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Kostenübernahme unklar
Privatfirma aus Hennigsdorf will Menschen auf Corona testen

Seit 2014 ist die Firma OakLabs im aHennigsdorfer Blauen Wunder beheimatet. Die zehn Mitarbeiter liefern Biomarker für die Medikamentenforschung. Jetzt will Geschäftsführerin Dr. Martina Schad auch Coronatests anbieten.
Seit 2014 ist die Firma OakLabs im aHennigsdorfer Blauen Wunder beheimatet. Die zehn Mitarbeiter liefern Biomarker für die Medikamentenforschung. Jetzt will Geschäftsführerin Dr. Martina Schad auch Coronatests anbieten. © Foto: Roland Becker
Roland Becker / 25.03.2020, 22:15 Uhr - Aktualisiert 26.03.2020, 14:28
Hennigsdorf (MOZ) "Wir haben ein voll ausgestattetes Labor und kompetente Mitarbeiter", begründet Dr. Martina Schad, Geschäftsführerin der Hennigsdorfer Firma OakLabs, ihren spontanen Entschluss, in die Coronadiagnostik einzusteigen, indem entsprechende Tests auf das Virus angeboten werden. Gestartet werden soll Ende kommender Woche. Hauptgeschäftsfeld der Firma ist das Herstellen von Biomarkern für die medizinische Forschung. Mit diesen kann die Wirkung von Medikamenten etwa im Bereich der Krebserkrankungen getestet werden.

"50 bis 100 Tests pro Tag wären gar kein Problem. Bei Bedarf könnten wir das optimieren", versichert Schad. Die Coronatests sollen für alle in der Region sein, die Sicherheit haben wollen, nicht infiziert zu sein, für die aber nach den Maßgaben des Robert-Koch-Instituts kein Test vorgesehen ist.

Selbstzahler oder Übernahme durch die Krankenkasse - das ist die Frage

Schad geht davon aus, das der Test zirka 100 Euro kosten wird. Passen muss sie bei der Frage, ob im Fall eines positiven Tests die Krankenkasse die Kosten zumindest teilweise übernimmt.

"Es wäre auch möglich, dass wir für den Landkreis einspringen", bietet Schad die Dienste ihres Labors an. Bislang gibt es, so informiert Kreissprecherin Ivonne Pelz, zwei Abstrichstellen in Oberhavel. Weitere seien in Vorbereitung. Bevor ein Labor einbezogen wird, sei zu prüfen, ob alle medizinischen Vorgaben erfüllt sind. Sie empfiehlt der Firma, Kontakt mit dem Gesundheitsamt aufzunehmen.

Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg und AOK reagieren zurückhaltend

"Coronatests sind kein Wunschkonzert", zeigt sich Christian Wehry, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg, zurückhaltend gegenüber dem OakLabs-Angebot. Die AOK wollte sich nicht dazu äußern, ob sie die Kosten übernehmen würde.

Um Ansteckungsgefahren zu vermeiden, sollen Interessenten nicht direkt ins Labor kommen, sondern sich auf der bereits freigeschalteten Website www.oak­labs.ai/corona/ anmelden. Dort wird das Prozedere erläutert. Wer Interesse hat, kann sich bereits vormerken lassen.

Alle Informationen rund um das Coronavirus in Berlin und Brandenburg erfahren Sie in unserem Blog.

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