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Bedarf von Schulen und Vereinen steigt weiter / Planungsbüro stellt im Sozialausschuss Maßnahmen vor

In Sporthallen wird es eng

Annemarie Diehr / 12.01.2018, 19:54 Uhr
Fürstenwalde (MOZ) Die vorhandenen Sportstätten in der Stadt werden dem künftigen Bedarf nicht gerecht. Das ergibt eine Analyse der Idas-Planungsgesellschaft aus Luckenwalde. Notwendige Maßnahmen wurden am Donnerstag den Mitgliedern des Sozialausschusses aufgezeigt.

Grün und violett, mal oval, mal eckig sind die Flächen, auf die Erik Haase von der Planungsgesellschaft Idas aus Luckenwalde deutete. Würden aus ihnen neue Kunstrasenplätze und Multifunktionsspielfelder werden - die Stadt müsste 5,4 Millionen Euro investieren.

Die Summe deckt sich beinahe mit der, die vor gut zwei Jahren am Ende der Wunschliste der Fürstenwalder Vereine stand. Damals durften sie Vorschläge für Bauprojekte machen, die die Grundlage für ein städtisches Sportentwicklungskonzept bilden sollten. Im Sommer 2016 wurde dann doch ein Planungsbüro mit der Erstellung beauftragt; nach vorangegangener Analyse der vorhandenen Sportstätten stellte das im Sozialausschuss am Donnerstag eine Liste notwendiger Maßnahmen vor.

Denn: Insgesamt sei Fürstenwalde im Bereich der Sportstätten zwar gut aufgestellt, wie Projektleiter Erik Haase sagte. Einige seien aber aufgrund ihrer Mängel kaum nutzbar. Außerdem verheiße die aktuelle Bevölkerungsprognose höher Schülerzahlen und damit mehr Sportler. Schon jetzt ermittelte Haase für derzeit rund 6500 Vereinsmitglieder und 5432 Fürstenwalder Kinder- und Jugendliche (Stand 2016) fehlende Kapazitäten in Sporthallen und auf Spielfeldern.

Um dem aktuellen Bedarf gerecht zu werden, werden zusätzlich 1085 Quadratmeter Hallenfläche benötigt. Bei einer gängigen Gebäudegröße von 405 Quadratmetern entspricht dies knapp drei benötigten Hallen - oder, wie es im Fachjargon heißt, "Anlageeinheiten". Im Jahr 2030 wären es laut Prognose 4,56 fehlende Hallen. Kurzfristig empfiehlt Erik Haase den Neubau von nur einer Halle. "Man muss sehen, ob sich der künftige Bedarf durch zusätzliche Außenanlagen reduziert", begründete er. Mit dem für das geplante Schulzentrum in Süd vorgesehenen Neubau einer Zweifelderhalle ließe sich das Problem auf kurzem Wege lösen - vorausgesetzt, der Kreis öffnet sie in den Nachmittagsstunden für den Vereinssport. Entsprechende Gespräche laufen zurzeit mit allen Kommunen im Landkreis. "Die Rahnschule plant den Bau einer Sporthalle und ist bereit, sie ab 16 Uhr Vereinen zur Verfügung zu stellen", sagte Bürgermeister Hans-Ulrich Hengst.

Dringend notwendig und als Neubau-Maßnahme empfohlen ist zudem ein kombinierter Kugelstoß- und Beachvolleyball-Platz auf der Sportanlage Frankfurter Straße. "Dadurch können Kugelstoßen oder Weitsprung parallel mit Laufdisziplinen durchgeführt werden", erklärte Erik Haase. Der Sportplatz wäre damit für mehrere Schulklassen gleichzeitig nutzbar - im Schulsportbereich besteht in Mitte der größte Nachholbedarf. Für die Fläche an der EWE-Sporthalle sieht das Sportstättenentwicklungskonzept daher eine "multifunktionale Schul- und Freizeitsportanlage" vor.

Das Friesenstadion, das Sportforum Pneumant in Süd und das Rudolf-Harbig-Stadion in Nord sollen als Sportschwerpunkte gestärkt werden. Dort empfiehlt Haase auch den Neubau von zwei dringend benötigten Sportplätzen. "Der kaum nutzbare Hartplatz könnte in einen Kunststoffrasenplatz umgewandelt werden", sagte er zum Fußball-Standort Friesenstadion. Ein 70 mal 109 Meter großes neues Spielfeld schlägt er auch für das Pneumant-Forum vor.

Die Ausschussmitglieder befürworteten das Konzept, stellten aber die Frage der Finanzierung in den Raum. Es handele sich um einen Investitionszeitraum von sechs Jahren, sagte dazu Hans-Ulrich Hengst. "Wenn es einen Beschluss des Konzepts durch die Stadtverordneten gibt, müssen wir auch nach anderen Finanzierungsmöglichkeiten suchen." Klar sei auch: "Ohne den Landkreis geht es nicht".

Handlungsdruck bestehe laut Haase in erster Linie bei den Schulsportstätten: "Noch sind sie sanierbar". Schreitet ihr Verfall aber weiter voran, würde diese Maßnahme nicht mehr helfen.

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