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Sommertour
Bürgermeister Filippo Smaldino mischt sich im Mühlenbecker Land unter das Volk

Seit vier Wochen ist Bürgermeister Flippo Smaldino (l.) mehrmals in der Woche mit dem Rad unterwegs, um mit Bürgern ins Gespräch zu kommen. Am Freitag traf er Nicole Liewecke aus Schildow am Kiessee. Begleitet wurde der Verwaltungschef vom Fachbereichsleiter für Bürgerservice und Soziales, Frank Möricke sowie vom Seepächter Volker Apitzsch (blaues Shirt)
Seit vier Wochen ist Bürgermeister Flippo Smaldino (l.) mehrmals in der Woche mit dem Rad unterwegs, um mit Bürgern ins Gespräch zu kommen. Am Freitag traf er Nicole Liewecke aus Schildow am Kiessee. Begleitet wurde der Verwaltungschef vom Fachbereichsleiter für Bürgerservice und Soziales, Frank Möricke sowie vom Seepächter Volker Apitzsch (blaues Shirt) © Foto: Jürgen Liebezeit
Jürgen Liebezeit / 31.07.2020, 18:48 Uhr - Aktualisiert 01.08.2020, 09:08
Mühlenbecker Land (MOZ) Traditionell radelt Filippo Smaldino, SPD-Bürgermeister im Mühlenbecker Land, im Sommer durch seine Gemeinde, um vor Ort mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen. Am Freitag machte er Halt am Kiessee in Schildow.

"Guten Tag, ich bin der Bürgermeister. Ich möchte, dass Sie sich im Mühlenbecker Land wohlfühlen." So spricht der Politiker im grünen Poloshirt die Badegäste an. Allerdings trifft er Freitagmittag nur selten Einheimische. Inzwischen hat sich in Berlin-Pankow herumgesprochen, dass der Kiessee ein bequem zu erreichender Geheimtipp ist.

Eine Ausnahme ist Nicole Liewecke, die mit ihren beiden Kindern am Kiessee entspannt. Die Schildowerin spricht den Bürgermeister direkt an. Es geht um ein Gerücht zur Kita "An der Heidekrautbahn". Dort soll der Leiterin gekündigt worden sein. "Das stimmt nicht", entgegnet der Bürgermeister und klärt die Sachlage auf. Die Leiterin wolle auf eigenen Wunsch die Führung der Einrichtung abgeben, weil geplant sei, dort eine weitere Gruppe unterzubringen. Sie wolle aus Prinzip keine größere Kita leiten, erklärte Smaldino der Mutter und erläuterte die Hintergründe.

Die Gemeinde Mühlenbecker Land ist ein beliebtes Zuzugsgebiet. Jedes Jahr ziehen viele Familien in die vier Ortsteile. "Neben etwa 100 Geburten kommen so jedes Jahr weitere 100 Kita-Kinder zu uns", so Smaldino. In diesem Sommer kommt erschwerend hinzu, dass Eltern von 53 Kindern, die eigentlich eingeschult werden könnten, einen Antrag auf Rückstellung gestellt haben. "Als es noch kein beitragsfreies letztes Kitajahr gab, waren es nur eine handvoll Kinder."

Deshalb hat das Thema Kinderbetreuung für den Bürgermeister höchste Priorität. "Wir prüfen alle Möglichkeiten, mehr Plätze zu schaffen." So sei die Idee entstanden, den großen Mehrzweckraum, der auch von Vereinen oder für Veranstaltungen genutzt werden kann, zum Gruppenraum umzufunktionieren. 23 weitere Kinder können dort betreut werden. Zurzeit läuft das Genehmigungsverfahren.

"Bis Juli nächstes Jahres ist der Platzbedarf für derzeit 106 Kinder noch nicht gedeckt", verdeutlicht Frank Möricke das Dilemma der Verwaltung. Der Fachbereichsleiter für Soziales und Bürgerservice begleitete am Freitag den Bürgermeister bei der Sommertour.

Filippo Smaldino ist dankbar, das Gerücht um Kita-Leiterin Heidi Baum aus der Welt geschafft zu haben. Genau solche Momente sind es, für die er den Kontakt zu den Einwohnern direkt herstellt. "Manchmal spreche ich die Menschen auch direkt am Gartenzaun an oder klingel an der Haustür. Das Feedback ist meistens positiv." Smaldino bekommt so ein anderes Bild von seiner Gemeinde. "In den sozialen Netzwerken wird überwiegend Negatives zur Schau gestellt. Dabei entsteht vieles nur durch Fehlinformation oder Unwissenheit. Die Realität außerhalb von Facebook und Co ist eine ganz andere", sagt der Bürgermeister, der es schade findet, "wenn bewusst Missmut gestreut wird".

Übrigens: die Gemeinde sucht in allen Ortsteilen dringend Tagesmütter- und Tagesväter. "Wer keine geeigneten Räume hat, bekommt von uns Unterstützung", verspricht Smaldino. Ein Anruf im Rathaus genüge.

Zufrieden zeigte sich der Bürgermeister mit der Arbeit des Seepächters. Volker Apitzsch von "Beach Zone" begleitete Filippo Smaldino, der auch eine Ausbildung zum Rettungsschwimmer absolviert hat, bei seinem Gang rund um den See. Der Verwaltungschef lobte die Sauberkeit auf dem Gelände und das Engagement des Pächters, auf die Abstands- und Hygieneregeln zu achten.

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