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Fußball
Marc Flohr kehrt zum TuS 1896 zurück

Mobiltelefon statt Taktiktafel: Marc Flohr wechselt die Perspektive und fungiert beim TuS 1896 Sachsenhausen künftig als Sportlicher Leiter.
Mobiltelefon statt Taktiktafel: Marc Flohr wechselt die Perspektive und fungiert beim TuS 1896 Sachsenhausen künftig als Sportlicher Leiter. © Foto: Stefan Zwahr
Stefan Zwahr / 06.05.2020, 07:59 Uhr
Sachsenhausen (MOZ) Der TuS 1896 Sachsenhausen hat einen Nachfolger für den scheidenden Sportlichen Leiter Stephan Lange gefunden. Zur neuen Saison besetzt Marc Flohr das Amt. Dieser gehörte zweieinhalb Jahre dem Trainerteam des Vereins an und hatte sich erst zu Jahresbeginn verabschiedet, um Co-Trainer beim Oberligisten FSV Luckenwalde zu werden.

Luckenwalde kann vom Aufstieg in die Regionalliga und vom Einzug in den DFB-Pokal träumen. Warum verlassen Sie einen solchen Verein?

Marc Flohr: Im Grunde sind es mehrere Punkte. Der Aufwand in Luckenwalde war mit 200 Kilometern pro Einheit sehr intensiv. Das habe ich ein Stück weit unterschätzt. Dazu kommt eine berufliche Veränderung innerhalb der Firma, in der ich noch andere Aufgaben übernehme. Das macht es zeitlich noch schwieriger, die Entfernung darzustellen.

Was sprach dann für eine Rückkehr zum TuS?

Ich habe für mich gemerkt, dass mir Sachsenhausen echt am Herzen liegt. Manchmal muss man etwas verlieren, was man liebt, um zu merken, wie sehr man es liebt. Ich bin der Leitung des TuS sehr dankbar, dass sie diesen Weg mit mir wieder gehen wollen.

Warum wechseln Sie nach so vielen Jahren als Trainer in den Managementbereich?

In Gesprächen mit Stephan Lange habe ich schon in den letzten Jahren immer wieder gesagt, dass ich mir vorstellen kann, die Sportliche Leitung zu machen. Nun ist für ihn der Punkt gekommen, wo er etwas abgeben will. Er kümmert sich aber auch weiterhin um die Gewinnung und Pflege von Sponsoren. Bei den anderen Dingen braucht er Unterstützung. Für mich ist das eine spannende Geschichte, auf die ich Lust habe.

Besteht nicht die Gefahr, dass Sie wenige Monate nach dem Abschied vom TuS noch als Trainer des Teams denken?

Ich glaube, grundsätzlich kann ich das gut unterscheiden. Klar erfolgt ein regelmäßiger Austausch mit dem Trainer, den ich auch in seiner Arbeit direkt unterstützen werde. Wir sind aber auf jeden Fall bemüht, noch jemanden in das Trainerteam zu holen. Wir sind dabei, eine Lösung zu installieren, die uns alle weiterbringt.

Inwieweit sind Sie in die Kaderplanung eingebunden?

Es ist so, dass Stephan Lange schon einen sehr guten Job gemacht hat. Der Kader wurde durch ihn schon gut zusammengestellt. Auch potenzielle Neuzugänge gibt es schon, so sie denn auch zum 1. Juli kommen können oder dürfen. Namen nennen wir natürlich noch nicht. Ich kann mich bei den Planungen einbringen und wir haben noch Gespräche mit Leuten, die ich im Auge habe. Darüber tauschen wir uns mit dem Trainer und der Abteilungsleitung aus.

Viele Leistungsträger des Teams werden aus Altersgründen nur noch wenige Jahre zur Verfügung stehen. Hat der Verein den Verjüngungsprozess aus der Agenda?

Es ist nicht zu verhehlen, dass es bei uns viele Spieler um die oder jenseits der 30 gibt. Die Neuzugänge sind in einem Alter, das deutlich darunter ist. Ziel ist es, den Kader sukzessive zu verjüngen. Das geht nicht von heute auf morgen. Natürlich gucken wir nach jungen Leuten, die wir aufbauen können. Da ist Sachsenhausen ein gutes Pflaster, um Spielzeit zu bekommen. Das sieht man an Leuten wie Erik Beutke.

Der Werdegang von Marc Flohr

Marc Flohr wurde am 19. Mai 1974 in Hannover geboren.

Im Nachwuchs spielte er bei Hannover 96 auch mit Andre Breitenreiter (Ex-Coach von Schalke und Hannover) zusammen. "Danach gab es bei uns durchaus Unterschiede in den Spielklassen", scherzt Flohr. "Für mich war der Sprung zu den Profis nicht möglich. Ich bin aufs Dorf gegangen und habe bis zur Niedersachsenliga gespielt."

Als Außendienstmitarbeiter (Medizinprodukte- Berater) landete er in der Region Berlin- Brandenburg und wohnt seit vielen Jahren im Havelland.

Im Oktober 2009 übernahm Flohr das Traineramt bei Eintracht Friesack (bis Mai 2012). Es folgten die Stationen Grün-Weiß Brieselang (Oktober 2012 bis Juni 2013) und SG Michendorf (Saison 2013/14).

Im Sommer 2014 kam Flohr als Co-Trainer zum MSV Neuruppin, trat dort im Juli 2016 die Nachfolge von Dietmar Bletsch als Cheftrainer an. Persönliche Gründe führten zum Abschied.

Ab Juli 2017 bildete Flohr zusammen mit Oliver Richter das Trainerteam beim TuS 1896 Sachsenhausen. Im September 2019 stieg er nach der Entlassung von Oliver Richter zum alleinigen Cheftrainer auf.

Zu Jahresbeginn verabschiedete sich Flohr aus freien Stücken und wurde Co-Trainer beim Oberligisten FSV Luckenwalde. Dieser wird von seinem früheren Weggefährten Jan Kistenmacher trainiert.

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