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Corona
Kreis stellt auch mehr als 100 Asylbewerber in Lehnitz unter Quarantäne

Auch 103 Asylbewerber der Gemeinschaftsunterkunft in Lehnitz dürfen ihre Quartiere nicht mehr verlassenn. Ein Gebäude unter Quarantäne gestellt (Archivbild).
Auch 103 Asylbewerber der Gemeinschaftsunterkunft in Lehnitz dürfen ihre Quartiere nicht mehr verlassenn. Ein Gebäude unter Quarantäne gestellt (Archivbild). © Foto: Klaus D. Grote
OGA / 12.05.2020, 08:18 Uhr - Aktualisiert 12.05.2020, 19:27
Oberhavel (MOZ) Die Kreisverwaltung hat bereits am Freitagabend auch 103 Bewohner des Asylbewerberheimes in Lehnitz für 14 Tage unter Quarantäne gestellt. Das teilte die Kreisverwaltung am Montagabend mit. Zuvor war bereits in Stolp-Süd die Quarantäne für zahlreiche Flüchtlinge verlängert worden.

In Lehnitz hatte sich zuletzt die Zahl der bestätigten Corona-Fälle von sieben auf neun erhöht. Betroffen sind drei Familien. Sie seien umgehend an einem anderen Standort häuslich isoliert worden, erklärte die Kreisverwaltung. "Für alle anderen 103 Bewohnerinnen und Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft musste am Freitagabend eine 14-tägige häusliche Absonderung angeordnet werden, da der begründete Verdacht besteht, dass sie an Sars CoV-2 erkrankt sein könnten. Sie gelten als Kontaktpersonen, weil nicht ausgeschlossen werden kann, dass Bewohnerinnen und Bewohner im engen Kontakt mit den Erkrankten standen", heißt es in der Erklärung des Landkreises. Die Quarantäneanordnung gilt bis zum 20. Mai.

"Die Quarantäne ist notwendig, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Während der Quarantänezeit werden die Bewohnerinnen und Bewohner von einem Sanitätsteam täglich medizinisch versorgt und ein sogenanntes Monitoring durchgeführt", erklärte Sozialdezernent Matthias Kahl. "Die Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner mit Lebensmitteln haben am Wochenende Mitarbeiter des Landkreises übernommen, die weitere Versorgung wird derzeit organisiert."

In Stolpe-Süd waren nach einer zweiten Reihenuntersuchung in der vergangenen Woche nun insgesamt 18 Neuinfektionen registriert worden. Weil sich die Infektionen auf verschiedene Häuser der Gemeinschaftsunterkunft verteilen und die Bewohnerinnen und Bewohner demnach ebenfalls als Kontaktpersonen der Infizierten gelten, mussten die Quarantäneanordnungen bis zum 21. Mai verlängert werden, erklärte die Kreisverwaltung. Dies gilt für drei der derzeit fünf bewohnten Häuser. In einem weiteren Haus konnte die Anordnung des Gesundheitsamtes bislang nicht ausgefertigt werden, da ein positiv Infizierter tschetschenischer Bewohner des Hauses und dessen Familie nicht zu einem Ortswechsel bereit waren, so dass für die Bewohnerinnen und Bewohner weiterhin Kontakt mit einem Infizierten besteht. "Erst wenn dies nicht mehr der Fall ist, kann die 14-tägige Quarantäne beginnen", erläuterte die Kreisverwaltung. Die Quarantäne für 57 Personen, die eine Corona-Infektion überstanden haben, war bereits zum 6. Mai 2020 aufgehoben worden. Sie können die Unterkunft seit Mittwoch wieder verlassen.

Die Neuinfektionen in der Hennigsdorfer Einrichtung bedingten zudem, dass elf zwischenzeitlich im Wohnheim des Eduard-Maurer-Oberstufenzentrums in Hennigsdorf untergebrachte und negativ auf das Coronavirus getestete Bewohnerinnen und Bewohner nicht wie geplant zurück in ihre ursprünglichen Räumlichkeiten zurückziehen konnten. Sie wurden an einem anderen separaten Standort in Oranienburg untergebracht.

Sozialdezernent Matthias Kahl sprach von einer großen logistischen Herausforderung. Er bedankte sich für die Unterstützung des Kriseninterventionsteams des brandenburgischen Sozialministeriums und etlichen Helfern aus dem Landkreis.

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