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Pandemie
Keine Corona-Infizierten mehr in Oberhavels Flüchtlingsheimen

Nur noch in einem Gebäude der Asylbewerberunterkunft in Stolpe-Süd besteht Quarantäne.
Nur noch in einem Gebäude der Asylbewerberunterkunft in Stolpe-Süd besteht Quarantäne. © Foto: Roland Becker
Burkhard Keeve / 27.05.2020, 16:13 Uhr - Aktualisiert 28.05.2020, 14:23
Oranienburg (MOZ) In den neun Gemeinschaftsunterkünften des Landkreises Oberhavel gibt es aktuell keine Corona-Infizierten mehr. Das bestätigte am Mittwoch Kreissprecherin Ivonne Pelz. Weder in Lehnitz noch in Zehdenick und auch nicht in Gemeinschaftsunterkunft Hennigsdorf gebe es neue Corona-Fälle.

Zuletzt hatte es in den Flüchtlingsunterkünften in Stolpe-Süd 84 Infizierte gegeben. In Lehnitz waren drei Familien mit insgesamt neun Personen betroffen. In Zehdenick wurden der mutmaßliche Angreifer und sein Opfer nach einer tödlichen Messerattacke positiv auf das Coronavirus getestet.

Jetzt sei die Lage vorerst unter Kontrolle. "Alle vormals infizierten Menschen sind bereits genesen", sagte Pelz. Eines der fünf Häuser der Einrichtung in Stolpe Süd stehe aber vorerst noch bis 2. Juni unter Quarantäne. Dort hatte sich ein Infizierter mit seiner Familie geweigert, die Einrichtung zu verlassen. Daher mussten alle Mitbewohner dort als Kontaktpersonen eingestuft und unter Quarantäne gestellt werden. Nachdem der Verweigerer als genesen eingestuft wurde, begann die 14-tägige Frist bis zum Ende der Ausgangssperre. Sie endet am 2. Juni, so Pelz.

"Wir bedauern, dass durch diese Umzugsweigerung für die Bewohnerinnen und Bewohner des betroffenen Hauses die Verlängerung der Quarantäne um zwei Wochen verursacht worden ist", sagte Landrat Ludger Weskamp am Mittwoch. Die Mitarbeiter des Landkreises und des Kriseninterventionsteams des Landes Brandenburg hätten "zuvor alles dafür getan, um die Familie für die Quarantänezeit zum Auszug in eine andere Unterkunft zu bewegen", so der Landrat. "Auf der anderen Seite sind wir sehr froh, dass auch das Infektionsgeschehen in den Gemeinschaftseinrichtungen für Geflüchtete nunmehr bewältigt ist. Die Nachricht, dass es hier derzeit keine mit dem Coronavirus Infizierten gibt, zeigt nicht zuletzt, dass das Handeln des Landkreises – darunter aufwändige Massentests und ein sehr intensives medizinisches Monitoring – in den vergangenen Wochen zum gewünschten Erfolg, nämlich der Eindämmung des Virus in den Gemeinschaftseinrichtungen geführt hat", sagte Weskamp.. Grundlage waren dabei stets die Richtlinien des Robert-Koch-Instituts.

Der Flüchtlingsrat Brandenburg kritisierte erneut die Unterbringung in Heimen. "Die Unterkünfte sind mit dem Infektionsschutz nicht vereinbar", sagte Sprecherin Lotta Schwedler, zudem seien die Menschen schlecht informiert worden. Dem widerspricht der Kreis und verweist unter anderem auf Hinweise in mehreren Sprachen und dem Einsatz des Kriseninterventionsdienstes des Landes. Eine Unterbringung der Infizierten aus den Heimen in Hotels sei nicht umsetzbar gewesen.

Ansonsten blieben die Infektionszahlen im Landkreis unverändert. Zurzeit gelten noch 29 Menschenin Oberhavel als erkrankt. Sieben von ihnen werden im Krankenhaus behandelt. Seit dem Ausbruch der Pandemie wurden bislang 314 Menschen positiv getestet. 277 gelten als geheilt, acht sind verstorben.

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