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Treidelweg
Bombenverdacht wird am Montag geklärt – Schifffahrt droht nächste Zwangspause

Für die Berufsschiffer und Freizeitkapitäne war das Jahr frustrierend: Der Oder-Havel-Kanal war wegen Bombenfunde bei Oranienburg immer wieder gesperrt. Hinzu kamen geschlossene Schleusen.
Für die Berufsschiffer und Freizeitkapitäne war das Jahr frustrierend: Der Oder-Havel-Kanal war wegen Bombenfunde bei Oranienburg immer wieder gesperrt. Hinzu kamen geschlossene Schleusen. © Foto: Tilman Trebs
Tilman Trebs / 08.11.2019, 18:07 Uhr - Aktualisiert 08.11.2019, 20:25
Oranienburg (MOZ) Am Montag soll Klarheit darüber herrschen, ob am Oranienburger Treidelweg eine weitere scharfe Bombe liegt oder nicht.

Dann sollen den die Ergebnisse der Ultra-TEM-Untersuchung vorliegen, sagte Stadtverwaltungssprecherin Eike-Kristin Fehlauer. Sofern sich der Verdacht bestätigen, wird sofort der Bereich in unmittelbarer Umgebung der Bombe gesperrt. Betroffen wäre davon der Oder-Havel-Kanal. Die Straßenbrücke nach Lehnitz soll nach derzeitigem Stand aber für Auto- und Radfahrer sowie Fußgänger aber passierbar bleiben, sagte Tiefbauamtsleiter Stefan Gebhardt. Ziel ist nach Auskunft von Sprecherin Fehlauer, die Bombe noch vor Weihnachten zu entschärfen.

Nur vier Tage für Schleusung

Die Stadtverwaltung spricht zwar von einer hohen Wahrscheinlichkeit, dass ein scharfer Blindgänger aus dem zweiten Weltkrieg gefunden wird. Im Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) wird trotzdem noch gehofft, dass der Kelch an den Sport- und Berufsschiffern vorübergeht. Denn erst am Donnerstag ist die Schleuse Zaaren wieder geöffnet worden. Damit ist die Wasserverbindung zwischen der Müritz, Fürstenberg, Zehdenick, Oranienburg und Berlin erstmals seit mehr als einem Jahr wieder durchgängig befahrbar. Vor allem Charterbootverleiher wollten die Öffnung nutzen, um ihre Boote zu den Winterliegeplätzen zu bringen. "Sollte die Bombe scharf sein, wird der Oder-Havel-Kanal in Oranienburg noch am Montag gesperrt. Damit hätten wir insgesamt nur vier Tage Zeit, den Verkehr aus Richtung Berlin über Zaaren abzuwickeln", sagte WSA-Sprecher Sebastian Dosch am Freitag. Seine Behörde geht von einer vierwöchigen Sperrung des Kanals aus. "Und es ist ja nicht ausgeschlossen, dass es länger dauert", sagte Dosch, der von einem "frustrierenden Jahr" für die Schifffahrt sprach. Zunächst hatte sich die Wiedereröffnung der Schleuse Zaaren um Monate verzögert. Eigentlich sollte sie schon zum Saisonstart im April 2019 wieder in Betrieb gehen. Nach den ersten zwei Bombenfunden am Treidelweg in diesem Jahr war auch der Oder-Havel-Kanal in Oranienburg über Monate gar nicht oder nur zeitweise befahrbar. Zu spüren bekamen das nicht nur Wassertouristen, sondern vor allem die Güter- und Fahrgastschifffahrt, die erhebliche Einbußen hinnehmen mussten. "In den vergangenen Jahren wurden hier eine Million, manchmal sogar 1,5 Millionen Gütertonnen transportiert. In diesem Jahr waren es nur noch etwa 500 000."

Auf dem Oder-Havel-Kanal werden vor allem Schrott, Kies, Chemikalien, Kohle und Holzpellets transportiert. Traditionell gilt der Dezember als verkehrsreicher Monat. "Viele Logistikunternehmen haben sich aber vorsorglich nach Alternativen auf der Schiene umgesehen", sagt WSA-Sprecher Dosch. Schließlich bieten sich auch die Oder und der Oder-Spree-Kanal wegen weiterhin niedriger Wasserstände nur bedingt als Umfahrung des Oder-Havel-Kanals an.

Blindgänger am Treidelweg

Der aktuelle Bombenverdacht hatte sich zunächst aus der Auswertung von Luftbildaufnahmen ergeben. Er befindet sich dort, wo bis vor Kurzem die Containerwand stand.

In den vergangenen Wochen war der Verdachtspunkt näher untersucht worden.  Inzwischen besteht ein konkreter Verdacht. Am Montag soll nun Klarheit herrschen.

In der Kleingartenanlage am Treidelweg waren in diesem Jahr bereits zwei 500 Kilogramm schwere Bomben gefunden worden. Sie Sind im Sommer entschärft worden. ⇥til

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