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Zählt das Passspiel als Körperkontakt?

Kreissportbund Oberhavel:Geschäftsführer Matthias Senger (links)und der Vorsitzende Frank Müller (rechts)
Kreissportbund Oberhavel:Geschäftsführer Matthias Senger (links)und der Vorsitzende Frank Müller (rechts) © Foto: Tilman Trebs
Steffen Kretschmer / 18.05.2020, 17:24 Uhr - Aktualisiert 19.05.2020, 21:17
Oberhavel (MOZ) "Nach Auffassung des Landkreises Oberhavel sind selbstverständlich Zuspiele mit dem Ball oder auch die gemeinsame Nutzung von Sportgeräten erlaubt, da es sich dabei nicht um Körperkontakte von Mensch zu Mensch handelt." Mit dieser Stellungnahme reagiert der Landkreis auf eine Aussage des Kreissportbundes Oberhavel (KSB). Dieser hatte vor einigen Tagen seine Vereine über Verhaltensweisen informiert, welche für die Wiederaufnahme des Sportbetriebes im Zuge der Corona-Pandemie notwendig sind.

Einer der wohl wichtigsten Punkte in der Eindämmungsverordnung betrifft den verbotenen Körperkontakt, der nach Angaben des KSB auch für Ballsportarten eine besondere Tragweite besitzt. Denn während beim Fuß- oder Handball Freiluft-Einheiten möglich sind, gehe das sonst praktizierte Passspiel nicht in Ordnung. Es sei denn, die Personen stammen aus einem Haushalt. Dieser spezielle Passus sei in der Verordnung des Landes nicht detailliert definiert. "Deshalb habe ich nachgefragt und dann diese definitive Aussage bekommen", sagt Matthias Senger, Geschäftsführer des KSB, der sich die Informationen über das Corona-Bürgertelefon des Landes einholte, auch am Montag noch einmal eine Bestätigung zu diesem Sachverhalt bekam und nun noch auf ein schriftliches Statement wartet.

Der Sportredaktion des Oranienburger Generalanzeigers wurde über diese Hotline ebenso bestätigt, dass jegliches Passspiel in den Einheiten zu unterlassen ist. "Das würde ich so sehen. Grundsätzlich ist es doch so, dass die Kontakte reduziert werden sollen. Auch beim Fußball nimmt man den Ball mal in die Hand und fasst sich danach ins Gesicht", heißt es.

Doch was stimmt nun? Der Leiter des Verwaltungsstabes beim Landkreis Oberhavel, Matthias Rink, sagt: "Wichtig ist es, dass alle Verantwortlichen in den Vereinen die Einhaltung der bekannten Grundregeln absichern und vor allem auch bei der Erarbeitung von Hygieneregelwerken mit Umsicht und Menschenverstand agieren." Es spricht also nichts gegen das Zuspielen von Bällen.

Auch für Anne Engel, Geschäftsführerin des Fußball-Landesverbandes Brandenburg (FLB), ist ein Passverbot in den Einheiten der Vereine komplett neu. "So lange die 1,5 Meter Abstand zwischen den Personen sowie alle anderen organisatorischen und hygienischen Vorgaben eingehalten werden, spricht aus unserer Sicht nichts dagegen, zu trainieren".

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