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eRockit
"Die Menschen wollen die E-Mobilität"

Präsentation: Andreas Zurwehme (r.) erklärt Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach das eRockit.
Präsentation: Andreas Zurwehme (r.) erklärt Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach das eRockit. © Foto: Conradin Walenciak
Conradin Walenciak / 02.12.2019, 17:03 Uhr
Hennigsdorf (MOZ) Von Hennigsdorf in die große, weite Welt – das ist der Plan von Andreas Zurwehme. Der Geschäftsführer der Firma eRockit Systems fängt gar nicht erst damit an, kleine Brötchen zu backen: "Die Menschen wollen die E-Mobilität. Die ist auch schon da. Und wir wollen mitmischen." Das Ganze soll mit einer Kombination aus Fahrrad und Motorrad gelingen: dem eRockit.

"Es ist ein E-Motorrad mit Pedalen", sagt Zurwehme. "Wenn man schnell strampelt, fährt man schnell, wenn man langsamer strampelt, fährt man langsamer." Im Grunde fühle man sich wie ein Fahrradfahrer. "Der große Unterschied ist, dass ich bis zu 90 Stundenkilometer schnell werde und deshalb auch auf der Autobahn fahren kann." Auf Radwegen darf das Zweirad dagegen nicht bewegt werden. Ein voll aufgeladener Akku soll für etwa 120 Kilometer reichen, danach müsse das Zweirad an einer Haushaltssteckdose "auftanken".

Wirtschaftsminister zu Besuch

Zurwehme gerät ins Schwärmen, wenn er von seinem Produkt erzählt. "Ein Elektromotor zeichnet sich dadurch aus, dass er seine Leistung sofort zu einhundert Prozent zur Verfügung stellt." Wenn man also beispielsweise mit einem eRockit an der Ampel neben einem Porsche warte, könne sich dessen Fahrer gerade noch fragen, was da gerade neben ihm stehe, da sei man ihm schon davongedüst. "Das geht richtig zur Sache und macht riesig Spaß. Durch die Pedale stellen wir den Menschen in den Mittelpunkt der Elektromobilität."

Am Montag war Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach im Hennigsdorfer Gewerbegebiet Nord zugegen, um das Elektrofahrzeug einmal aus der Nähe zu betrachten. Schließlich wird das Startup – seit Mai 2018 wird in Hennigsdorf mit insgesamt 15 Mitarbeitern an dem Zweirad gearbeitet – vom Land Brandenburg finanziell unterstützt.

Was er sah, überzeugte den Minister. "Das sieht sehr spannend aus. Es ist fast ein Autoersatz", sagte er nach einer kurzen Vorführung des eRockit. "Ich könnte mir sogar vorstellen, selbst so ein Gerät zu fahren. Mein Führerschein wäre sogar gültig dafür." Voraussetzung, um ein eRockit fahren zu dürfen, ist der Besitz eines Motorradführerscheins (A1, A2 oder A) oder eines Auto-Führerscheins, der – wie im Falle des Ministers – vor April 1980 ausgestellt wurde.

Internationale Nachfrage

Ab März 2020 will Zurwehme das eRockit in Serie produzieren. Bisher wurden nur Einzelstücke verkauft – zehn Stück dieser Motorräder sind derzeit auf deutschen Straßen unterwegs. "Die Hoffnung ist, dass wir im ersten Jahr in Europa und in Amerika – von wo es auch bereits Anfragen gibt – 1 000 Einheiten verkaufen." Gerade was das europäische Ausland betrifft, ist der Geschäftsführer guter Dinge, dass es eine große Nachfrage geben wird. "Vor allem in Frankreich, Spanien, Portugal und Italien – das sind klassische Zweirad-Länder."

Wer sich ein eRockit kaufen möchte, muss relativ tief in die Tasche greifen: Knapp 12 000 Euro kostet ein neues Elektro-Zweirad. Andreas Zurwehme verweist aber auch auf attraktive Leasing-Angebote. Dann seien die Motorräder schon für etwa 160 Euro im Monat zu haben.

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