Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Ja-Wort
Die Braut, die sich trotz Corona traut

Marco Winkler / 05.04.2020, 18:45 Uhr
Vehlefanz/Hennigsdorf (MOZ) Zwei Jahre lang lag das weiße Kleid von Lisa-Marie Mertens (seit dem Wochenende: Lisa-Marie Pitschel) im Schrank, ein Online-Schnäppchen, wie die 36-jährige Erzieherin unumwunden zugibt. "Wir haben hin und her überlegt, ob wir am Sonnabend trotz Corona heiraten sollen", sagte sie im Vorfeld der Trauung. Die engsten Freunde, darunter eine Krankenschwester, eine angehende Ärztin und eine Schwangere, rieten ab. "Wir haben aber gesagt, wir sitzen nicht zu Hause und gucken auf die Uhr. Wir heiraten trotzdem!"

"Corona!" statt "Cheese!"

Die standesamtliche Trauung des Paares aus Vehlefanz fand am Sonnabend in Hennigsdorf statt. Die Eltern der Braut und des Bräutigams, Heizungsbauer Tino Pitschel (37), wussten da seit guten 24 Stunden, was sie erwartet. "Es sollte für alle die große Überraschung werden." Der Familie wollten sie etwas von einer Party für Tinos Mutter erzählen, die am 19. März in Rente gegangen ist. Die Freunde sollten zu einem nachträglichen Geburtstagsbrunch kommen.  Doch es kam anders – und das eheliche Vorhaben sprach sich etwas herum. Einige Freunde bereiteten Sekt, Cupcakes und Ballons vor dem Standesamt vor. Der Fotospruch auf der Trauung wurde abgeändert: von "Cheese!" in "Corona!".

Die meisten Verwandten und dem Paar Nahestehenden wussten da noch nicht, dass sich Lisa-Marie und Tino getraut haben. Abends wurde am Mühlensee eine Videobotschaft gedreht, die per WhatsApp-Nachricht an alle verschickt wurde. "Die freie Trauung wird einfach nachgeholt, wenn die Welt wieder in Ordnung ist", so Optimistin Lisa-Marie.

Die große Feier soll später im Forsthaus Sommerswalde stattfinden. Angezahlt hat das Paar schon. Die Trauung sei  auch aus einem weiteren Grund nicht abzusagen gewesen, sagt die nun verheiratete Lisa-Marie Pitschel. "Lange passt unserem Jüngsten der Anzug nicht mehr." Das Paar hat zwei Kinder: den siebenjährigen Louis und den acht Monate alten Quinn.

Auch die Ringe bekam das Paar noch in letzter Minute zugeschickt. Wegen der Corona-Pandemie und Schließung vieler Geschäfte, konnten die Originale in einem Berliner Schmuckladen nicht mehr fertiggestellt werden. "Wir haben zum Glück die Musterringe aus dem Schaufenster bekommen."

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
Angela Uebetschaer 05.04.2020 - 19:30:00

Trauung

Super

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG