dagegen kommt der Erweiterungsbau für Oranienburgs größte Grundschule mit 642 Kindern in 26 Klassen, die Havelschule, gut voran. Der Neubautrakt soll zum nächsten Schuljahr in Betrieb gehen. Weil aber bis 2022/23 noch 300 Schulplätze in der Innenstadt fehlen, ist ein Neubau für eine mindestens dreizügige Schule dringend nötig. Zwei Standorte hat die Stadt per Bebauungsplan dafür gesichert – nämlich die Weiße Stadt und Flächen am Rande des Innovationsforums an der Lehnitzstraße. Auch dafür wird jetzt ein städtebaulicher Wettbewerb angeschoben.

Da dieser Schulneubau jedoch nicht schon in drei bis vier Jahren steht, ist eine Übergangslösung nötig. Die wird in einem längst abgeschriebenen Gebäude ihren Platz finden, nämlich in dem ehemaligen Comenius-Schulhaus im Schlosspark, das derzeit noch weitere zwei bis drei Jahre als Parkkita genutzt wird. Für die Zeit der Sanierung und Erweiterung der Sachsenhausener Kitas werden die "Kleinen Strolche" in Kürze in die Parkkita umziehen müssen. Auch die Kita Friedrich Fröbel und die Kita Kanalstraße werden noch das Vergnügen haben, den Schlosspark-Standort vorübergend zu nutzen.

Bei alledem zeichne sich jetzt schon ab, dass die Hortplätze in Schmachtenhagen zum Kitajahr 2022/23 nicht mehr ausreichten, räumte Anke Michelczak ein. Deswegen werde die Bereitstellung neuer Hortplätze in Schmachtenhagen neu in die Fortschreibung der "Sozialen Infrastruktur" aufgenommen.

Schon heute reichten die Hortplätze in Schmachtenhagen  nicht aus, sei die Doppelnutzung von Schule und Hort nicht mit elementaren Bildungsanforderungen zu vereinbaren, hatte in der Einwohnerfragestunde die Schmachtenhagenerin Jana Kotowenko kritisiert.

Gegen eine Doppelnutzung von Räumen sei nichts einzuwenden, so Anke Michelczak. Bei den Schulneubauten seien aber genügend Räume zu planen, um am Ende nicht wieder Fachkabinette als Klassenräume nutzen zu müssen, wie es an der neuen Comeniusschule leider der Fall sei, gaben Nicole Walter-Mundt (CDU)  und Enrico Geißler (Linke) zu bedenken.

EinstimmigesVotum

Die dritte Fortschreibung des Konzeptes zur "Sozialen Infrastruktur" wurde vom Sozialausschuss am Dienstag einstimmig angenommen.

Für neue Hortplätze in Schmachtenhagen zum Kitajahr 2022/23 muss allerdings die Finanzierung noch im Haushalt aufgenommen werden.⇥bren

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG