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Sportschießen
Deutscher Vizemeister aus Bötzow: "Mein größter Erfolg"

Gute Freunde, tolle Schützen: Karl-Heinz Krüger vom SV Glienicke (links) und Torsten Steiche aus Bötzow schafften es bei der Deutschen Meisterschaft in Dortmund auf das Siegerpodest.
Gute Freunde, tolle Schützen: Karl-Heinz Krüger vom SV Glienicke (links) und Torsten Steiche aus Bötzow schafften es bei der Deutschen Meisterschaft in Dortmund auf das Siegerpodest. © Foto: privat
Stefan Zwahr / 01.11.2019, 17:09 Uhr - Aktualisiert 01.11.2019, 18:18
Bötzow (MOZ) Bezogen auf den Sport sei es "das Schönste gewesen, was ich in meinem Leben erlebt habe". Mit der Silbermedaille im Gepäck kehrte Torsten Steiche von den Deutschen Meisterschaften der Sportschützen aus Dortmund zurück.

Für den mehrfachen Landesmeister ("Es sammelt sich im Laufe der Zeit ein bisschen was an") war der zweite Platz bei den Senioren I in der Disziplin Luftgewehr Auflage der größte Erfolg seiner Laufbahn, die 1979 begonnen hatte. "Für mich war es die dritte Deutsche Meisterschaft. Bislang landete ich immer unter ferner liefen im letzten Drittel." Wenngleich es insgeheim immer die Hoffnung auf ein derart gutes Abschneiden geben würde, habe sich der Erfolg völlig überraschend eingestellt. "Wir trainieren sehr stark und viel. Aber es kommt ja darauf an, dass die Leistung genau an dem Tag abrufbar ist. Man schießt nicht gegen die anderen, sondern gegen sich selbst. Und das nötige Quäntchen Glück muss man auch haben."

Finale mit Moderator

Über die Landesmeisterschaft hatte sich der Schütze vom 1. SSV Bötzow für die nationalen Titelkämpfe qualifiziert. Dort überstand er die Qualifikation und zog in das Finale der besten acht Teilnehmer ein. "Das war  für mich eine Premiere." Im Endkampf würde es ein ganz anderes Prozedere geben. Geschossen wird auf Kommando, für jeden Versuch sind nur 50 Sekunden Zeit. "Man braucht Nerven wie Drahtseile." Zumal es relativ laut sei. So werde der Wettkampf plötzlich moderiert. Der Kampfrichter macht Ansagen, Ergebnisse und Zwischenstände werden durchgegeben. "Und jeder Schütze hat seinen kleinen Fanblock, von dem er unterstützt wird. Das muss man alles ausblenden, muss als Schütze funktionieren und die Konzentration nur dem nächsten Schuss widmen."

1670 Teilnehmer

Das Event sei ein Erlebnis gewesen. "Da waren 1670 Schützen, die sich einen ausstechen. Allein in meiner Klasse waren 300, die um den Sieg gerangelt haben. Das ist eine Belastung für den Kopf, das muss man erst mal mitmachen." Torsten Steiche sagt, dass schon die Qualifikation für die DM ein Erfolg gewesen sei. "Das nimmt man mit, egal, wie man sich dann platziert. Ohne überheblich klingen zu wollen kann ich aber sagen, gerade ein kleines Hoch zu haben. Ich bringe relativ konstante Leistungen. Und das Auflageschießen, das relativ neu ist, scheint mir zu liegen."

Dabei lief die Vorbereitung alles andere als optimal. Ein Wadenbeinbruch hatte einen Aufenthalt im Krankenhaus und einen Gipsfuß zur Folge. "Ich konnte die letzten vier Wochen nicht trainieren", berichtet der Bötzower. Selbst bei der Meisterschaft sei er mit Krücken und im Rollstuhl rumgesaust. "Darum bin ich meinen Schützenkameraden dankbar, die mich toll unterstützt haben. Für diese Hilfe bin ich sehr dankbar."

Diese kam auch von Karl-Heinz Krüger, der für den SV Glienicke aktiv ist. "Wir kennen uns lange und sind befreundet." Während der Qualifikation saßen die beiden Schützen aus Oberhavel zusammen. "Wir sinnierten darüber, wie es wäre, wenn es einen Brandenburger Doppelsieg bei einer DM gibt. Das war aber mehr Spaß, um uns gegenseitig anzujucken", berichtet Torsten Steiche. Ein Topergebnis fuhren dann aber tatsächlich beide ein. Der Bötzower wurde vor Qualifikationssieger Krüger Zweiter. Nur Hubert Kaarg aus Unterfranken war besser.

Ehrgeiz ist dabei

"Oberhavel hat sich ganz stark präsentiert", jubelte denn auch Sabine Krüger, Vereinsvorsitzende des SV Glienicke. Wenngleich Torsten Steiche betont, das Schießen aus Spaß und als Hobby zu betreiben, betont er: "Für mich ist es Leistungssport. Die Konkurrenz schläft nicht. Leistungen und Ergebnisse werden immer besser. Dadurch wird die Qualifikation für solche Veranstaltungen immer schwerer." Dennoch hofft der SSV-Schütze, der seit 2015 im Land Brandenburg lebt und die Bedingungen beim SSV lobt, dass er es irgendwann noch einmal zu einer Deutschen Meisterschaft schafft. "Ehrgeizig muss man ein bisschen sein. Und ganz ehrlich: Man gewinnt ja auch gern."

Karl-Heinz Krüger stellt Landesrekord auf

Karl-Heinz Krüger ließ es bei der Deutschen Meisterschaft in der Disziplin Luftgewehr Auflage bei den Senioren I krachen.

Der Schütze des SV Glienicke (der es zum zweiten Mal in Folge in das Finale der "Deutschen" schaffte) setzte sich bei den Titelkämpfen in Dortmund in der Qualifikation als Erster durch. Sein Wert von 318,8 (327 theoretisch möglich) bedeutete Landesrekord.

Viel Lob gab es auch von der Konkurrenz. "Was ,Kalle’ geschossen hat, war wahnsinn. Er war der Überflieger", bemerkte Torsten Steiche vom 1. Sportschützenverein Bötzow, der die Quali auf Rang drei abschloss (317,4).

Im Endkampf der acht besten Teilnehmer landete Steiche (251,4) dann als Zweiter direkt vor Krüger (230,5). Der Sieg ging an Hubert Karg (254,7).

Der Modus war im Finale ein anderer. In der Qualifikation wurden 30 Schuss abgegeben. "Theoretisch kann mit jedem eine 10,9 geschossen werden", erklärt Steiche. Im Endkampf folgte nach 2x5 Schüssen ein Shootout, bei dem nach jeder Runde Teilnehmer ausschieden.⇥sz

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