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Das Ensemble „Theater 89“ führt in der Katholischen Kirche das Stück „Der Fall Judas“ auf

Projekt
Auftakt zur neuen Reihe „Burg on Tour“

Auftakt zu „Burg on Tour“ mit dem Walter-Jens-Stück „Der Fall Judas“. Barbara Weiser dirigiert in der katholischen Kirche Beeskow den polnischen „Chór Kameralny Adoramus“ aus Slubice.
Auftakt zu „Burg on Tour“ mit dem Walter-Jens-Stück „Der Fall Judas“. Barbara Weiser dirigiert in der katholischen Kirche Beeskow den polnischen „Chór Kameralny Adoramus“ aus Slubice. © Foto: Hermine Kühl
Hermine Kühl / 10.04.2018, 07:15 Uhr
Beeskow Zum Auftakt des neuen Burgprojekts „Burg on Tour“ haben sich am Sonnabend viele interessierte Beeskower Bürger in die Katholische Kirche begeben. Burgdirektor Arnold Bischinger verfolgt mit dem  Projekt die Idee, alternative Spielorte mit kulturellem Leben zu erfüllen. Den Auftakt machte die Katholische Kirche in Beeskow.

Wenn der Spielort neu ist, so zählt das Ensemble zu den alten Bekannten in Beeskow. Denn die Gruppe „Theater 89“ aus der Uckermark ist regelmäßig im Rahmen der Aktion „Städte mit historischem Stadtkern“ in Beeskow zu Gast. Mit „Der Fall Judas“ unter der Regie von  Hans-Joachim Frank wurde ein ziemlich komplizierter Stoff geboten. Basierend auf dem Roman von Walter Jens ging es grob gesprochen darum, dass Judas nicht nur als Verräter in die Religions- und Menschheitsgeschichte eingeht, sondern in letzter Konsequenz auch als Religionsstifter. Denn ohne Verrat keine Kreuzigung, ohne Kreuz kein Märtyrertod, und somit keine Begründung für das Christentum. Folglich geht es in dem Stück beinahe juristisch zu, die katholische Kirche wurde zum Gerichtssaal: Beweisaufnahme, Plädoyer, Urteil. Das deutsch-polnische Stück ist in der Form eines Prozesses verfasst, in dem der Jünger Judas Ischariot, der Jesus verraten haben soll, angeklagt wird.

Die aggressiven Plädoyers der Juristen wurden musikalisch unterbrochen durch den „Chór Kameralny Adoramus” unter der Leitung von Barbara Weiser. Unter die Darsteller mischten sich auch Markus Mollitor und Alexander Bienias vom Bernhardinum-Gymnasium Fürstenwalde. Hans-Joachim Frank besetzt jedes Stück neu.

In dem aktuell gezeigten Stück waren nur sechs Darsteller Ensemblemitglieder. Der Rest bestand aus Laien. „Das Zusammenspiel von Laien und Profis macht ein Stück erst spannend“, urteilt Regisseur Hans-Joachim Frank. Bischinger kennt den Regisseur seit 20 Jahren, was die Zusammenarbeit erleichterte. Er plant die Projektreihe alternativer Spielorte in Beeskow und scheut auch nicht vor ungewöhnlichen Orten zurück. Kultur kann es in den Augen des Burgdirektors an viele Stellen geben, an denen sich menschliches Leben abspielt. Hinweise zum Ort des nächsten Stücks will er noch nicht preisgeben, aber: „Warum nicht auch mal die Kantine am Spanplattenwerk bespielen?“ Wichtig sei, dass der Ort inhaltlich zum Theaterstück passt.

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