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30 Jahre Elektro Grieben
Spezialist für Smart-Home-Lösungen

Hartmut Grieben (r.) gründete seine Firma 1990, sein Sohn Tino (l.) ist seit 2016 Chef.
Hartmut Grieben (r.) gründete seine Firma 1990, sein Sohn Tino (l.) ist seit 2016 Chef. © Foto: Antje Jusepeitis
Antje Jusepeitis / 07.01.2020, 17:13 Uhr
Lehnitz (MOZ) Auf 30 erfolgreiche Unternehmensjahre blickt die Firma Elektro Grieben am Mühlenbecker Weg 3 in Lehnitz jetzt. Künftig will Firmenchef Tino Grieben neben der Spezialisierung auf smarte Haustechnik den Kundendienst verbessern und noch stärker vor Ort präsent sein.

Mit seinem vor drei Wochen gerade erst geborenen Nachwuchs sieht Tino Grieben die nächste Firmengeneration heranwachsen. In 25 oder 30 Jahren könnte der jüngste Sohn die Leitung des Familienbetriebes übernehmen, so wie sein Papa dies vor vier Jahren getan hat. Denn zum 1. Januar 2016 legte Firmengründer Hartmut Grieben die Verantwortung für sein Unternehmen in die Hände seines Sohnes.

26 Jahre führte Elektromeister Hartmut Grieben, der aus dem Löwenberger Land stammt, zuvor sein mittelständisches Unternehmen erfolgreich. Ganz sicher unter anderem, weil er immer mit der Zeit gegangen ist. Eine Strategie, die sein Sohn übernommen hat. Er setzt auf die KNX-Technologie, die weltweit mit den Komponenten vieler Technikhersteller kompatibel ist.

"Auf diesem Gebiet zählen wir zu den wenigen, dafür zertifizierten Betrieben in Oberhavel". Daher sehen Hartmut und Tino Grieben den Elektrobetrieb gut aufgestellt. Hartmut Grieben schaut dabei im Lehnitzer Büro auf den Handy-Bildschirm vor sich, um zu erkunden, wer gerade an seiner privaten Haustür in Oranienburg geklingelt hat. Die dort installierte Kamera verrät die Antwort.

Mit der intelligenten Gebäudetechnik (KNX) hat Tino Grieben ein zweites Standbein für die Firma aufgebaut. "Inzwischen haben wir 55 Smart-Home-Projekte in Wohnhäusern gehobenen Standards mit Auftragsvolumina von jeweils zwischen 25 000 und230 000 Euro abgeschlossen", bilanziert der 39-Jährige.

Die Turnhalle in Germendorf, ein Niedrigenergiegebäude, nennt er als öffentliches Referenzobjekt. "Hier haben wir die Smart-Technik eingebaut. Die genaue Planung nimmt bei derart komplexen und ausgeklügelten Vorhaben einen immer größeren Raum ein", erklärt der Elektromeister. Dabei sei KNX keineswegs nur auf große Gebäude oder Luxus-Bauprojekte ausgelegt. "Einfamilienhausbauer fragen immer häufiger nach intelligenter Gebäudetechnik. Das ist die Zukunft und derzeit ist da schon viel möglich", sagt Tino Grieben.

Für die mehr als 1 000 Stammkunden gewährleistet Elektro Grieben zudem Dienstleistungen und Reparaturen rund um alle elektrischen Anlagen. "Hier wollen wir im neuen Jahr unsere Kernkompetenz ausbauen und in der Region wieder verstärkt präsent sein, den Kundendienst verbessern und intensivieren", steht auf Tino Griebens Aufgabenplanung.

Diese erledigt er meist im vor 20 Jahren neu gebauten und inzwischen modernisierten Büro in Lehnitz. Besprechungsraum und Ausstellungsfläche erlauben dort seit dem Jahr 2000 eine bessere Kundeninformation und -beratung, bieten Anschauungsobjekte für die KNX-Technologie.

Alles, was an Elektro-Installationen für Bauherren von Bedeutung ist, können sich die Kunden anschauen: Klingel-, Sprech- und Videoanlagen, Schalter und Steckdosen namhafter Hersteller.

Vor allem die Installation von Elektroanlagen in Neubauten bleibt das größte Standbein des Oranienburger Familienbetriebs. Dessen Sekretariat und Buchhaltung managen inzwischen eine Sachbearbeiterin und Tino Griebens Partnerin, Yvette. Diese Aufgaben übernahmen sie von Hartmut Griebens Ehefrau Rita.

Sie steht, ebenso wie ihr Mann, weiter beratend zur Seite, hat sich jedoch aus dem Unternehmen zurückgezogen, seit Sohn Tino die Geschäfte leitet. "Für mich war immer klar: Das will ich, das ist mein Ding", zeigt sich Tino Grieben wortwörtlich elektrisiert für den Beruf und den Betrieb des Vaters.

Vierzehn Angestellte, darunter drei Lehrlinge beschäftigt Elektro Grieben. "Einer unserer Lehrlinge, ein junger Mann aus Syrien, gehört zu unseren Besten und wird seine Lehre wohl früher abschließen können".

Tino Grieben verschweigt dabei nicht, dass es anfangs Vorurteile gegen den Geflüchteten gegeben habe, sowohl im Team als auch seitens einiger Kunden. "Inzwischen wollen viele am liebsten immer mit ihm arbeiten. Er ist auf Zack, kann schon eine Menge, ist pünktlich und will lernen", freut sich Tino Grieben über diese Entwicklung.  Sehr gern würde er den jungen Mann nach der Ausbildung im Betrieb halten: "Wir brauchen gute Fachleute. Aber ob er bleiben möchte, wissen wir einfach noch nicht." Berlin locke und eine Rückkehr nach Syrien sei ebenfalls nicht ausgeschlossen.

Gute Arbeit und eine qualifizierte Ausbildung, darauf richtete auch Hartmut Grieben sein Augenmerk, nicht nur in seiner Firma. 13 Jahre lang war er Obermeister der Elektroinnung Oberhavel. Kümmern will er sich künftig mehr um seinen Garten und seine Jawa 350, die die Familie ihm zum 65. Geburtstag geschenkt hat.

Den Wunsch, eigenständig zu arbeiten, erfüllte er sich selbst, als er am 2. Januar 1990 sein eigenes Unternehmen gründete und mit einem Angestellten gleich Personalverantwortung übernahm. "In der Hildburghausener Straße waren Büro und Werkstatt. Da die Auftragslage sich gut entwickelte, konnte ich gleich im Gründungsjahr vier Beschäftigte einstellen und in den Jahren darauf vier weitere. Bei der Nachfrage nach der Wende war uns schnell klar, dass wir uns vergrößern mussten", blickt Hartmut Grieben zurück. Er gehörte im September 1990 zu den Gründungsmitgliedern der Elektro-Innung Oranienburg.

"Sollte es bei uns einmal eng werden, kooperieren wir mit erfahrenen Kollegen, die uns dann aushelfen und auf die Verlass ist. Überhaupt pflegen wir von Anfang an eine sehr gute Zusammenarbeit der Innungsbetriebe untereinander", erklärt Grieben. Für sein Engagement wurde der 70-Jährige im Juli 2014 mit der Goldenen Ehrennadel der Kreishandwerkerschaft und im Januar 2016 mit der Silbernen Ehrennadel der Handwerkskammer Potsdam ausgezeichnet.

Mehr als 500 Handwerkslehrlinge aus den Landkreisen Oberhavel, Havelland und Prignitz wurden in dieser Zeit durch die Prüfungskommission der Elektroinnung geprüft. Auch in seinem eigenen Betrieb in Lehnitz bildete Grieben regelmäßig Elektro-Lehrlinge aus. Im Herbst 2015 wurde ein Lehrling sogar als Bester seines Jahrgangs von der Handwerkskammer Potsdam ausgezeichnet.

30 Jahre Firmengeschichte, so sind sich Vater und Sohn einig, wären "ohne unsere engagierten und langjährigen Mitarbeiter nicht möglich gewesen."

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