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Alte Motorräder
Oldtimerfreunde organisieren Ausfahrt und Ausstellung in Stolpe

Heike Weißapfel / 01.08.2020, 09:03 Uhr - Aktualisiert 01.08.2020, 12:42
Stolpe (MOZ) Corona hat sie buchstäblich ausgebremst und ihre Hoffnungen auf die Mai-Ausfahrt verpuffen lassen. Umso mehr freuen sich die Freunde alter Zweiräder und Autos auf ihre nächste Tour. Am 30. August soll es in Stolpe endlich wieder losgehen. Zuvor haben die Freunde restaurierter, blitzblanker, gut geölter historischer Fahrzeuge wieder Gelegenheit zum Gucken.

Der 69-jährige Glienicker Christoph Dietrich setzt sich mit Vorliebe auf seine Zündapp DB 201. Die habe ihn 1971 in der Pfalz 50 DM gekostet, erzählt er. Der Oldtimer-Fan Bertram Thomas aus Oranienburg bevorzugt eine Motobecane D 455.

Der Hohen Neuendorfer Olaf Gabriel liebt seine Jawa 350. "Von Jawa 350 besessen, von Jugend an", sagt der 69-Jährige lachend. "Jawa von 18 bis 24, dann Trabi, nun wieder Jawa. Die war schon zu DDR-Zeiten Kult. Wer so eine Maschine hatte, der hatte die besten Freundinnen", ist er überzeugt.

Besonderes Geschenk

Manfred Oecknick nickt. Er hat ebenfalls eine Jawa 350, aber der Hennigsdorfer ist inzwischen auch sehr gerne auf seiner Simson unterwegs. "Das Hobby steht ganz vorne", sagt Oecknick. Aber dann setzt er hinzu: "Nach meiner Frau Brigitte." Denn so eine Simson hat der Mecklenburger, der inzwischen längst in Hennigsdorf zu Hause ist, schon gehabt, als er 1966 seine Frau in Lenz am Plauer See im Ferienlager kennengelernt hat und sie diese "beste Freundin" wurde. Das Gefährt von damals ist es nicht mehr, und doch etwas ganz Besonderes. Sein Sohn hat ihm zum 50-jährigen Jubiläum dieses Kennenlerntages dasselbe Modell mit Gravur im Tankdeckel geschenkt und so den Grundstein für das Hobby seines Vaters überhaupt erst gelegt. Der 74-jährige Manfred Oecknick war auch von Beruf Mechaniker und freut sich immer, wenn er seinen Oldtimerfreunden mit dem Anfertigen von Ersatzteilen dienlich sein kann.

"Durch die Einschränkungen kam ja die ganze Branche fast zum Erliegen", sagt Bertram Thoms. "Die Märkte, wo wir in alten Kisten stöbern können, fehlten einfach. Das Register, was man alles so braucht, existiert im Kopf und taucht dann auf. Das ist was anderes, als Sachen gezielt im Internet zu suchen", beschreibt Thoms die Schwierigkeit.

"Wir sind alle ganz ausgehungert und sehnen uns nach dieser Ausfahrt", sind sich alle einig. Die Organisatoren erwarten, dass es den etwa 50 erwarteten Teilnehmerinnen und Teilnehmern genauso geht. Viele haben ihr Kommen schon zugesagt. Traditionell sind etwa zwei Drittel mit Mopeds und Motorrädern dabei, die anderen in historischen Autos.

Eine Rolle mit Aufklebern liegt bereit, jeder, der mitfährt, soll einen zur Erinnerung haben. Treffpunkt für die 100 Kilometer lange Ausfahrt ist am 30. August um 9.30 Uhr am Stolper "Dorfkrug". Wenn alle genug geschaut haben und alle "Schraubergespräche" geführt sind, ist um 11.30 Uhr Abfahrt.

Diese achte Tour führt zunächst in Richtung Falkensee-Finkenkrug, wo Station am "Hexenhaus" gemacht wird. Ein sogenannter Lumpensammler begleitet die Fahrt, für den Fall, dass jemand unterwegs eine Panne hat. Es geht im Landkreis Havelland durch Paaren im Glien weiter und über Vehlefanz zur Marwitzer Gaststätte "Saubucht" im Krämer Forst und nach der Rast zurück über Velten, Borgsdorf und Birkenwerder wieder nach Stolpe, wo die Gruppe dann aber meistens schon viel kleiner ist, weil manche bereits  abgebogen sind.

Denn die Oldtimerfreunde kommen aus allen Hohen Neuendorfer Nachbarorten und sogar aus Bernau und Schönwalde (Barnim) zusammen. Ein Quiz mit zehn zum Teil kniffligen Fachfragen haben die Organisatoren vorbereitet.

Wer bei der Tour dabei sein möchte, kommt einfach vorbei.

Die Oldtimerfreunde sind kein Verein. Sie treffen sich jeden zweiten Donnerstag im Monat zu ihren Werkstattabenden, zum Fachsimpeln oder um kurze Technikfilme anzuschauen in der Schützenstraße 1 in Hohen Neuendorf. Wer Näheres wissen möchte, kann unter 0172 7252696 Kontakt aufnehmen.

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