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Beteiligung
Junge Menschen warten auf das Jugendcafé in Oranienburg

Klaus D. Grote / 31.07.2020, 15:59 Uhr
Oranienburg (MOZ) Wenn es um Bürgerbeteiligung geht, stellt sich auch schnell die Frage nach dem Alter. Mindestens 14 Jahre müssen Oranienburgerinnen und Oranienburger sein, wenn sie sich am Bürgerhaushalt beteiligen wollen. "Wir wollen schon mit 12 mitbestimmen", lautete eine der Forderungen des Jugendforums im Februar.

Das Forum war gleichzeitig der Auftakt zur Vergabe des ersten Jugendbudgets. Innerhalb von zwei Jahren stehen dafür 33 000 Euro zur Verfügung. Zwölf Ideen sollen umgesetzt werden, die Herabsetzung des Alters beim Bürgerhaushalt zählt nicht dazu. Darüber müssten die Stadtverordneten entscheiden.

"Die Wünsche sind insgesamt sehr realistisch", sagt die Jugendkoordinatorin Angela Mattner. Die Jugendlichen seien sogar ermuntert worden, freier zu denken.  Von 42 gültigen Vorschlägen kamen die Anschaffung von 3-D-Druckern für die "Bibliothek der Dinge" in der Stadtbücherei sowie eine Straßenlaterne am Spielplatz am Anger in die Umsetzungsliste. Nicht auf die Liste geschafft hat es der mehrfach geforderte Zebrastreifen für die Julius-Leber-Straße, Ecke Melanchthonstraße. Die Umsetzung sei Sache der Bauverwaltung, hieß es. Er hoffe, dass es künftig eine größere Beteiligung beim Jugendbudget gebe, sagte Gero Gewald vom Jugendbeirat.

Träger gesucht

Ein eigenes Budget steht für das künftige Jugendcafé bereit. Auch dazu wurden bei Treffen im Januar und Februar zahlreiche Vorschläge und sehr konkrete Ideen gesammelt. Es wurden kleine Raummodelle gebaut, Farben ausgewählt und Fotos mit Sitzschaukeln für die Schaufenster montiert. "Wann macht das Café denn auf?", wollte Ian wissen, der zusammen mit seinem Freund Derek die sechste Klasse der Waldgrundschule besucht. "Ist das Café umsonst? Kann man da einfach so hingehen?", fragten die beiden Jungs weiter. Angela Mattner erklärte die Idee des Jugendcafés. "Wir wollen einen Raum schaffen, wo ihr euch treffen und unterhalten könnt, einfach chillen oder etwas trinken könnt." Anders als in einem kommerziellen Café wird es keine Verzehrverpflichtung geben, stattdessen können auch mitgebrachte Schulbrote oder Getränke verspeist werden.

Das Café solle in erster Linie ein Aufenthaltsort sein und könne sich stetig entwickeln, sagt Angela Mattner. Projekte könnten von den Jugendlichen selber vorgeschlagen und umgesetzt werden. Für den Betrieb werde noch ein geeigneter Träger gesucht, der mit Ideen und Enthusiasmus das neue Angebot in Oranienburg begleitet.

Jahrelang habe es die Forderung nach einem Jugendcafé gegeben, sagt Angela Mattner. Seit dem zweiten Jugendforum vor zwei Jahren wurde die Idee konkret. Die ehemalige Bankfiliale im Woba-Haus bietet nun viel Platz. Wann das Café eröffnet, konnten Ian und Derek nicht in Erfahrung bringen. "Vielleicht noch in diesem Jahr, hoffentlich aber spätestens im nächsten Jahr", sagte Angela Mattner. Alles hängt von der notwendige Baugenehmigung ab. Momentan dürfen die Räume nicht einmal betreten werden.

Das Interesse an der Zukunft des leeren Ladens ist aber groß. Auch am Mittwoch blieben immer wieder ältere Oranienburgerinnen und Oranienburger stehen, um sich über die Zukunft im Eckhaus zu informieren. Wer wollte, konnte auch eine Frage an Bürgermeister Alexander Laesicke (parteilos) formulieren und in einen Box stecken.

Kommenden Mittwoch stehen Angela Mattner und Christiane Schulz noch einmal vorm Jugendcafé, um über dessen Zukunft und die Formen der Jugendbeteiligung in Oranienburg zu informieren: am 5. August von  15 bis 17 Uhr in der Bernauer Straße 61.

Möglichkeiten zum Mitmachen

Zur Beteiligung von Jugendlichen gibt es in Oranienburg seit 2015 das Jugendforum, das etwa alle zwei Jahre zusammenkommt. Im Februar wurde im Jugendforum erstmals das Jugendbudget bereitgestellt. Bis Mitte März konnten Vorschläge eingereicht werden. Berechtigt zur Teilnahme waren junge Menschen zwischen zwölf und 26 Jahren.

Von 42 Ideen sollen in diesem und im kommenden Jahr zwölf Vorschläge umgesetzt werden. Dafür stehen 33 000 Euro bereit. Maximal 15 000 Euro darf ein Vorschlag kosten.⇥kd

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