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Neustart
Die "Alte Lebkuchenfabrik" in Kremmen öffnet wieder

Neues Gesicht, etabliertes Konzept: Katharina Neumann (32) will dem Stil ihrer Vorgängerin Marion Bester treu bleiben.
Neues Gesicht, etabliertes Konzept: Katharina Neumann (32) will dem Stil ihrer Vorgängerin Marion Bester treu bleiben. © Foto: Marco Winkler
Marco Winkler / 22.05.2020, 11:44 Uhr - Aktualisiert 22.05.2020, 18:11
Kremmen Im Januar 2019 schloss Marion Bester nach siebeneinhalb Jahren ihre "Alte Lebkuchenfabrik" in Kremmen und riss damit ein Loch in die Stadt. Nun gibt es eine neue Pächterin: Katharina Neumann will das etablierte Konzept im rustikalen Landhausstil fortführen. Im Sommer sollen Café und Pension wieder öffnen.

Zustande kam das Gründerinnen-Dasein über mehrere Ecken: Vom leerstehenden Gebäude hatte die 32-Jährige von einer Freundin ihres Bruders erfahren. "Ich kannte die Lebkuchenfabrik aus Erzählungen und war selbst schon zu Gast." Als sie zwölf war, zogen ihre Eltern aus Velten nach Kremmen. "Ich bin hier aufgewachsen." Inzwischen lebt sie in Berlin. Beim ersten Besuch als potentielle neue Betreiberin erwarteten sie ein von grünen Ranken zugewachsener Innenhof, alte Fassaden und rostige Möbel. "Es war wie in einem verwunschenen Märchen", erinnert sie sich.

Die Euphorie setzte schlagartig ein. "Aber anfangs war es eigentlich nur eine Schnapsidee. Erst Schritt für Schritt hat sich alles entwickelt." Dabei stand nicht zwingend das Café im Vordergrund. "Mein Traum war schon immer ein eigenes kleines Hotel oder eine Pension." Katharina Neumann kommt vom Fach.

Nach ihrem Abitur am Hedwig-Bollhagen-Gymnasium in Velten ging sie in die Hotelbranche, lernte Hotelfachfrau. "Ich wollte alles von der Pike auf lernen." Gearbeitet habe sie vor allem im Tourismus. Später folgte ein Tourismusmanagement-Studium in Berlin. Die sechs Zimmer in der Berliner Straße 4 sollen ihren Traum nun verwirklichen. "Gedeckte Farben, etwas verspielt – das ist genau meins."

Mit der Wirtschafts-, Innovations- und Tourismusförderung Oberhavel (Winto) nahm sie Kontakt auf, informierte sich, was sie alles als Gründerin mitbringen muss. Sie legte einen Businessplan vor. "Als ich merkte, wie sehr alle hinter diesem Projekt stehen, hat sich meine anfängliche Euphorie bestätigt." Nun ist sie Pächterin. Und sie will im Stil von Vorgängerin Marion Bester bleiben. "Es ist erstaunlich, was sie aus diesem alten Industriestandort gemacht hat." Sie sie froh, das weiterführen zu dürfen. Rustikaler Charme soll das Café weiterhin prägen. "Ich werde wohl nur die Deko etwas reduzieren." Ein wenig müsse sie Café und Pension ihren eigenen Stempel aufdrücken. Ohne dabei Stammkunden zu verprellen. Aber sie will mit etwas frischen Ideen neue Gäste anlocken. "Gebäude und Ambiente sprechen für sich, da muss man gar nicht so viel machen."

Ein festes Datum für die Eröffnung gibt es noch nicht. "Es ist davon abhängig, was alles erlaubt ist zu der Zeit." Wegen der Corona-Pandemie, die aktuell jede Woche neue Änderungen und Lockerungen mit sich bringt, habe sich ihr Plan etwas nach hinten verschoben. "Wir mussten das Projekt erst einmal kurz ausbremsen." Nun startet sie durch. Der Hinterhof biete auch in Corona-Zeiten ideale Abstandseinhaltungen. "Mein Wunsch ist es, Ende Juni zu eröffnen, aber auf jeden Fall noch in diesem Sommer." Noch wartet die junge Unternehmerin auf die Gewerbeanmeldung. "Und ich muss Personal finden, alleine Pension und Café betreiben, ist nicht möglich."

Katharina Neumann freut sich auf ihren Neustart. "Ich werde wirklich von allen Seiten unterstützt, von Familie und Freunden, aber auch von Andrea Busse aus dem Tourismusbüro. Sie ist ganz begeistert, dass hier wieder Leben einzieht." Die Schwärmerei dürfte viele Kremmener anstecken, war doch die "Alte Lebkuchenfabrik" neben Spargelhof und Scheunenviertel immer ein formidabler Ausflugstipp.

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