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Finanzierung
Busverkehr in Oberhavel auch ohne Einnahmen gesichert

Weniger Kunden, weniger Einnahmen: Nur 30 bis 40 Prozent des üblichen Fahrgastaufkommens wird bei der Oberhavel Verkehrsgesellschaft derzeit erreicht. Die wenigsten kaufen ein Ticket.
Weniger Kunden, weniger Einnahmen: Nur 30 bis 40 Prozent des üblichen Fahrgastaufkommens wird bei der Oberhavel Verkehrsgesellschaft derzeit erreicht. Die wenigsten kaufen ein Ticket. © Foto: Klaus D. Grote
Klaus D. Grote / 06.04.2020, 17:45 Uhr
Oranienburg (MOZ) Brandenburgs Verkehrsministerium zahlt den kreiseigenen und kommunalen Verkehrsunternehmen, die Busse und Straßenbahnen betreiben, die ÖPNV-Mittel für 2020 in Höhe von 75 Millionen Euro schon jetzt komplett aus. Normalerweise werden die Pauschalen vierteljährlich überwiesen. Doch weil kaum noch Fahrkarten gekauft werden, stehen einige Unternehmen am Rande der Zahlungsfähigkeit. Auch die Oberhavel Verkehrsgesellschaft erhält einen Millionenbetrag.

Erst in der vergangenen Woche hatten die Verkehrsunternehmen wegen Liquiditätsproblemen in einem gemeinsamen Brief an Verkehrsminister Guido Beermann (CDU) gefordert, die ÖPNV-Mittel "in ganzer Höhe vorfristig weiterzureichen". Außerdem wurde verlangt, trotz des reduzierten Angebots, die Beträge für die Schülertickets vollständig zu zahlen. "Wir haben den Brief unterschrieben", sagt Andreas Ernst, Geschäftsführer der Oberhavel Holding, zu der die OVG gehört. Zumindest die erste Forderung wurde nun schnell erfüllt.

"Wir unterstützen die Landkreise und kreisfreien Städte, damit diese ihr ÖPNV-Angebot aufrechterhalten können", sagte Minister Beermann. Für einzelne Unternehmen ist die Lage schon jetzt dramatisch. Die OVG stehe zwar noch vergleichsweise besser da, so Andreas Ernst, "doch lange stehen wir das nicht mehr durch". Die OVG habe zwischen 22. und 29. März lediglich 400 Euro eingenommen. Normal ist ein fünfstelliger Betrag. Seit dem 13. März bleibt die vordere Tür aller 93 OVG-Busse geschlossen. Fahrscheine können in den Bussen nicht mehr gelöst werden. Möglich ist das nur an Automaten in Bahnhöfen oder online per App. Die meisten kreiseigene Verkehrsunternehmen hätten dadurch praktisch keine Einnahmen mehr, sagt Andreas Ernst.

Seit 18. März fahren die Busse, die normalerweise 42 Linien mit insgesamt 1 060 Haltestellen in Oberhavel bedienen, nach dem Ferienfahrplan. Ob das auch nach dem Ende der Osterferien so sein wird, sei noch ungewiss, sagt OVG-Geschäftsführer Holger Winter. Das Fahrgastaufkommen liege während der Coronakrise allerdings bei nur noch 30 bis 40 Prozent des normalen Aufkommens.

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helen pilawa 07.04.2020 - 22:56:47

Busverkehr

Hallo, die Kunden möchten bezahlen, aber die Logistik stimmt nicht. Manche haben passendes Geld in der Hand, gerade auch die Unterwegs zusteigen. Wenn dort ein Kästchen hängen würde, würden auch viele dort ihr Busgeld reinstecken. Mit der App geht es, aber ist für mich nicht schnell zu Bedienen. Die Automaten sind eine Möglichkeit die ich persönlich nutze. Negativ : der Automat ist zu weit weg vom Bus und wenn mann die Fahrkarten kauft, sind sie auch nur für den bestimmten Tag zu benutzen, laut Stempel. Am Anfang habe ich die Fahrkarten für drei verschiedene Tage gekauft, hin und zurück. Dann brauchte ich nicht zur Arbeit kommen an zwei Tagen und 4 Fahrkarten waren im" Eimer" so funktioniert es nicht. Grüsse aus Oranienburg

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