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Waldseeviertel
Reinickendorf will Straßen nach Glienicke mit Blumenkübeln abriegeln

An dieser Stelle könnten bald Blumenkübel verhindern, dass Autofahrer den Schleichweg durchs Waldseeviertel nutzen.
An dieser Stelle könnten bald Blumenkübel verhindern, dass Autofahrer den Schleichweg durchs Waldseeviertel nutzen. © Foto: Jürgen Liebezeit
Jürgen Liebezeit / 13.02.2020, 18:00 Uhr - Aktualisiert 14.02.2020, 12:21
Glienicke/Reinickendorf (MOZ) 30 Jahre nach dem Fall der Mauer soll der motorisierte Verkehr zwischen Brandenburg und Berlin an der Grenze von Reinickendorf zu Glienicke an zwei Stellen unterbunden werden.

In einem fraktionsübergreifenden Antrag hat der Verkehrsausschuss der Reinickendorfer Bezirksverordnetenversammlung am Donnerstagabend einstimmig empfohlen, "umgehend an der Schildower Straße und an der Elsestraße jeweils am Ortsausgang temporäre Modalfilter, zum Beispiel in Form von Blumenkübeln, zu installieren". Damit soll der Durchgangsverkehr von Glienicke und Schildow durch das Waldseeviertel in Reinickendorf unterbunden werden. Die Sperrung ist zunächst als Test geplant. Noch vor der Sommerpause sollen die Auswirkungen bewertet werden. Dazu ist auch eine Bürgerversammlung in Berlin geplant.

Der Sprecher der Bürgerinitiative im Berliner Waldseeviertel hat den Test ausdrücklich begrüßt, Lokalpolitiker aus Glienicke verurteilten nach der Sitzung den Vorschlag. "Das ist eine Katastrophe und egoistisch", sagte Christian Hortien (Bürgerliste). "Damit wird das Problem nur verlagert." Gemeindevertretervorsteher Uwe Klein (SPD) kritisierte, dass es im Vorfeld der Empfehlung keine Gespräche mit politischen Gremien in Glienicke gegeben habe. Er plädierte dafür, gemeinsam eine Lösung zu finden, anstatt Durchgangsstraßen zu sperren. Jörg Rathmer (FDP) war nach der Sitzung sogar sprachlos: "Kein Kommentar, sonst sage ich noch etwas Falsches." Professor Ernst Günther Giessmann (Linke) sieht den Fehler in der Vergangenheit. "Wir haben seit Jahren zugeschaut. Jetzt haben wir den Druck." Denn der Pendlerverkehr werde sich auf die Hauptstraße und die Oranienburger Chaussee (B 96) verlagern. Die Glienicker Grundschule hat sich bereits über die zu erwartende Zunahme des Verkehrs besorgt geäußert. Auch Anlieger der B 96 in Reinickendorf und Berlin befürchten zusätzliche Belastungen.

Die Kübel könnten nach Angaben von Bezirksstadträtin Katrin Schultze-Berndt (CDU) frühestens nach Ostern aufgestellt werden. Unklar ist auch noch, ob der Berliner Senat diesen Verkehrsversuch an der Landesgrenze überhaupt zulässt. Entlastung verspricht sich die Berliner Politikerin durch die Schaltung einer "Grünen Welle" auf der B 96. Diese Idee wird von Berlin und Brandenburg unterstützt. Angesichts der hohen Verkehrsdichte auf der Bundesstraße sei es aber kompliziert, eine "Grüne Welle" hinzubekommen, räumte sie ein. Sie kündigte auch an, den Austausch mit Glienicke zu suchen, um die dortigen Auswirkungen zu erfahren.

Glienickes Bürgermeister Hans Günther Oberlack (FDP) hatte schon im Vorfeld der Sitzung die Abriegelung von Reinickendorf vehement abgelehnt.

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