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Naturschutz
Ein Herz für bedrohte Pflanzen

Schätzen den Boden als gut geeignet für die Pflanzen ein: Susanna Schmidt (links) und Gesa Domes
Schätzen den Boden als gut geeignet für die Pflanzen ein: Susanna Schmidt (links) und Gesa Domes © Foto: Heike Weißapfel
Heike Weißapfel / 19.11.2019, 17:21 Uhr
Birkenwerder (MOZ) Ein Dutzend Studenten des Faches Ökologie, Evolution, Naturschutz der Uni Potsdam sowie einige Mitglieder des Umweltbeirats Birkenwerder haben am Dienstag einen Grünstreifen an der Hauptstraße mit Wildpflanzen bestückt. Mehrere Kästen von Jungpflanzen brachten sie auf gut hundert Quadratmetern zwischen Ludwig-Richter-Straße  und Kleiststraße in die Erde. Noch sind es eher unscheinbare grüne Pflänzchen, doch im kommenden Jahr soll dort eine bunte Vielfalt von zwölf verschiedene Pflanzen, darunter Heidenelke, Ohrlöffel-Leimkraut, Berg-Sandknöpfchen, Sandstrohblume und Kartäusernelke blühen und zahlreiche Insekten anlocken.

Ein Schild weist vorsorglich darauf hin: "Hier steht kein Unkraut." Vielmehr sind es bedrohte regionale Wildpflanzen, vorwiegend aus Berlin und Brandenburg, aber auch von der Küste, die für ein lebendiges Ökosystem sorgen sollen. Jetzt wächst auf dem Straßengrünstreifen lediglich Trockengras, und mit dem trockenen Boden sollen die genügsamen Pflanzen auch auskommen, sagt Jakob Schulz, der als Masterstudent und studentische Hilfskraft koordinierend vor Ort war.

Jürgen Lampe und Stephan Rüster vom Umweltbeirat Birkenwerder packten gerne mit an, und auch Hilmar Schütte vom Sachgebiet Umwelt der Gemeindeverwaltung schaute vorbei. Der Umweltbeirat war aufmerksam geworden und hatte sich um eine Beteiligung an dem Projekt bemüht, an dem Unis in Berlin, Potsdam und Marburg sowie das Umweltzentrum Dresden gemeinsam arbeiten und das vom Bundesumweltministerium gefördert wird. Ziel ist es, kleine Biotope zu schaffen, regionale Wildpflanzen zu stärken und dauerhaft an ursprünglichen Plätzen oder Ersatzstandorten anzusiedeln sowie insgesamt die Biodiversität zu fördern. "Wir pflanzen überall da, wo es der Florenschutz der Unteren Naturschutzbehörden gestattet", sagt Jakob Schulz. "Für Insekten haben die Pflanzen im nächsten Sommer einen extrem hohen Wert", verspricht er. "Und es sieht auch attraktiv aus."

Studenten sorgen für die Zucht

In Berlin und Brandenburg sind es der Botanische Garten Potsdam und das Späth-Arboretum, die sich um 34 gefährdete Arten bemühen und mithilfe von Studenten für Nachzucht sorgen. Saatgut wird auf Anfrage auch an Interessierte verteilt.

Wer selbst mitmachen und Pflanzpate werden möchte, kann sich unter 030 209398372 (mittwochs 14 bis 18 Uhr) oder per Mail info-berlin@UundV.de an das Projekt Urbanität & Vielfalt wenden.

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