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Corona-Pandemie
Schon fast 800 Verdachtsfälle – Oberhavel will Tierheim und Tafel helfen

Vize-Kreisbrandmeister Gerd Ritter nahm am Dienstag eine weitere Lieferung mit Schutzausrüstung entgegen.
Vize-Kreisbrandmeister Gerd Ritter nahm am Dienstag eine weitere Lieferung mit Schutzausrüstung entgegen. © Foto: Landkreis Oberhavel
Tilman Trebs / 31.03.2020, 16:55 Uhr
Oberhavel (MOZ) Weitere Materiallieferungen sind am späten Montagnachmittag beim Landkreis Oberhavel eingetroffen. Insbesondere konnten Desinfektionsmittel und Atemschutzmasken in Empfang genommen werden. Die Materialien hat der Landkreis inzwischen an die Kliniken, den Rettungsdienst und die Feuerwehren verteilt, teilte die Kreisverwaltung zuvor mit.

Landrat Ludger Weskamp dankte zudem demTakeda-Pharmawerk in Oranienburg, dass dem Landkreis 1200 Schutzkittel zur Verfügung gestellt hat. "Das ist ein tolles Beispiel dafür, wie Hilfsangebote in unserer Region schnell und unbürokratisch dorthin gelangen, wo sie momentan am dringendsten gebraucht werden", bedankt sich Landrat Ludger Weskamp für die Hilfe. Die Oberhavel Kliniken hatten zuvor auch weitere Firmen um Unterstützung bei der Versorgung mit Schutzausrüstung gebeten. Gebraucht würden neben Kitteln und Atemschutzmasken auch Rohmaterial wie Folie, Fleece und Leinen, um Ausrüstung auch selbst herstellen zu können.

Die Zahl der infizierten Menschen ist am Dienstag leicht von 101 auf 106 gestiegen, neun von ihnen müssen inzwischen im Krankenhaus behandelt werden. Bei 781 Oberhavelern besteht der begründete Verdacht, dass sie ebenfalls infiziert sein könnten. 547 Menschen wurden bereits negativ auf das Coronavirus getestet, bei 234 Personen steht das Testergebnis aktuell noch aus. Die COVID-19-Fälle verteilen sich wie folgt auf die Kommunen im gesamten Landkreis: Hennigsdorf (19), Hohen Neuendorf (18), Oranienburg (18), Velten (12), Oberkrämer (10), Glienicke/Nordbahn (10), Mühlenbecker Land (5), Birkenwerder (4), Löwenberger Land (3), Leegebruch (4) sowie Liebenwalde, Zehdenick und Amt Gransee (jeweils 1 Fall). In Fürstenberg/Havel und Kremmen gibt es weiterhin keine gemeldeten COVID-19-Fälle.

Weitere Unterstützung gibt es für Eltern in den systemrelevanten Berufen. Für sie gilt seit Montag die Ein-Elternteil-Regelung. Das bedeutet, dass eine Notfallbetreuung in Kitas und Horten auch dann möglich ist, wenn nur ein Elternteil in der kritischen Infrastruktur tätig ist. Fast 60 Anträge auf Notfallbetreuung für Kinder hat der Landkreis am Montag positiv beschieden. Insgesamt nutzen damit fast 1 800 Kinder die Notfallbetreuung, davon knapp 1 400 in Kitas und 340 in Schulen. "Das sind etwa elf Prozent der Kinder, die sonst in Oberhavel in Kitas und Schulen betreut werden", sagte Sozialdezernent Matthias Kahl am Dienstag in Oranienburg. "Damit ist das Ziel, die Gruppen in den Betreuungseinrichtungen zu verkleinern, in Oberhavel erreicht worden."

Geprüft wird im Landkreis Oberhavel außerdem, wie ehrenamtliche Initiativen und Einrichtungen unterstützt werden können, die von keinem Landes- oder Bundesprogramm profitieren. "Wir denken dabei an die Tafel genauso wie an Tierheime oder Einrichtungen des Tierschutzes. Sie alle arbeiten gemeinnützig und verdienen unsere Unterstützung. Wir werden daher gemeinsam mit Kreistagsabgeordneten überlegen, welche Hilfe wir als Landkreis zur Verfügung stellen können und dürfen", sagte Ludger Weskamp.

Der Landrat rief zugleich alle Oberhaveler auf: "Bitte helfen Sie mit, dass die wichtigen Hilfsangebote in unserer Region weiter Bestand haben können und ehrenamtliche Strukturen in unserem Landkreis erhalten bleiben. Denn diese Hilfen sind eine wichtige Stütze unserer Gesellschaft. Denken Sie an Ihre Nächsten, die Gutes tun, und unterstützen Sie sie bitte auch weiterhin mit Ihren Spenden."

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