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Handball
OHC II verteidigt sensationell den Landespokal

Sie haben es schon wieder getan: Dass sie ein Final-Four spielen können, haben die Spieler des Oranienburger HC II einmal mehr unter Beweis gestellt.
Sie haben es schon wieder getan: Dass sie ein Final-Four spielen können, haben die Spieler des Oranienburger HC II einmal mehr unter Beweis gestellt. © Foto: Stefan Zwahr
Steffen Kretschmer / 05.01.2020, 20:14 Uhr - Aktualisiert 06.01.2020, 12:12
Oranienburg (Moz) In den Schlusssekunden entwickelte sich das Endspiel im Final-Four des Handball-Landespokals zu einem sportlichen Drama, weshalb sich die Spieler der zweiten Mannschaft des Oranienburger HC erst einmal kurz sammeln mussten, als der Abpfiff ertönte. Dann aber rauschte das Bewusstsein in die Köpfe, es tatsächlich geschafft zu haben – schon wieder. "Im vergangenen Jahr war es eine kleine Sensation, weil auch einige Spieler unserer ersten Mannschaft dabei waren. Diesmal ist es für mich eine große Sensation, weil es tatsächlich die reine Zweite war, die gespielt hat. Nur Lasse Scharge war aus dem Drittliga-Team dabei", sagte ein absolut stolzer Präsident, Thomas Stahlberg, am Sonntag. Er hatte ein "tolles und enges Spiel mit einem für mich unwirklichen Ausgang" gesehen. "Es war unfassbar."

Diese Worte umschreiben gut, was sich am zurückliegenden Wochenende in der Potsdamer MBS Arena abspielte. Sowohl am Sonnabend als auch am Sonntag hatte es der Brandenburgligist aus Oranienburg mit einem Oberligisten zu tun. Das zunächst der Lausitzer HC Cottbus mit 24:21 bezwungen werden konnte, war bereits eine Überraschung, und nur die Wenigsten trauten der OHC-Reserve wohl die ganz große Überraschung zu. Bis auf die Spieler selbst, die trotz Rückschlägen immer daran geglaubt hatten, den Pokalsieg verteidigen zu können. "Der Kopf spielt die größte Rolle. Solange man an den Erfolg glaubt, haben Zweifel darin keinen Platz", sagte Erik Hansen.

Der Torhüter war an beiden Spieltagen eine der ganz großen Stützen im Team des Oranienburger HC. Hansen hatte nach einem starken Auftritt im Halbfinale im Endspiel zunächst auf der Bank gesessen, war dann aber wenige Minuten nach der Pause eingewechselt worden. Mit seinen Paraden, darunter zwei gehaltene Siebenmeter, ebnete er den Weg zum Erfolg. Einen zwischenzeitlichen Vier-Tore-Rückstand drehte der OHC drei Minuten vor dem Ende in eine Führung mit drei Treffern. Und auch wenn Altlandsberg 50 Sekunden vor dem Schlusspfiff noch einmal auf 25:24 herankam, die Kreisstädter hielten stand. Michael Schulz hatte zwar den 26. Oranienburger Treffer vor Augen, warf aber vorbei. Doch auch die letzte Gelegenheit der Partie, ein Freiwurf des Oberligisten fünf Sekunden vor dem Ende, verpuffte. "Ich habe den Pokal schon vorher gesehen und wollte nichts anderes mehr", sagte Hansen.

Final-Four-Ergebnisse und Stimmen

Final-Four in Potsdam

Halbfinale, SonnabendMTV Altlandsberg - 1. VfL Potsdam III 30:24 (12:9)

Lausitzer HC Cottbus - Oranienburger HC II 21:24 (10:11)OHC II: Hansen, Dehne - Mikolajski (1), Scharge (4), Öksüz (5), Schröder (4/2), Lautenschläger (1), Pastor (1), Bräsicke, Grunow (2), P. Jaß (1), F. Jaß, Mokracki (5)

Spiel um Platz drei, Sonntag1. VfL Potsdam III - Lausitzer HC Cottb. 29:26 (11:12)

Endspiel, SonntagMTV Altlandsberg - Oranienburger HC II 24:25 (14:13)OHC II: Hansen - Mikolajski, Scharge (3), Öksüz (3/1), Schröder (1/1), Böhlke, Lautenschläger (2), Schulz (4/2), Pastor (7), Grunow (1), P. Jaß, F. Jaß, Mokracki (4)

Erik Hansen, Torhüter OHC: "Es ist absolut positiv zu sehen, dass trotz meiner guten Leistung am Vortag auch die anderen Torhüter mit einbezogen wurden. Ich habe mich deshalb auch für sie unwahrscheinlich gefreut. Dann haben sich die Trainer trotzdem dazu entschieden, mich noch mal einzuwechseln. Dass sich der Kopf in der zweiten Halbzeit bei einem Vier-Tore-Rückstand einschaltet, darf nicht passieren. Ich hatte meine Familie dabei, die mir noch einmal gut zugeredet hat. Von daher war das super, um den Kopf noch einmal freizubekommen."

Philipp Jaß, OHC: "Man muss von einer Sensation sprechen. Ich würde sagen, dass wir zwar alle daran geglaubt haben, aber es trotzdem sehr schwer war. Am Ende so zurückzukommen, war Wahnsinn. Daran hatte ich zwischenzeitlich fast nicht mehr geglaubt. Wenn man das aber immer tut, klappt es. Wenn wir in der ersten Halbzeit etwas mehr Chancen reinmachen, sieht das schon anders aus. Man muss aber auch anerkennen, dass es eine gute Leistung der Torhüter war."

Michael Schulz, OHC: "Den Moment, dass es nicht klappen könnte, gab es nicht. Wir haben immer fest daran geglaubt und haben uns immer gesagt, dass, wenn wir zurückliegen, wir auch weiterhin alles geben. Jetzt haben wir das erreicht, was wir wollten. Ich bin stolz auf jeden Einzelnen."

Thomas Stahlberg, OHC-Präsident: "Man merkt, dass ein absoluter Teamspirit vorhanden ist. In der Mannschaft ist ein unglaublicher Zusammenhalt. Hinten raus hatten wir im Finale noch einmal zuzusetzen, indem wir einen Torwartwechsel vornehmen konnten und Fabio Pastor in die Bresche sprang. Die Mannschaft hat sich das erkämpft. Sie wollte unbedingt dieses Finale spielen und hat schon am Sonnabend gezeigt, dass sie nichts abschenken will. Unsere Jungs haben einfach an den Sieg geglaubt. Das hat man bei uns etwas mehr gesehen als beim MTV Altlandsberg."⇥sz/skr

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