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Handball
Christian Pahl vom Oranienburger HC fordert eine Entscheidung

Der Sportliche Leiter Christian Pahl und Trainer Silvio Krause können die Vorbereitung nicht abschließend planen. Grund: Niemand weiß, wann die Saison beginnt.
Der Sportliche Leiter Christian Pahl und Trainer Silvio Krause können die Vorbereitung nicht abschließend planen. Grund: Niemand weiß, wann die Saison beginnt. © Foto: Steffen Kretschmer
Stefan Zwahr / 18.06.2020, 07:50 Uhr - Aktualisiert 18.06.2020, 10:25
Oranienburg (MOZ) Die Handball-Bundesliga (HBL) hat sich im Zuge der Corona-Krise einen Neustart im Herbst zum Ziel gesetzt. Das ließ Geschäftsführer Frank Bohmann vor einigen Wochen verlauten. Konkreter wurden die Pläne (zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung) bislang nicht.

Auch zwei Klassen tiefer warten Funktionäre und Spieler gespannt auf Neuigkeiten. "Wir haben überhaupt keine Signale vernommen", bemerkt Christian Pahl, Sportlicher Leiter des Oranienburger HC. Nach Staffeleinteilung, Spielplan und Starttermin befragt, verfällt der zuständige Vertreter der Spielkommission in Galgenhumor. Fragen, wie und wann es weitergehen könne, würden ihm regelmäßig gestellt, berichtet Andreas Tiemann. "Ich will versuchen, diese zu beantworten – aber vorher sage ich die nächsten Lottozahlen."

Der Funktionär aus Nordrhein-Westfalen betont, dass der Verband nicht untätig ist. "Natürlich haben wir unterschiedlichste Gedankenmodelle und Ideen, wann wir anfangen können." Das liege aber nicht in der Hand des Verbandes. "Je nachdem, wann der Start möglich ist, hat das natürlich Auswirkungen auf die Staffeleinteilung und deren Größe." Tiemann betont, dass derzeit niemand sagen können, wie sich die Situation entwickelt. "Wenn wir erst im Januar anfangen könnten, müssen wir uns über Staffeln mit 18 Mannschaften keine Gedanken machen."

Starttermin unklar

Regelmäßig würden beim Verband Übersicht erstellt werden, aus denen hervorgeht, wie die Corona-Situation in Deutschland ist. "Wir müssen schließlich alle 16 Bundesländer berücksichtigen. Die haben unterschiedliche Regelungen. Und dann gibt es noch die Landratsämter und Gemeindeverwaltungen. Jeder Bürgermeister macht seine eigenen Corona-Regelungen."

An Spekulationen, wann die Saison beginnt, will sich Andreas Tiemann nicht beteiligen. Deutschlandweit würde es eine Sperre von Veranstaltungen bis Ende August geben. "Unser erster Spieltag ist am 26. August vorgesehen. Daran ist zu sehen, in welcher Situation wir uns befinden. Genaues wissen wir nicht."

Christian Pahl kann verstehen, dass es für den Verband in Anbetracht unterschiedlicher Eindämmungsverordnungen ("Jeder kocht seine eigene Suppe") und des bundesweiten Verbots von Großveranstaltungen schwer ist, zu einer Lösung zu kommen. Dennoch wird der langjährige Trainer der Oberhavel-Kreisstädter deutlich: "Wie lange will man die Vereine noch im Unklaren lassen? Es ist schade, dass wir so im Stich gelassen werden."

Es sei überfällig zu sagen, dass die Saison frühestens im Oktober beginnen könne. Alles andere sei nach der Ankündigung, dass bis Mitte August in Brandenburg die gültigen Umgangs- und Abstandsregeln Bestand haben, nicht darstellbar. "Ein Start im September mit nur zwei Wochen Vorbereitung ist illusorisch", so Pahl.

Dieser bemerkt, dass die erste Männer-Mannschaft des OHC unter normalen Umständen schon bald in die Vorbereitung starten würde. "Das wiederum macht aber keinen Sinn, wenn die Saison erst im Oktober beginnt. Dann muss die komplette Vorbereitung anders gestaltet und der Matthäi-Cup abgesagt werden. Wir brauchen Klarheit. Eine valide Planung ist so überhaupt nicht möglich." Helfen würde schon, die Teams der 3. Liga wie Bundesligisten zu behandeln. Dann könnte wie in den höheren Ligen normal trainiert werden.

Christian Pahl hält es für möglich, dass die ersten Saisonspiele vor weniger Zuschauern ausgetragen werden. Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit, wie sie für die Bundesliga diskutiert werden, begrüßt Andreas Tiemann, stellvertretender Vorsitzender der Spielkommission, nicht. "Das halten die Vereine nicht durch."

Training in Corona-Zeiten: Ein Überblick

Die Corona-Umgangsverordnung des Landes Brandenburg lässt keinen normalen Trainings- und Wettkampfbetrieb zu.

Eine Lockerung wird von den Vereinen herbeigesehnt. Wann diese kommt, ist ungewiss.

In anderen Bundesländern sieht die Situation anders aus.

In Schleswig-Holstein dürfen seit dieser Woche wieder alle Sportarten mit Körperkontakt betrieben werden. Voraussetzung: Den Gruppen dürfen maximal zehn Personen angehören. Diese Regelung gilt auch in Nordrhein-Westfalen.

Die Hamburger Vereine befinden sich hingegen auf einer mit Brandenburrg vergleichbaren. Training ist möglich, allerdings muss ein Abstand von 2,5 Metern gewahrt werden.

In Mecklenburg-Vorpommern ist seit Montag das sportliche Training im Freien und auf Indoor-Sportanlagen im Freizeit- und Breitensport auch ohne Einhaltung des bisherigen Mindestabstandes von zwei Metern möglich. Die Trainingsgruppen sollen möglichst konstant zusammengesetzt sein. Der Spiel- und Wettkampfbetrieb im Freizeit- und Breitensport kann in kontaktfreien Sportarten ohne Zuschauer wieder aufgenommen werden.⇥sz

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