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Haushaltsdebatte
Amt wertet Gedenkstätte auf

Schutz durch mehr Aufmerksamkeit: Gedenkstätte Jamlitz nach den Anschlägen auf die Stelen im Mai 2016
Schutz durch mehr Aufmerksamkeit: Gedenkstätte Jamlitz nach den Anschlägen auf die Stelen im Mai 2016 © Foto: Jörn Tornow/MOZ
Jörg Kühl / 14.02.2018, 06:45 Uhr
Lieberose (MOZ) Die Amtsverwaltung Lieberose/Oberspreewald steckt in diesem Jahr mehr als eine Million Euro in die Sanierung der Turnhalle in Straupitz. Politisch wichtigster Posten ist die Erweiterung der Gedenkstätte in Jamlitz. Die Feuerwehr erhält eine neues Fahrzeug, das rund 290 000 Euro kostet.

Seit 15 Jahren wird über eine Weiterentwicklung des Gedenkorts für die Opfer des KZ-Außenlagers Lieberose in Jamlitz inhaltlich gerungen. Im Jahr 2016 wurde im Rahmen eines Architektenwettbewerbs den Ideen Gestalt gegeben. In diesem Jahr endlich sollen die Bauarbeiten in Jamlitz beginnen. 274 000 Euro stehen als Investition im Raum, die Summe wird von Land und Landkreis getragen. Das Amt ist für die Bauvorbereitung und -überwachung verantwortlich.

In einem ersten Bauabschnitt, der bis Sommer realisiert werden soll, entsteht eine Freiluftausstellung, die an die Massenerschießung der „nicht marschfähigen“ jüdischen Lagerinsassen vorwiegend ungarischer Herkunft im Zuge der Liquidierung des Lagers im Februar 1945 zum Thema hat. In einem zweiten Bauabschnitt soll ein ehemaliges Wohnhaus, das nach dem Krieg in der Nähe des mutmaßlichen Platzes der Massenerschießung errichtet worden war, zu einem Seminarplatz ausgebaut werden.

Das größte Investitionsvorhaben ist die Sanierung der Turnhalle in Straupitz. Hierfür sind in Summe rund 1,7 Millionen Euro vorgesehen, in diesem Jahr allein rund 1,2 Millionen Euro. Das Amt ist mit einem Gesamt-Eigenanteil in Höhe von 426 600 Euro mit im Boot. Hinzu kommen für dieses Haushaltsjahr rund 30 000 Euro für die Turnhallen-Ausstattung.

Mit 366 000 Euro ist ein weiterer großer Investitionsposten dieses Jahres für die Feuerwehr im Amt Lieberose/Oberspreewald vorgesehen. 290 000 Euro kostet allein ein Fahrzeug für die Stützpunktfeuerwehr. Dazu steuert das Land allerdings 140 000 Euro bei. 35 000 Euro hat das Amt für zwei gebrauchte Feuerwehrautos reserviert, die je nach Bedarf an die Ortswehren verteilt werden sollen. 30 000 Euro sind für die Verbesserung der  Löschwasserversorgung vorgesehen. 150 000 Euro muss die Amtsverwaltung aufbringen, um das Dach des Verwaltungsgebäudes in Straupitz zu sanieren. 96 500 Euro in zwei Jahresscheiben sind für die Sanierung und Modernisierung der Kita Neu Zauche vorgesehen. Hier wird unter anderem die WC-Anlage und die Küche erneuert. Die Kita Straupitz erhält für 15 000 Euro Schall- und Sonnenschutzeinrichtungen.

Laut Amtsdirektor Bernd Boschan ist die Erweiterung der Gedenkstätte in Jamlitz politisch gesehen das wichtigste Vorhaben der Amtsverwaltung in diesem Jahr. Die wiederholten Anschläge auf die Gedenktafeln im Jahr 2016 hätten deutlich gemacht, wie wichtig eine Aufwertung der Stätte sei, die ein würdiges Gedenken an die zahlreichen Opfer ermögliche.

Der Ort, an dem der zweite Bauabschnitt geplant ist, ging im Jahr 2009 durch die Weltpresse. Anlass waren archäologische Grabungen nach den Überresten von mehr als 700 Opfern, die immer noch als vermisst gelten. „In die Planung für die Erweiterung der Gedenkstätte fließen auch Erkenntnisse aus der der damaligen Bodenerkundung mit ein“, erläutert Amtsdirektor Boschan. So spiele etwa der Grundriss einer Lagerbaracke bei der Konzeption der neuen Freiluft-Ausstellung eine Rolle. Der erweiterte Gedenkort werde auch einen Platz für die Ablage von Blumen, Kränzen und Gebinden erhalten.

Wie die Kämmerin des Amts, Petra Ulbrich, mitteilt, steigt der Hebesatz für die Amtsumlage geringfügig von 59,93 Punkte auf 60,08. Punkte. Der Amtshaushalt sei ausgeglichen. Die Einnahmen seien im Vergleich zum Vorjahr etwas komfortabler. Dies liege unter anderem an besseren Umlage-Grundlagen (Steuern, etc.). Das Amt versieht bestimmte Pflichtaufgaben der amtsangehörigen Gemeinden. So ist die Verwaltung Trägerin der Schulen, Kitas und der Feuerwehr.

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