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SG Vehlefanz
Lässiges Laufen in Oberkrämers Natur

Marco Winkler / 29.06.2020, 16:41 Uhr
Oberkrämer (MOZ) Seit einem Jahr gibt es den wöchentlichen Lauftreff der Sportgemeinschaft (SG) Vehlefanz. Gedacht ist er als naturnahes Freizeitangebot für alle Lauftypen, "für Einsteiger und Wiedereinsteiger", sagt André Cooper Protze aus dem SG-Vorstand. "Anfangs waren wir zwischen 15 und 18", erinnert er sich ein Jahr zurück. "Dann kam der heiße Sommer und viele liefen davon." Einige der Übriggebliebenen schreckte der Winter ab. Im Dunkeln geht es dort mit Stirnlampe durch Oberkrämers Natur. Aktuell laufen sechs bis acht Freizeitsportler mit.

Cornelia Schultze-Berndt, von Anfang an dabei, sieht den Lauftreff als "tolle Ergänzung" zum SG-Angebot. "Ob Anfänger oder langjähriger Läufer, ob jung oder alt, jeder findet einen Laufpartner", sagt sie. Zwischen fünf und zehn Kilometer lang ist eine Tour, eine Stammstrecke gibt es nicht. "Wir nehmen auf jeden Rücksicht", sagt André Cooper Protze. "Jeder hat die Chance, die Strecke zu bewältigen." Deshalb wünscht er sich wieder ein paar mehr Läufer: Damit in Grüppchen in demselben Tempo gelaufen werden kann und niemand das Gefühl bekommt, zurückzubleiben.

Heide Tim kam über ihre Kinder zum Lauftreff. "Meine zwei Jungs, inzwischen 17 und 21 Jahre alt, waren in der Leichtathletik-Gruppe der SG Vehlefanz", erzählt sie. Das ist ein paar Jahre her. "Als die Kinder dann aufhörten, dachte ich, ich mach’s einfach." Mit ihrem großen Sohn nahm sie bei einem EMB-Cup teil. "Da bin ich beim Laufen geblieben", so die 53-Jährige. Am Lauftreff gefalle ihr die Gemeinschaft. "Jeder zieht mit, motiviert den anderen." Tanja Diedrich fand in der Gruppe die Motivation, die sie brauchte. "Ich habe im Januar mit Pudelmütze auf dem Kopf angefangen", erinnert sich die 38-Jährige. Freundin Ivonne Richter (37) schloss sich an. "Das spornt einen an hier", sagt sie.

Doch nicht für alle ist das Laufen in der Gruppe das Wahre. "Für meine Frau war das nichts", sagt Florian Seewald. Der 39-Jährige ist geblieben. "Anfangs waren wir ein zusammengewürfeltes Team." Das sei nun zusammengewachsen. "Es macht einfach Spaß, und man freut sich, wenn man seine Leistungsgrenzen erreicht."

Bei Nils Ebert liegt diese Grenze wohl etwas weiter als bei anderen. Neulich sei er fünf Kilometer in 20 Minuten und 36 Sekunden gerannt, wenn der Redakteur das richtig verstanden hat. Der 18-Jährige ist der Sprinter der Gruppe. "Man kann sich beim Laufen nett unterhalten", sagt er deshalb. Aber mit einem breiten Lächeln im Gesicht. "Er ist unser Streber", necken ihn die anderen. "Aber man kann sich wirklich unterhalten", springt ihm Christiane Britzkow bei. Die 56-Jährige kam auch durch ihre Kinder zum Lauftreff und ist seit vielen Jahren im Verein.

Die Stimmung ist aufgelockert vor dem Lauf, wirkt fast etwas familiär. Maximilian Leschke hat noch einen anderen Grund, teilzunehmen. "Ich mache das als Reha, um mich wieder ans Laufen zu gewöhnen", sagt der 30-Jährige kurz vor der Erwärmung. "Ich habe früher viel Sport gemacht, durch den Beruf ist es weniger geworden." Jetzt startet er langsam wieder durch.

Wegen der Corona-Pandemie gab es übrigens keine Zwangspause, sondern Challenges per WhatsApp, erzählt André Cooper Protze. Wie viele Kilometer wurden in einer Woche gesammelt? Wie viele Kniebeugen schafft jeder? "Das war Motivation aus der Ferne", so Protze.

Beginn des Lauftreffs ist jeweils um 18.30 Uhr. Anmeldungen nimmt André Protze unter 0160 90344472 entgegen.

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