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Turnier
Kicken für das Herbstcamp der Feuerwehr

Marco Winkler / 16.02.2020, 16:49 Uhr - Aktualisiert 16.02.2020, 17:03
Oranienburg (MOZ) Am Ende setzte sich die Jugend des SV Oberkrämer gegen den Löwenberger SV mit 2:0 durch. Ausgerechnet zum Siegerfoto machte die Technik von Trainer Dirk Ostendorf schlapp. Das jubelnde Gruppenfoto mussten andere knipsen. Der in der Turnhalle des Louise-Henriette-Gymnasiums ausgetragene Bundschuh-Cup, organisiert von der Feuerwehr Germendorf und Unternehmern aus der Region, war ein Spaßevent für den guten Zweck. Acht Teams nahmen teil.

Geld für Herbstcamp

Mit vier Mannschaften fing die Erfolgsgeschichte an, erinnerte sich Germendorfs Löschzugführer Cornel Gratz. "Wir wollten mal etwas anderes machen", sagte er. Nach einem Zwischenspiel in der Torhorst-Schule kam die Turnhalle im LHG – Träger ist der Landkreis – ganz gelegen. "Wir sind froh, dass der Kreis das fördert. Die Konditionen sind günstig." Das Geld fürs Kinderschminken und auf dem Imbissverkauf fließe direkt in die Nachwuchsarbeit der Germendorfer Feuerwehr. "Wir wollen im Herbst ein Camp veranstalten", erklärte Gratz, wohin der Erlös aus dem diesjährigen Cup geht. Der Ort sei noch ein Geheimnis.

Aus den Einnahmen der Vorjahre konnten unter anderem ein Tretauto, eine Hüpfburg, ein Pavillon und ein neuer Anhänger finanziert werden. "Die Firmen legen immer noch etwas drauf", freut sich Gratz über die Unterstützung der Unternehmer.

Luther und Müntzer

Die Gruppierung Bundschuh gibt es seit etwa zehn Jahren. "Wir gucken, was die Feuerwehr sich wünscht und was sie braucht", sagt Alexander Tiesler vom Heizungsbau Tiesler aus Oranienburg. Neun Mitglieder habe Bundschuh. Der Name der Truppe, die sich monatlich mit der Feuerwehr zum Frühstück trifft, ist ungewöhnlich. "Martin Luther hat mit Thomas Müntzer sympathisiert", holt Dieter Wondra vom Gebäudemanagementsystem Putzbär aus Germendorf zur Erklärung aus. "Bis Müntzer anfing, gegen die Kirche zu wettern, waren sie Brüder im Geiste."

Müntzer setzte sich für die Befreiung der Bauern ein. Zu den Aufständen der Landarbeiter, die sich gegen Unterdrückung wehrten, trugen diese als Symbol ihren Bundschuh: ein mit Riemen zusammengebundenes Stück Leder. Müntzer war mit federführend in den Bauernkriegen des 16. Jahrhunderts. "Er war revolutionär", so Dieter Wondra. Die Aufstände wurden niedergeschlagen, Müntzer gefangen genommen, gefoltert und öffentlich enthauptet. Für die Unternehmer zählt der zukunftsorientierte Gedanke.

Zum besten Spieler des Bundschuh-Cups wurde Kath Tim (FSV Germendorf) gewählt, bester Torwart wurde Erik Härtel und bester Torschütze mit sechs Treffern Moritz Aberger (beide Union Klosterfelde).

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