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Glienicke-Trainer fassungslos: "Da verliert man die Lust"

Sascha Flemming (rechts) ist in der vierten Saison Trainer des BSC Fortuna Glienicke.
Sascha Flemming (rechts) ist in der vierten Saison Trainer des BSC Fortuna Glienicke. © Foto: Stefan Zwahr
Stefan Zwahr / 24.11.2019, 14:26 Uhr
Glienicke (MOZ) "Das war kein Spiel. Es war eine Rasenschlacht", sagt Sascha Flemming. Der Trainer des Landesligisten BSC Fortuna Glienicke musste lange überlegen, um nach der 3:4-Niederlage beim SC Oberhavel Velten (der ab der 75. Minute und Rot gegen Michel Stranz in Unterzahl spielte) die richtigen Worte zu finden. Was sich am Sonnabend abgespielt habe, finde er unmöglich. "Da verliert man die Lust am Fußball. So macht es keinen Spaß."

Dabei lief zunächst alles nach Plan. Die favorisierten Gäste waren das klar bessere Team und sorgten schnell für eine (eigentlich) beruhigende Führung. Pierre Henkel (2.), Lenny Canalis Wandel (6.) und Justin Hippe (18.) trafen. Flemming: "Wir haben alles richtig gemacht. Es war klar, dass es auf dem tiefen und rutschigen Rasen kein schönes Spiel werden wird. Meine Jungs sollten klare Bälle spielen, Druck machen und nachsetzen. Das hat geklappt."

Doch dann das: Kevin Köhn gelang der Anschlusstreffer für Velten (20.). Dieses Tor bezeichnete der ehemalige SCO-Abteilungsleiter Bernd Jünemann als "Initialzündung für eine beispiellose Aufholjagd". Binnen sechs Minuten bekamen die Veltener zwei Elfmeter zugesprochen, beide verwandelte Köhn (32., 38.).

Dem zweiten Strafstoß sei ein klares Foul vorausgegangen, wetterte Flemming. Nach einem langen Ball waren Martin Schönhoff und Gästespieler Patrick Lamprecht zum Kopfball gegangen. Letzterer musste danach mit dem Verdacht auf Rippenbruch ausgewechselt werden. Für den BSC-Coach (der später auch Gino Wrembel verletzt auswechseln musste) der Knackpunkt im Spiel. "Velten hat dadurch erkannt, dass in diesem Spiel einiges geht. Schon vorher gab es viele Szenen, in denen der Schiedsrichter immer nur ermahnte."

Flemming betonte zwar, den Veltener Spielern nicht mal einen Vorwurf machen zu können, fügte aber an: "Wir sind unfassbar geschockt, wie diese Partie gelaufen ist. Meine Spieler haben sich beeindrucken lassen und sind so nicht mehr ins Spiel gekommen. Da muss ich meine Spieler in Schutz nehmen."

Dennoch habe man im zweiten Abschnitt nie das Gefühl gehabt, dass noch ein Tor fallen würde. Doch es kam anders: In der vierten Minute der Nachspielzeit gab es nach einer Aktion gegen Kevin Purrmann erneut Strafstoß für den SCO. Malte Borchert traf. "Alle meine Spieler schwören, dass die Aktion außerhalb des Strafraums war. Es gab sogar eine Spur im Rasen", versichert der Trainer des Aufsteigers.

Dieser betont, dass er als leidenschaftlicher Trainer gute Zweikämpfe mag. "Die gehören dazu. Wenn aber einfach reingegrätscht wird, ohne die Chance zu haben, an den Ball zu kommen, hat das mit Fußball nichts zu tun. Wenn der Schiedsrichter dagegen nicht vorgeht, muss man sich überlegen, was das noch mit Fußball zu tun hat. Hätte der Referee durchgegriffen, wäre das Spiel anders gelaufen."

In einer Szene griff Enrico Großimlinghaus knallhart durch. Das war in der 38. Minute, als er Sascha Flemming mit der Roten Karte des Innenraums verwies. "Es war der Hammer, dass ich runterfliege. Ich habe mich nach der Szene, die zum zweiten Elfmeter führte, weggedreht und rief zur Seite ,Was für ein Blinder’. Ich habe niemanden direkt angesprochen." Assistent Christian Jung verständigte aber den Referee, der Flemming hinter die Barriere schickte. "Ich bin gespannt, was auf mich zukommt."

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