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Naherholung
Gibt es tatsächlich eine versunkene Lok im Börnersee?

Mit einem langen Plakat bedankten sich Kinder der Kita Krümelkiste für die Neugestaltung der Badestelle. Die Wünsche der Kinder wurden bei der Planung abgefragt.
Mit einem langen Plakat bedankten sich Kinder der Kita Krümelkiste für die Neugestaltung der Badestelle. Die Wünsche der Kinder wurden bei der Planung abgefragt. © Foto: Jürgen Liebezeit
Jürgen Liebezeit / 11.12.2019, 18:57 Uhr
Borgsdorf (MOZ) Anlieger Hartmut Brandel ist begeistert von der neuen Badestelle am Börnersee. "Die ist wirklich gut gelungen", lobte er am Mittwoch die Planer und Bauarbeiter bei der offiziellen Freigabe am Ufer des Gewässers. Damit bestätigte er Bürgermeister Steffen Apelt (CDU), der die Neugestaltung als wichtige Maßnahme für Erholungssuchende in Borgsdorf bezeichnete.

Ins Wasser springen wollte angesichts der kühlen Temperaturen aber trotzdem keiner – mit Ausnahme eines kleinen Jungen aus der Kita Krümelkiste. Aber das verhinderten die Erzieherinnen mit einem Machtwort. Die Ideen der Vorschulkinder sind in die Gestaltung der Badestelle an der Uferstraße mit eingeflossen. Sie bedankten sich am Mittwoch mit einem großen Plakat bei Bürgermeister Steffen Apelt (CDU). Denn die Kinder machen oft Ausflüge zum See.

Die neue Badestelle am Nordufer mit Liegewiese hat eine robuste Treppe bekommen und einen barrierefreien Zugang, der allerdings nicht bis ans Ufer führt. Der kleine Sandstrand ist mit Granitsteinen eingefasst. Zuvor war die Badestelle nur schlecht zu erreichen. "Der Boden war abgerutscht", hätten sich viele Anwohner beschwert, berichtet Kai-Uwe John vom Bauamt der Stadt.

Gut 115 000 Euro hat die Stadt in den ersten Bauabschnitt investiert. Im nächsten Jahr wird der zweite Abschnitt geplant. Vorgesehen ist der Bau eines Weges und einer Steganlage mit einer Plattform für Angler. So soll der sensible Schilfgürtel vor dem unkontrollierten Betreten geschützt werden. Derzeit sind durch Trampelpfade und Europaletten mehrere Meter des Röhrrichtstreifens zerstört. Es gibt auch mehrere Lagerplätze. "Bei einer Aufräumaktion haben wir fast ein ganzes Wohnzimmer gefunden"", berichtete der Stadtverordnete Michael Reichert (CDU) aus Borgsdorf.

Die Stadtverwaltung erhofft sich durch den verbesserten Zugang eine bessere Kontrolle durch mehr Spaziergänger. Auch die ausgetrockneten Mulden, die früher als Karpfenteiche dienten, sollen wieder vernässt und mit dem See verbunden werden.

Zweite Bauschnitt Ende 2021

Realisiert wird der Weiterbau im Herbst 2021. Dann ist die Brut- und Vegetationszeit vorbei. Für letzte Maßnahme zur Umsetzung des Freiflächenkonzeptes sind rund 230 000 Euro plus Planungskosten veranschlagt.

Der Börnersee ist keine offizielle Badestelle. Dennoch plant die Stadtverwaltung, die Wasserqualität im nächsten Jahr zu überprüfen.

Das Gewässer zieht nicht nur Badegäste und Angler sowie Jugendliche an, die sich im Sommer gerne in abgeschirmten Ecken treffen. Manchmal werden auch Taucher beobachtet. "Die suchen nach einer versunkenen Lok" berichtet der Borgsdorfer Hartmut Brandel, der regelmäßig zum Baden kommt. Sollte dieses Gerücht tatsächlich stimmen, ist die Lok, die zum Abtransport des Tons diente, möglicherweise bei einem Unwetter Anfang des 20. Jahrhunderts untergegangen. Das Unwetter führte nach Angaben der Planer damals zur Zerstörung der baulichen Strukturen der Ziegelproduktion und der Mühle, die das Wasser aus der Grube pumpte. Die Tongrube lief voll und wird seit Generationen als Badeziel und Erholungsort genutzt. Während der Nordbereich bei älteren Borgsdorfern und Familien beliebt ist, tummeln sich Jugendliche eher im südlichen Bereich, wo es zahlreiche versteckte Plätze gibt.

Der See hatviele Nutzer

Der Börnersee wird auch von der Borgsdorfer Feuerwehr angesteuert. Die Kameraden üben mit dem Schlauchboot Einsätze auf dem See.

Angeblich ist die frühere Tongrube 17 Meter tief. Gemessen hat das aber noch keiner.

Das Gewässer ist auch für den Naturschutz relevant. Es gibt dort war keine seltenen Tiere oder Pflanzen. Dennoch bietet unter anderem der Schilfgürtel des Biotops Brut- und Rückzugsmöglichkeiten für Vögel.

Der See ist etwa 2,4 Hektar groß.

Der Wasserspiegel des zuflusslosen Sees ist in den vergangenen Jahren um einen Meter gesunken. Kai-Uwe John vom Bauamt führt das auf die zwei trockenen und heißen Sommer zurück. "Es verdunstete mehr Wasser, als es regnete", sagte er.⇥zeit

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