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Ortsentwicklung
Lehnitz wächst weiter

Debattieren und entscheiden auf Abstand: Der Ortsbeirat von Oranienburgs größtem Ortsteil mit mehr als 3 500 Einwohnern tagt in Corona-Zeiten im großen Saal des Kulturhauses.
Debattieren und entscheiden auf Abstand: Der Ortsbeirat von Oranienburgs größtem Ortsteil mit mehr als 3 500 Einwohnern tagt in Corona-Zeiten im großen Saal des Kulturhauses. © Foto: Friedhelm Brennecke
Friedhelm Brennecke / 23.05.2020, 08:00 Uhr - Aktualisiert 23.05.2020, 21:06
Lehnitz (MOZ) Seit Jahrzehnten liegt das rund 6 000 große Grundstück am Mühlenbecker Weg/Ecke Brieseweg in Lehnitz brach. Spontanvegetation hat das Areal zu einer üppigen Grünfläche gemacht. Grünes Licht gab der Ortsbeirat nach längerer Debatte für die Bebauung des Geländes, das sich inzwischen im Besitz der First Home Wohnungsbau GmbH befindet. Das Unternehmen hat auch die frühere Interfalz-Fläche in der Oranienburger Robert-Koch-Straße entwickelt. Dort entstehen Eigenheime und 14 Reihenhäuser.

Zirka 70 barrierefreie Eigentumswohnungen sollen auf dem Grundstück entstehen. 1 800 Quadratmeter sollen bebaut, recht viel Grün auf dem Areal erhalten oder geschaffen werden. Die Preise für die Wohnungen liegen voraussichtlich bei rund 4 000 Euro pro Quadratmeter. Zuvor gab es schon mal Pläne, dort einen Supermarkt oder Discounter anzusiedeln. "Angesichts der Tatsache, dass in Lehnitz-Ost ja noch viel mehr Wohnungen entstehen, wäre es doch sinnvoll, auf diesem Grundstück auch eine Verkaufseinrichtung mit zu schaffen", regte Heiner Klemp (Grüne) an. "Wollen wir hier wirklich noch so viele Wohnungen entstehen lassen, oder wäre auf dem einzigen dafür in Lehnitz geeigneten Grundstück ein  Supermarkt  nicht sinnvoller?" fragte Christian Studier (SPD).

Wegen des großen Bedarfs an Stellplätzen lasse sich ein Supermarkt und Wohnungsbau auf dem Grundstück, das für beide Nutzungen zu klein sei, nicht realisieren, gab Dr. Karin Stammer, Geschäftsführerin von First Home, zu bedenken. Wären dort denn eventuell Arztpraxen noch möglich, wollte Kathrin Kaiser (Grüne) wissen. Sollte es für Praxen einen konkreten Bedarf geben, könne sie sich das durchaus vorstellen, so Karin Stammer.

"Wir müssen uns jetzt entscheiden. Stellen wir uns gegen dieses Bauprojekt, was unter den zahlreichen Plänen für dieses Grundstück das bisher beste ist, dann wird das Gelände weitere Jahre brachliegen", sagte Ortsvorsteher Matthias Hennig (SPD). Mit fünf Ja- und zwei Nein-Stimmen plädierte der Ortsbeirat für den Aufstellungsbeschluss zum B-Plan 142 "Wohnanlage am Mühlenbecker Weg".

Unabhängig vom weiteren Wachstum von Lehnitz, steht schon lange fest, dass die Friedrich-Wolf-Grundschule wegen der seit Jahren steigenden Schülerzahlen erweitert werden muss. Aus der einzügigen Grundschule wird mehr und mehr eine zweizügige, die schon jetzt einen zusätzlichen Raum im Kulturhaus nutzt. Die Inbetriebnahme des Erweiterungsbaus mit neun Klassenräumen sollte ursprünglich im August dieses Jahres erfolgen. Daraus ist inzwischen März 2022 geworden. Bäume wurden auf dem Schulgelände bereits gefällt. Noch ist aber der Bauantrag in Arbeit. Ziel ist aber auch, mit dem Bau noch im dritten Quartal 2020 zu beginnen. "Wenn weiterhin von einer Bauzeit von 16 Monaten ausgegangen wird, dann dürfte das Fertigstellungsdatum März 2022 kaum zu schaffen sein. Zumindest ist diese Datum äußerst ambitioniert",  sagte  Ortsvorsteher Matthias Hennig.

Umso wichtiger sei es, jetzt mindestens zwei zusätzliche Klassenräume in Modulbauweise zu ordern, sodass diese mit Schuljahresbeginn 2021/22 auch tatsächlich zur Verfügung stehen. "Die benötigen wir unbedingt und mindestens für zwei Jahre", ist sich Hennig sicher. Auch seine Mitstreiter im Ortsbeirat sehen das so. Denn wenn das Bestandsgebäude nach Fertigstellung des Anbaus saniert wird, stehen dort nur neun neue Räume zur Verfügung, gebraucht würden dann aber schon zehn. Dass Container als Übergangslösung für Lehnitz, wie bereits seit vorigem Sommer für Friedrichsthal, unter allen Umständen nötig sind, steht auch in der Fortschreibung der Sozialen Infrastruktur. Genau das fordert der Lehnitzer Ortsbeirat außerdem in einem Antrag für den Sozial- und Bauausschuss.

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