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Helfer finden künftig lebenswichtige Details über Patienten in deren Kühlschränken

Senioren
Notfall-Infos aus der Dose

Hat 500 Stück vorrätig: Sandra Dorsch, die Seniorenbeauftragte der Gemeinde Grünheide, zeigt die neue Notfalldose. Im Innern steckt ein Info-Blatt für Retter.
Hat 500 Stück vorrätig: Sandra Dorsch, die Seniorenbeauftragte der Gemeinde Grünheide, zeigt die neue Notfalldose. Im Innern steckt ein Info-Blatt für Retter. © Foto: MOZ/Manja Wilde
MOZ / 17.12.2017, 20:15 Uhr - Aktualisiert 17.12.2017, 20:35
Fürstenwalde/Erkner (MOZ) Die Idee ist einfach und genial: In einer Notfalldose sollen Rettungskräfte bald wichtige Informationen zu Krankheiten und Kontaktpersonen von Patienten finden. Aufbewahrt werden soll sie im Kühlschrank. Der Kreisseniorenbeirat arbeitet an der kreisweiten Einführung. Mancherorts gibt es sie schon.

Im Büro von Grünheides Seniorenbeauftragten Sandra Dorsch stehen mehrere Pappkartons. 500 der neuen Notfalldosen hat sie geordert. Ab heute können sie für 1,55 Euro pro Stück am Info-Schalter im Grünheider Rathaus erworben werden. "Unsere Seniorenbeiratsvorsitzende, Hildegard Seidel, hat davon kürzlich bei einer Sitzung in Beeskow erfahren", erklärt Sandra Dorsch.

In Sieversdorf verteilte Bürgermeister Detlef Gasche die Dosen bereits zur Seniorenweihnachtsfeier. In Fürstenwalde informierte Hans-Christian Karbe, Vorsitzender des Seniorenbeirats, kürzlich im Sozialausschuss darüber. Und Hannelore Buhl, die Vorsitzende des Erkneraner Seniorenbeirats, hat sie auch schon - die Dose.

Aber was genau ist das eigentlich? Das Kunststoff-Gefäß mit Deckel hat die Größe einer Cola-Dose. In ihm steckt ein Zettel. Der Besitzer der Dose trägt darauf Name, Anschrift, Geburtsdatum und Allergien ein; kreuzt an, welche Krankheiten er hat und wer im Notfall kontaktiert werden soll. Wo Medikamente und Patientenverfügung liegen, wird ebenfalls abgefragt. Damit die Retter die hilflose Person identifizieren können, ist ein Passbild aufzukleben. Das Suchen nach Dokumenten im Haus, bei dem wichtige Zeit vergehen kann, entfällt. Aufkleber an der Innenseite der Haustür und auf dem Kühlschrank weisen Helfer auf die Notfalldose hin.

Die Dose stößt auf Zustimmung. "Ich habe schon in der Dienstberatung 10 Stück verkauft", sagt Sandra Dorsch. Dass es die Dosen gibt, hat der Kreisseniorenbeirat bekannt gemacht. Der Fürstenwalder Hans-Christian Karbe ist dessen stellvertretender Vorsitzender. Im Fürstenwalder Sozialausschuss warb er um Förderung seitens der Stadt, damit sich jeder die Dose leisten könne. "Es darf Werbung drauf stehen", sagte Karbe.

"Abgestimmt mit dem Kreisseniorenbeirat arbeitet die Kreisverwaltung daran, Notfall-Dosen für Senioren kreisweit einzuführen", teilt Kreissprecher Mario Behnke mit. Details sollen im Sozialausschuss am 9. Januar erörtert werden. Hannelore Buhl hat ebenfalls über den Kreisseniorenbeirat von der Dose erfahren. Sie will im neuen Jahr auf die Stadtverwaltung Erkner zugehen und fragen, ob ein Zuschuss denkbar sei.

Der Woltersdorfer Seniorenbeirat ist in Verhandlung mit der Apotheke im Ort, sagt Ursula Porth. Die Apotheke werde die Dosen verkaufen und vertreiben. Vorgesehen ist, dass sie sogar einen Teil der Kosten übernimmt. Eine Dose koste regulär um die zwei Euro. Vorstellbar sei auch, dass sich Hausärzte und Pflegestellen beteiligen. Die genauen Modalitäten sind noch nicht geklärt. Start soll im Januar sein. Die Gemeinde müsse noch ihr Okay geben.

Der Schöneicher Seniorenbeirat berät derzeit, ob er eine Aktion zur Notfall-Dose anschieben wird und wie diese ausgestaltet sein soll, teilt Bürgermeister Ralf Steinbrück mit. Nachgedacht wird über die kostenlose Abgabe über den Beirat. Bestellt ist noch nichts, das könnte aber kurzfristig geschehen.

Die Dosen lassen sich ab einer Zahl von drei Stück auch im Internetbestellen. Dort kostet das Dreierpack allerdings 14,70 Euro, sagt Sandra Dorsch.

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