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Berufsbildung
Neue Akademie in Oberhavel geplant

Holger Dreher ist Oranienburgs Behindertenbeauftragter.
Holger Dreher ist Oranienburgs Behindertenbeauftragter. © Foto: Amy Walker
Burkhard Keeve / 25.05.2020, 12:14 Uhr
Oberhavel (MOZ) Im Landkreis soll eine "inklusive Akademie" aufgebaut werden. Das ist das Ziel von Oranienburgs Behindertenbeauftragten Holger Dreher. Mit Hilfe der Akademie sollen "alle Menschen die Gelegenheit bekommen, sich weiterzuentwickeln, egal wie alt und gebildet sie sind, egal ob mit Behinderung oder ohne", sagt Holger Dreher.

Doch er weiß auch, dass behinderte Menschen überproportional häufig von Arbeitslosigkeit betroffen sind. "Das liegt vor allem an den vorhandenen Zugangsbarrieren", so Dreher. Mit der inklusiven Akademie will er dem etwas entgegensetzen. Wie in einer Volkshochschule, die allen Menschen offen steht, soll auch die Akademie für alle zugänglich sein, egal ob mit und ohne Behinderung. Die Lerninhalte seien niedrigschwellig, so Dreher. "Die Menschen sollen aus den Behindertenwerkstätten heraus und in den ersten Arbeitsmarkt hinein." Es gehe in der neuen Lernstätte aber nicht um Berufsausbildungen.

Als mögliche Qualifizierung sieht Dreher zum Beispiel eine Schulung zur Betreuungsassistenz in der Pflege oder als Küchenhelfer. "Oder wir schulen zum Thema Barrierefreiheit. Da sind viele Experten in eigener Sache", so Dreher. Die Akademie will dabei nicht als Konkurrent zur Volkshochschule oder anderen Bildungsträgern auftreten, sondern bietet sich als Kooperationspartner an. "Jobcenter und Arbeitsagentur stehen dem Projekt positiv gegenüber."

So ein Angebot gebe es in Oberhavel noch nicht. Die Idee dazu wurde auf einer Fachtagung zu Inklusion und Teilhabe in der Oranienburger Orangerie im Oktober 2019 geboren. Dort hat Dreher auch seine Partner gefunden (siehe Anhang). Es wird kein abgehobenes Bildungsinstitut entstehen, erläutert Dreher. Die Akademie werde in einem vielfältigen Netzwerk der Sozialwirtschaft in der Region Oberhavel mit ihren vorhandenen Akteuren der Behindertenhilfe und ihren Kooperationspartnern in Kommune, Wirtschaft und Gesellschaft eingebunden sein.

Das Akademie-Projekt wird auss dem europäischen Sozialfonds gefördert. Bis Ende September haben Dreher und sein Team Zeit, ein Konzept vorzulegen, um dann weitere Fördermittel für die Umsetzung zu beantragen.

Offen fürAnregungen

Für Ideen, Anregungen sowie Fragen können sich alle an Holger Dreher  wenden. Telefon: 03301 6006013; E-Mail: dreher@oranienburg.de.

Zur Akademie-Initiative gehören neben Dreher auch Uta Gerber, André Morawski, Regine Rempel und Bernt Renzenbrink.⇥bu

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