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Schutz vor Corona
Polizei greift in Oberhavel streng durch

Polizei und Ordnungsämter verstärken die Kontrollen auch in den Städten und Gemeinden im Landkreis Oberhavel (Symbolfoto).
Polizei und Ordnungsämter verstärken die Kontrollen auch in den Städten und Gemeinden im Landkreis Oberhavel (Symbolfoto). © Foto: Ronny Hartmann
Tilman Trebs / 23.03.2020, 12:57 Uhr - Aktualisiert 23.03.2020, 13:34
Oberhavel (MOZ) Jugendliche Cliquen, Familienfeiern, Grillrunden und sogar Konzerte mit nur zwei Zuhörern – die Polizei hat schon am Wochenende kaum etwas durchgehen lassen, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus in Oberhavel zu unterbinden. Und ab heute wird es noch strenger.

Seit Montag dürfen im Grunde nur noch Familienmitglieder, die im gleichen Haushalt leben, gemeinsam auf die Straße. Ansonsten darf kein Grüppchen aus mehr als zwei Personen bestehen. Auf Spielplätze darf niemand mehr. Die einzigen, die jetzt mehr Präsenz auf der Straße zeigen soll, sind die Polizeibeamten. "Wir haben schon seit vergangener Woche einen erhöhten Kräfteeinsatz", sagte Polizeisprecher Matthias Krüger am Montag. "Die neuen Vorgaben werden in dieser Woche auch streng durchgesetzt."

Etliche Oberhaveler bekamen schon am Wochenende einen Eindruck davon, dass mit den Ordnungshütern nicht zu verhandeln ist – und auch nicht mit den eigenen Nachbarn. In Schildow alarmierten Anwohner am Wochenende die Polizei, weil ein Mann mit seinem Akkordeon am Schildower Wiesengrund die "Ode an die Freude" vor zwei Zuhörern anstimmte. Als die Beamten eintrafen, war das Konzert schon vorbei. "Aber wir hätten es auch beendet", erklärte Polizeisprecher Krüger.

In der Oranienburger Chausseestraße löste die Polizei am Sonnabend eine Familienfeier mit 18 Personen auf, nahm die Personalien der beteiligten Leute auf und schickte alle nach Hause. "Die Personalien gehen ans Gesundheitsamt", erklärte Krüger. Damit sollen gegebenenfalls Infektionsketten nachvollzogen werden können. Außerdem seien für die Ahndung der Vergehen zunächst die örtlichen Behörden zuständig. "Erst bei Versammlungen ab 50 Personen befinden wir uns im Bereich der Straftaten. Dann ermittelt natürlich die Polizei."

So groß waren die angetroffenen Gruppen am Wochenende nicht mehr. In Nieder Neuendorf wurde eine weitere Familienfeier auf einem Wochenendgrundstück beendet. In Velten schritt die Polizei ein, als sechs rumänische Arbeiter im Hof eines Mehrfamilienhauses den Grill anwarfen. In Fürstenberg wurde ein Picknick mit einem Dutzend Personen an der Bahnhofstraße von der Polizei beendet.

In Oranienburg und Beetz wurden Gaststätten geschlossen, die nach der Sperrzeit um 18 Uhr noch Gäste bewirteten. Menschen, die vor Dönerbuden zusammenstanden, wurden von der Polizei zum Infektionsschutz belehrt. Sie mussten sich außerdem voneinander trennen. Das betraf Imbissbesucher in Oranienburg und Zehdenick.

Und auch Treffen von Jugendlichen wurden am Wochenende wieder aufgelöst – unter anderem am Oranienburger Bollwerk und an verschiedenen Orten in der Mittelstraße sowie bei der Sparkasse an der Bernauer Straße. Landrat Ludger Weskamp hatte bereits am Freitag an die Eltern appelliert, mit ihren Kindern über die Situation zu sprechen und zu helfen, solche Treffen zu unterbinden.

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