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Hamsterkäufe
Coronavirus sorgt für leere Regale in Oberhavels Supermärkten

Vergriffen: Dosengerichte gehen in den Supermärkte – wie hier bei Rewe in Oranienburg – zurzeit weg wie warme Semmeln.
Vergriffen: Dosengerichte gehen in den Supermärkte – wie hier bei Rewe in Oranienburg – zurzeit weg wie warme Semmeln. © Foto: Tilman Trebs
Tilman Trebs, Odin Tietsche / 28.02.2020, 15:43 Uhr - Aktualisiert 28.02.2020, 20:30
Oberhavel (MOZ) Etliche Menschen in Oberhavel richten sich vorsorglich auf eine mögliche Quarantäne wegen des Coronavirus ein und versorgen sich mit haltbaren Lebensmitteln. Lieferengpässe gebe es bislang aber nicht, heißt es aus den Supermärkten.

"So was habe ich, ehrlich gesagt, noch nie erlebt", sagt Mad­len Turban, Inhaberin der beiden Edeka-Supermärkte in Oranienburg. "Vor allem Konserven, Tütensuppen und Toilettenpapier, aber auch Mehl, Zucker und Backmischungen für Brot sind derzeit sehr nachgefragt und gehen in großen Mengen über das Kassenband."

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Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren am Freitag von früh bis spät damit beschäftigt, die Regale wieder aufzufüllen. Begonnen habe das außergewöhnliche Kaufverhalten bereits am Mittwoch. "Da kam die erste Kundin, weil sie im Radio davon gehört hatte, dass man jetzt bestimmte Waren kaufen sollte, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein", sagte Madlen Turban. Engpässe bei der Warenlieferung gebe es aber noch nicht. "Alles kommt, wie bestellt. Ich habe auch noch nichts anderes von den Zulieferern gehört."

Das Gleiche berichtet Andreas Lück, Betreiber des Oranienburger Rewe-Marktes. "Wir bekommen mehrmals in der Woche Ware und füllen die Regale wieder auf. Es gibt keine Hinweise auf Lieferschwierigkeiten." Am Freitagvormittag klafften in den Regalen für Dosensuppen und Nudeln große Lücken. Einige waren komplett leer. "Klar macht man sich etwas Sorgen", sagte eine Kundin mit einem halben Dutzend Dosenkost im Wagen. René Neugebauer aus Lehnitz sagte, er erledige seinen Wochenendeinkauf bereits am Vormittag, weil er fürchte, dass die Hamsterkäufer die Regale so schnell räumen, dass es nachmittags nichts mehr gibt. Vor einer Epidemie fürchtet er sich nicht. Im Leegebrucher Rewe-Markt können die Kunden seit Freitag ihre Hände desinfizieren. Die Land-Apotheke stellte einen Desinfektionsautomaten zur Verfügung. Verdachtsfälle sind im Landkreis bislang nicht bekannt geworden.

Dennoch nutzen inzwischen Kriminelle die Verunsicherung, um den Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Im Mühlenbecker Land hätte das am Donnerstag sogar beinahe geklappt. Wie Polizeisprecher Stefan Rannefeld am Freitag berichtete, war dort ein 85-Jähriger von einem Unbekannten angerufen worden, der sich als Sohn des Seniors vorstellte. Er habe sich mit dem Coronavirus infiziert und liege im Krankenhaus. Kurz darauf rief ein angeblicher Oberarzt an und erklärte, dass für die Behandlung des Sohnes 22 000 Euro benötigt werden.

Der Senior hob daraufhin tatsächlich die geforderte Summe ab. Zur Übergabe des Geldes kam es aber nicht mehr. Die Schwiegertochter des Seniors hatte von der Geldforderung erfahren und die Polizei informiert. Die Beamten fingen den Senior rechtzeitig ab. Er zahlte das Geld wieder auf sein Konto ein. Die Kripo ermittelt wegen versuchten Betruges.

Zwei 67 und 82 Jahre alte Frauen im Mühlenbecker Land wurden am Donnerstag von angeblichen Enkeln angerufen, die ebenfalls vorgaben, wegen des Coronavirus im Krankenhaus zu liegen. Sie baten um jeweils 100 000 Euro für ihre Behandlung. Die beiden Frauen erkannten den Betrugsversuch allerdings und informierten die Polizei.

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