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Nach Heimsieg des OHC
Der nächste Schritt muss folgen

Durchgesetzt: Der Oranienburger Aaron Krai ist auf dem Weg zu einem weiteren Treffer. Die beiden Gegenspieler aus Burgwedel können ihn nicht mehr stoppen. Am Ende siegte der OHC klar mit 27:16.
Durchgesetzt: Der Oranienburger Aaron Krai ist auf dem Weg zu einem weiteren Treffer. Die beiden Gegenspieler aus Burgwedel können ihn nicht mehr stoppen. Am Ende siegte der OHC klar mit 27:16. © Foto: Moritz Franke
Jürgen Zinke / 02.12.2019, 12:35 Uhr
Oranienburg Der Oranienburger HC gewinnt in der 3. Liga klar mit 27:16 gegen Schlusslicht Handball-Hannover-Burgwedel. Aber der Abstiegskampf geht weiter.

Vor knapp sieben Monaten, am 4. Mai,  hatte der Oranienburger HC die Saison 2018/19 mit einem 37:30-Heimsieg gegen den SC Magdeburg II beendet. In der Abschlusstabelle wurde Rang fünf belegt. Mit 37:23 Punkten. Verdienstvolle Spieler, ja Leistungsträger und Publikums-Lieblinge wie Torhüter Ivan Szabo oder David Sauß, wurden danach verabschiedet. Aber: "Wir sollten uns trotzdem keine Sorgen machen", hatte Trainer Christian Pahl damals gesagt. Und auch Präsident Thomas Stahlberg war optimistisch: "Mir ist nicht bange, wir haben einen überragenden Trainer, der wieder eine starke Mannschaft präsentieren wird."

Zurück zur Gegenwart. Nach dem 27:16-Erfolg am Sonnabend gegen einen eher harmlosen Kontrahenten liegen die Kreisstädter einen Spieltag vor Hinrunden-Schluss mit 10:18 Zählern auf Rang elf. Gerade einmal zwei Punkte getrennt vom Vorletzten. Das nächste Spiel steigt am Sonnabend bei der punktgleichen  Magdeburger Reserve.

Doch zunächst wurde am Sonnabend gegen 20 Uhr erst einmal gefeiert. "Ich will zurück in die Kabine zu den anderen", sagte Julius Heil zur Bitte um ein paar Sätze. "Es war allen klar, dass wir gewinnen müssen. Und es gab viele Gespräche. Dass die Woche besonders krass war, kann ich nicht sagen", bemerkte er noch. Und die Bemerkung, dass Trainer Christian Pahl im gesamten Spiel angespannt gewirkt hatte und nicht einmal freundlich schaute, wollte Heil nicht kommentieren. "So lange kenne ich ihn noch nicht", meinte der Neuzugang.

"Natürlich haben wir gemerkt, dass der Trainer angespannt ist. Und das ist auch logisch. Wir haben Verletzte, müssen zum Training noch Spieler aus der Reserve holen, um ein ordentliches Programm absolvieren zu können. Das macht alles nicht unbedingt sicher. Ich hätte in Hälfte eins sicher auch werfen können, als ich hoch sprang, aber es gibt vorgegebene Züge mit denen eine noch klarere Situation erreicht werden kann. Und dann spielst du eben noch einmal ab", sagte Rückraumspieler Tobias Frank, der mit drei herrlichen Treffern dann doch noch gezeigt hatte wie es geht.

Der 16:8-Halbzeitstand war dann schon ein Fingerzeig auf den weiteren Ablauf. Denn zum einen war den Oranienburgern durchweg anzumerken, dass sie sich diesmal keine unerklärbare Schwächephase wie zuletzt erlauben würden. Und zum anderen war der sowieso schon recht hilflose Gegner durch die verletzungsbedingten Ausfälle von Steffen Schröter und Artjom Antonevitch noch mehr gehandicapt. Deren zweifacher Torschütze Steffen Dunekacke machte dann auch keinen Hehl aus seiner Meinung: "Das war katastrophal. Wir waren in allen Belangen unterlegen, und der OHC spielte sich zeitweise in einen Rausch. Nur 16 eigene Treffer sprechen wohl eine deutliche Sprache." Dass man sich mit lediglich zwei Siegen in 14 Spielen nun wohl mit dem Abstieg beschäftigen müsse, ließ der Linksaußen nicht gelten. "Völliger Quatsch. Wir haben schon ganz andere Situationen erlebt. Es ist noch vieles möglich", gab er sich kämpferisch.

In Kampfeslust zeigten sich auch an diesem Abend immer wieder die Beteiligten auf der Oranienburger Bank. Und auch bei einer anscheinend doch beruhigenden Führung seiner Mannschaft hellte sich die Miene von Trainer Christian Pahl nicht auf. "In der Kabine hat er uns in der Pause klar gesagt, dass wir weiter so spielen müssen als stehe es Null zu Null", beschrieb Tobias Frank die Situation nach 30 gespielten Minuten. Das beherzigte sein Team und baute den Vorsprung weiter aus. Der betrug am Ende mehr als zehn Tore. Ein magischer Abstand, mit dem kein Handballer ein Spiel verlieren möchte.

Euphorie kam allerdings zurecht beim Sieger nicht auf. Einordnen, abhaken, voraus blicken. Das war die Gemütslage. Und der Blick ging schon in Richtung Magdeburg. Dort muss der nächste Schritt folgen. Auch wenn an eine derart berauschende Partie wie vor sieben Monaten im Moment nicht zu denken ist.

Stimmen zum Spiel

Aaron Krai, OHC: "Solch ein Sieg tut gut. Wobei ich gerne noch höher gewonnen hätte. Gerade, weil wir vor allem die erste Halbzeit dominiert haben. Es ist aber auch schwierig, wenn man so hoch führt, die Spannung aufrecht zu halten. Wir haben am Anfang nicht genug den Ball laufen lassen. Als wir das dann aber getan haben, sind wir sofort weggezogen. Wir sind nach dem Sieg natürlich euphorisch, aber am Montag geht es direkt mit der Vorbereitung auf den nächsten Gegner weiter. Natürlich war in der vergangenen Woche Anspannung zu spüren, aber es war eine normale Trainingswoche. Anspannung bringt nicht viel. Wir müssen ruhig bleiben."

Kay Behnke, Burgwedel: "Wir sind brutal enttäuscht. Das war für Oranienburg ein hoch verdienter Sieg. Wir hatten uns sehr viel vorgenommen, konnten das aber nur in den ersten Minuten halbwegs umsetzen. Danach haben wir nichts  mehr zu Stande gebracht."

Christian Pahl, Trainer OHC: "Ich bin bedingt zufrieden. Es war am Anfang zu sehen, wie verunsichert beide Mannschaften sind. Uns hat geholfen, dass wir von der ersten Sekunde an in der Abwehr standen und mit Paul einen guten Torhüter hatten. Natürlich sind wir erleichtert, aber wir spielen nach wie vor gegen den Abstieg. Klar war auch, dass wenn wir verloren hätten, die Situation richtig beschissen gewesen wäre. Nachdem ich am Freitag zum Abschlusstraining gefahren bin und noch Anrufe von Spielern bekommen habe, hatte ich am Ende sieben Feldspieler und zwei Torhüter bei der Einheit. Das ist aktuell eine Vollkatastrophe. Am Donnerstag hatten wir uns Spieler aus der Zweiten und aus der A-Jugend ausgeliehen, damit wir überhaupt im Sechs gegen Sechs etwas machen können. Heute und in den letzten Trainingswochen hatten wir aber eine gute Mentalität in der Mannschaft. Trotzdem war der Sieg nur ein halber Schritt."

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