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Supermarkt oder Markthalle?
In Velten werden nun beide Varianten gepüft

Wird im kommenden Jahr neu gestaltet: Der Marktplatz im Zentrum von Velten. In den leerstehenden Ladenflächen könnte es künftig frisches Obst und Gemüse zu kaufen geben. Die Stadt lässt diesen Vorschlag prüfen.
Wird im kommenden Jahr neu gestaltet: Der Marktplatz im Zentrum von Velten. In den leerstehenden Ladenflächen könnte es künftig frisches Obst und Gemüse zu kaufen geben. Die Stadt lässt diesen Vorschlag prüfen. © Foto: Wiebke Wollek
Wiebke Wollek / 09.10.2019, 13:30 Uhr
Velten Die Zeiten, in denen man extra zum Einkaufen nach Velten fuhr, sind schon seit den 1990er-Jahren Vergangenheit. Der Marktplatz hat nach wie vor keine magnetische Anziehungskraft auf kaufkräftige Kundschaft. Für die Entwicklung eines Hauptgeschäftsbereichs erhält die Stadt Fördermittel aus dem Bund-Länder-Programm Aktive Stadtzentren (ASZ). Die für 2020 geplante Umgestaltung des Marktplatzes ist nur eine von über 30 Maßnahmen, für die Velten insgesamt mehr als sieben Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden.

Strittig war bislang, auf welche Weise der Platz so verändert werden kann, dass wieder mehr Menschen im Stadtzentrum einkaufen. Die SPD, allen voran Bürgermeisterin Ines Hübner, hielt bislang an der Idee fest, einen Vollsortimenter-Supermarkt bauen zu lassen – auf dem knapp 14 000 Quadratmeter großen Areal zwischen Viktoriastraße, Marktplatz und Ofenstadthalle. Die Fraktion Pro Velten hingegen argumentiert seit Jahren gegen die geplante Bebauung östlich des Marktplatzes. Stattdessen wollen sie die leerstehenden Gewerbeflächen als Markthalle nutzbar machen. Nach zähen Diskussionen im jüngsten Stadtentwicklungsausschuss bahnt sich nun ein Kompromiss im Dauerstreit zwischen SPD und Pro Velten an, den die Linken vorgeschlagen haben. Die Stadt hält zwar weiterhin an den Plänen zur Bebauung fest – entweder in Form eines Vollsortimenters oder alternativer Gewerbeflächen. Dennoch soll bis zum 30. Juni 2020 geprüft werden, wie ein wirtschaftliches Konzept für eine Markthalle in den leeren Gewerbeflächen aussehen kann. Dies hat der Stadtentwicklungsausschuss einstimmig beschlossen. Wenn die Stadtverordneten am 7. November der Empfehlung folgen, wird die Bürgermeisterin beauftragt, gemeinsam mit der REG und externen Beratern ein tragfähiges Konzept für eine Markthalle zu erstellen. "Sollte dies nicht zustande kommen, bleibt es bei den Plänen zur Bebauung östlich des Marktplatzes", erklärte der Linken-Fraktionschef Alexander Moser-Haas. "Nachdem schon einiges Geld in die Begutachtung der Vollsortimenter-Idee geflossen ist, halte ich es für fair und überfällig, dass auch die gute Idee von Pro Velten endlich mit einem externen Beratungsbüro mal detailliert ausgearbeitet werden kann", sagte Moser-Haas.

Als Voraussetzung der Förderung gilt, dass die Belebung der Innenstadt durch eine Steigerung der Besucherfrequenz nachweisbar sein muss. Ansonsten droht die Rückforderung von Fördergeldern. "Dieses Risiko umgehen wir mit unserem Kompromiss", erklärte Moser-Haas. Als weiteren Vorteil sieht er, dass andere ASZ-Maßnahmen in Velten, wie der Ausbau des Spielplatzes der Kita Villa Regenbogen, nicht gefährdet sind.

Förderprogramm Aktive Stadtzentren

Mit dem Wegzug der Lebensmittelmärkte Meyer Beck und Aldi sowie mit der Entstehung neuer Supermarktstandorte außerhalb des Zentrums setzte ein bis heute anhaltender Abwärtstrend der Veltener Innenstadt ein.

Im Frühjahr 2014 hat sich die Stadt Velten um die Aufnahme in das Bund-Länder-Programm Aktive Stadtzentren (ASZ) beworben. Bereits realisiert wurden die Modernisierung des Bahnhofsgebäudes, der Spielplatz am Rathaus, die Bibliotheksgasse oder der Parkplatz in der Viktoriastraße.⇥wol

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