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Gewalt am Arbeitsplatz
Behördenmitarbeiter werden beleidigt, beschimpft und bedroht

Die Personalratsvorsitzende Ricarda Schlötcke der Kreisverwaltung und Oberhavels Landrat Ludger Weskamp unterzeichnen eine Grundsatzerklärung "Null Toleranz" bei Gewalt.
Die Personalratsvorsitzende Ricarda Schlötcke der Kreisverwaltung und Oberhavels Landrat Ludger Weskamp unterzeichnen eine Grundsatzerklärung "Null Toleranz" bei Gewalt. © Foto: Landkreis Oberhavel
Burkhard Keeve / 27.01.2020, 17:18 Uhr - Aktualisiert 27.01.2020, 17:40
Oranienburg (MOZ) Rund 30 Vorfälle – von Beleidigungen bis hin zu Handgreiflichkeiten – verzeichnet die Kreisverwaltung im Jahr. "Wir registrieren leider weiterhin in vielen Bereichen der Verwaltung ein aggressives Verhalten gegenüber unseren Mitarbeitenden", sagte am Montag Oberhavels Landrat Ludger Weskamp (SPD).

Nicht nur im Jobcenter, auch im Jugend- und Sozialbereich, in der Ausländerbehörde oder dem Ordnungsbereich gebe es Angriffe. "Die Gewaltformen reichen von Beschimpfungen bis hin zu Gewaltandrohungen, die das Eingreifen der Polizei erfordern", machte Weskamp deutlich.

Straftaten werden geahndet

Um ein sichtbares Zeichen zu setzen, haben Weskamp und die Personalratsvorsitzende Ricarda Schlötcke am Montag eine gemeinsame Grundsatzerklärung unterzeichnet. Diese wurde erstmalig 2013 unterschrieben und regelmäßig aktualisiert und erweitert. "Wir nehmen das Thema sehr ernst", sagte Weskamp bei der Unterzeichnung. Mit dem Leitsatz "Null Toleranz" richtet sich die Erklärung gegen jegliche Form von Gewalt: Sei diese körperlicher Art und damit gegen Mitarbeitende oder Besuchende der Kreisverwaltung gerichtet oder gegen Gegenstände in Form von Sachbeschädigungen. Dazu zählen beleidigen, beschimpfen, bedrohen, sexuelle Übergriffe sowie jegliche Form von Mobbing und Stalking. "Wir verpflichten uns, Straftaten konsequent zu ahnden und sichern Opfern von Gewalt am Arbeitsplatz darüber hinaus eine professionelle Nachsorge zu. Dazu zählt auch, dass wir für Maßnahmen gegen Gewalt die erforderlichen fachlichen, organisatorischen und finanziellen Mittel zur Verfügung stellen", sagte der Landrat.

Arbeitsgruppe Prävention

Auch die Personalratsvorsitzende Ricarda Schlötcke bestätigte, dass diese Gewalttendenz gegenüber Mitarbeitenden nicht neu und seit Jahren zu beobachten sei. Der Personalrat als Repräsentant der Belegschaft begrüße diese Grundsatzerklärung daher sehr. "Unsere Verwaltung muss ein gewaltfreier Ort sein. Diese Grundsatzerklärung ist ein sichtbares Signal an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch an alle Besucher des Hauses, dass wir uns von Gewalt distanzieren und diese nicht dulden."

Bereits im Jahr 2012 wurde die Arbeitsgruppe "Gewaltprävention" gegründet. Präventiv werden unter anderem Schulungen angeboten, um die Mitarbeiter zu sensibilisieren. Zudem erarbeitet die AG Maßnahmen, die einen verbesserten Schutz der Beschäftigten vor derartigen Übergriffen gewährleisten. So haben die Beschäftigten die Möglichkeit, in schwierigen Situationen unauffällig Hilfe zu rufen.

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