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Zeitzeugnis
Leegebruch dokumentiert Rathaus-Neubau auf 60 Seiten

Bürgermeister Martin Rother (rechts), Ortschronistin Ulrike Unger (Mitte) und Rathausmitarbeiterin Stephanie Lange präsentierten am Dienstag die Dokumentation.
Bürgermeister Martin Rother (rechts), Ortschronistin Ulrike Unger (Mitte) und Rathausmitarbeiterin Stephanie Lange präsentierten am Dienstag die Dokumentation. © Foto: Tilman Trebs
Tilman Trebs / 10.09.2019, 16:01 Uhr
Leegebruch (MOZ) Die Gemeinde Leegebruch hat den Bau des neuen Rathauses dokumentiert – auch, um Versäumnisse der Vergangenenheit nicht zu wiederholen.

Die Leegebrucher Geschichte ist jahrzehntelang nur schlecht dokumentiert worden. Die Aktenlage für die Zeit vor 1989 ist lückenhaft und zum Teil widersprüchlich. Medienberichten aus den Zeiten der Diktaturen traut Ortschronistin Ulrike Unger nur selten über den Weg, "weil sie von Propaganda geprägt waren". Verlässlicher sei da schon das Studium der Schulchroniken, doch auch die haben nicht auf alle Fragen eine Antwort. Bürgermeister Martin Rother (CDU), der am Montag übrigens seine Wahl formal angenommen hat, beschreibt das Problem überspitzt auf seine Weise: "Wenn Sie zehn alteingesessene Leegebrucher fragen, wer vor zehn Jahren Bürgermeister war, kann es sein, dass Sie zehn unterschiedliche Antworten bekommen und jeder ist sich sicher, dass er Recht hat."

Um Heimatforschern künftiger Generationen die Arbeit etwas leichter zu machen, hat die Gemeindeverwaltung in Zusammenarbeit mit Ulrike Unger nun auf knapp 60 Seiten die Entstehung des neuen Rathauses an der Birkenallee dokumentiert. Die Broschüre enthält Zahlen, Daten und Fakten zum Neubau, viele Fotos und Zeitungsberichte sowie die zur Eröffnung gehaltenen Reden. "Leegebruch wird in neun Jahren 100 und das Rathaus zehn Jahre alt. Spätestens dann wird man sich wieder fragen: Wie war das damals?", blickt Ortschronistin Unger voraus. Mit der Broschüre, von der zunächst 1 000 Exemplare gedruckt wurden,  haben die Redenschreiber von morgen schon mal etwas in der Hand.

Für Ulrike Unger ist ohnehin gewiss: "Die Eröffnung des neuen Rathauses ist ein historisches Ereignis." Erstmals arbeite die Verwaltung in einer eigenen Immobilie. "In den vergangenen 90 Jahren mussten die Bürgermeister und ihre Mitarbeiter mehr oder weniger in Provisorien arbeiten." Nach 1928 war die Verwaltung zunächst in kleinen Siedlungshäusern verteilt worden, ab 1947 im Ledigenhaus untergebracht. Nach der Wende zog die Verwaltung als Mieterin in den Eichenhof. "Das war damals schon ein Quantensprung", erinnert sich Bürgermeister Rother. Leegebruch hatte seinerzeit 4 000 Einwohner, jetzt sind es mehr als 7 000. "Mit der Zahl der Einwohner sind auch die Aufgaben gewachsen. Am Ende war es uns im Eichenhof kaum noch möglich, für ordentlich eingerichtete Arbeitsplätze zu sorgen." Bei der Planung des neuen Hauses sei gleich ein Puffer eingeplant worden, falls die Situation noch einmal eintritt. Und nicht nur das. Lange hatten die Leegebrucher gezögert, ein neues Rathaus zu bauen, weil unklar war, ob die Gemeinde nicht noch Opfer einer Kommunalreform werden könnte. Aktuell sieht Rother die Gefahr gebannt. Nach der gescheiterten Kreisreform rechnet er nicht im entsprechenden politischen Initiativen. "Und wenn wir weiter gut wirtschaften, kann man uns eigentlich auch nichts anhaben." Theoretisch ausgeschlossen ist  eine Fusion nicht. Für den Fall wurde das neue Rathaus so gebaut, dass es auch für Wohnzwecke umfunktioniert werden kann – mit der Option auf eine zusätzliche Etage.

Broschüre kannausgeliehen werden

Das neue Rathaus wurde am 22. Juni 2018 eröffnet. Gebaut wurde es auf dem Gelände des früheren Wasserwerkes an der Birkenallee für rund 4,2 Millionen Euro. Fördermittel wurden nicht Anspruch genommen.

Die Dokumentation zum Neubau wird nicht zum Kauf angeboten. Sie kann aber in der Bibliothek im Rathaus ausgeliehen werden.⇥til

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