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Coronavirus
Inzwischen vier Infizierte in Oberhavel – Regelungen für Kitas und Schulen getroffen

Ab kommendem Mittwoch werden Kita- und Schulkinder nur noch in Ausnahmefällen in Oberhavel betreut (Symbolfoto).
Ab kommendem Mittwoch werden Kita- und Schulkinder nur noch in Ausnahmefällen in Oberhavel betreut (Symbolfoto). © Foto: dpa
Tilman Trebs / 14.03.2020, 20:38 Uhr - Aktualisiert 14.03.2020, 21:24
Oberhavel (MOZ) Im Landkreis Oberhavel ist ein weiterer Mann positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilte die Kreisverwaltung am Samstagabend mit. Am Nachmittag traf sich Landrat Ludger Weskamp mit den Bürgermeistern aus Oberhavel, um über die Situation der Eltern von Schul- und Kitakindern zu beraten.

Bei dem inzwischen vierten Oberhaveler Corona-Infizierten handelt sich um einen 52-jährigen Hennigsdorfer, teilte die Kreisverwaltung am Samstagabend mit. Eine Verbindung zu einem der anderen drei COVID-19-Fälle gebe es nicht. Zuvor hatten sich bereits ein 51-jähriger Hohen Neuendorfer, ein 38-jähriger Liebenwalder und ein Grundschüler aus Mühlenbeck mit dem Virus infiziert.

Im Fall des Mühlenbecker Grundschülers wurden am Sonnabend Klassenkameraden und einige Pädagogen in Quarantäne versetzt. "Ein Test auf eine Coronainfektion wird nicht automatisch durchgeführt. Getestet werden begründete Verdachtsfälle, die Symptome einer Erkrankung aufweisen", erklärte die Kreisverwaltung am Abend.

Ab kommendem Mittwoch soll in Oberhavel ein weitreichendes Betretungsverbot für Kita und Schulen aller Trägerschaften bis zum Ende der Osterferien herrschen. Ausgenommen ist davon bislang lediglich die Tagespflege. Extra Regelungen gibt es zudem für behinderte Kinder in Förderschulen. "Das Betretungsverbot wird für einzelne Eltern nicht gelten, sofern sie eine anderweitige Betreuung nicht ermöglichen können und zentrale Aufgaben unter anderem im Bereich der Gesundheit, der Polizei, zentralen Bereichen der Verwaltung oder in der Energieversorgung wahrnehmen", erklärte das Landratsamt.

Die Kinder, die noch in die Kita und zur Schule dürfen, werden in ihren jeweiligen Einrichtungen bleiben. Damit erfüllt der Landkreis Oberhavel eine Forderung des Berliner Virologen Christian Drosten von der Charité. Er hatte die ursprünglich in vielen Kommunen angedachte konzentrierte Notbetreuung in einzelnen Einrichtungen am Sonnabend via Twitter als kontraproduktiv kritisiert. Dieser Einschätzung haben sich nun auch die Oberhaveler Verwaltungschefs angeschlossen. "Entscheidend ist, die Zahl der Kinder in Kitas und Schulen deutlich zu reduzieren. Dabei sollen die wichtigen Bereiche des öffentlichen Lebens funktionsfähig bleiben. Nur so kann die Ansteckungsgefahr deutlich verringert werden", erklärte Gesundheitsdezernentin Kerstin Niendorf.

Die Lehrer sollen in der Regel weiterhin an den Schulen sein, Schülerinnen und Schüler per Telefon oder E-Mail über Unterrichtsinhalte informiert werden und die entsprechenden Arbeiten zu Hause erledigen. "Berufsschülerinnen und Berufsschüler sollen nach Möglichkeit in dieser Zeit an ihren Ausbildungsstätten arbeiten", schlägt der Landkreis vor.

Unklar blieb am Sonnabend allerdings noch, bei wem und in welcher Form die Eltern aus den besagten wichtigen Berufsgruppen ihre Anträge auf Notbetreuung stellen können. "Wir hoffen, das schnell klären und bekanntgeben zu können", sagte Kreissprecherin Ivonne Pelz am Abend dieser Zeitung. Es hänge von der Weisung des Landes ab, die noch nicht vorliege.

Landrat Ludger Weskamp rief die Arbeitgeber am Samstagabend auf, flexible Lösungen für betroffene Mitarbeiter zu finden. Zudem appellierte er: "So schwer es fällt: Alle sozialen Kontakte sollten möglichst vermieden werden. Wir empfehlen deshalb auch, Veranstaltungen möglichst abzusagen."

Aufgrund der hohen Arbeitsbelastung im Gesundheitsamt werden bis auf weiteres alle Schuluntersuchungen abgesagt. Ebenfalls eingestellt wird die Arbeit des Zahnärztlichen Dienstes. Die Mitarbeiter unterstützen die Telefonhotline und andere notwendige Arbeiten im Gesundheitsamt. "Den Kolleginnen und Kollegen in unserem Gesundheitsamt danke ich ausdrücklich. Sie leisten in diesen Tagen großartige Arbeit. Wir wissen, dass sie genau wie alle anderen Beschäftigen im medizinischen Bereich derzeit unter einer besonderen Belastung stehen, um die aktuelle Lage zu bewältigen", sagte Landrat Ludger Weskamp.

Der Landkreis Oberhavel informiert über aktuelle Entwicklungen und Entscheidungen regelmäßig auf der Internetseite des Landkreises unter https://www.oberhavel.de/corona. Wichtige Hinweise zum Arbeitsrecht sind auf den Seiten des Brandenburger Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie veröffentlicht. https://msgiv.brandenburg.de/msgiv/de/start/. Informationen zur Unterstützung der Wirtschaft finden sich auf den Seiten des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Energie: www.mwae.brandenburg.de.

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