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Die Neighbors überzeugen in Diensdorf-Radlow mit einem extrem abwechslungsreichen Konzert

Konzert
Sozialkritik und Scherzlieder

Tochter und Vater gemeinsam auf der Bühne: Inka und Bob Lumer von den Neighbors
Tochter und Vater gemeinsam auf der Bühne: Inka und Bob Lumer von den Neighbors © Foto: Elke Lang
Elke Lang / 16.04.2018, 07:15 Uhr
Diensdorf-Radlow „Wir heißen nicht nur Nachbarn – Neighbors –, wir sind auch Nachbarn“, stellte der Bandchef Bob Lumer am Sonnabend beim Konzert in der Alten Schulscheune in Diensdorf-Radlow sich und seine Musikanten vor: Ehefrau Helga, Tochter Inka sowie Akim Bartel und Jürgen Dorn. Die Gruppe kommt aus Streganz und ist eigentlich in der Region bestens bekannt. Sängerin Inka Lumer hat sich als Illustratorin und Herausgeberin eines Kalenders einen Namen gemacht, und alle, die traditionellen Folk lieben, wissen, dass sie bei dem gebürtigen Amerikaner Bob Lumer, der sich „der Liebe wegen“ hier angesiedelt hat, wie die Tochter schmunzelnd anmerkte, Authentisches erwarten können.

Es begann schon mit Gänsehautfeeling: Helga und Bob Lumer sangen a cappella in wunderschöner herber Harmonik das schottische Lied „Summertime“. Dann wechselten sich zum ausdrucksstarken, facettenreichen Gesang von Inka Lumer die instrumentalen Besetzungen auf der Grundlage von zwei bis drei Gitarren ab. Mal kam Banjo dazu, mal Akkordeon, mal Geige, mal Flöte, mal alles zusammen. Von Titel zu Titel wechselte der Sound, ausgedehnte Zwischenspiele mit improvisatorischem Jazzcharakter gaben dem Konzert einen eigenen Reiz.

„Es wird sich in den Liedern sehr viel mit Liebe beschäftigt“, kündigte Bob Lumer in seiner humorvoll-lockeren Moderation an, „aber manchmal eben auch mit Unliebe“. So fragte sich der Amerikaner laut, ob man in Zeiten von Kernwaffen und Fake News der Liebe wirklich trauen könne. Das Lied der Baumwollpflücker und eine Ballade von Männern, die Prinzipien haben, vorgetragen in in einem zwingenden, harten Marsch nach eislerschem Vorbild, tragen sozialkritische Aussagen. Auch Musik zum Träumen war dabei, manches heitere Scherzlied und bekannte Tanzlieder. „Die Neighbors sind die treueste Band, die wir haben“, sagte der Vorsitzende des veranstaltenden Fördervereins Diensdorf-Radlow, Stefan Petrick. „Sie sind seit mindestens zehn Jahren ganz oft hier.“ Auch oft hier ist als Besucherin Renate Wolff aus Berlin. Sie ist begeistert von den Neighbors, „denn die Sängerin und der Rhythmus der Band sind ganz toll“.

Die Musiker treffen sich seit etwa 15 Jahren jede Woche, „und wir experimentieren sehr viel“, erzählte Inka Lumer. „Jemand von uns hat eine Idee, und dann probieren wir es aus. Das gibt es bei professionellen Bands kaum noch.“ Zu privaten Feiern würden viele der beliebten Tänze gespielt, aber bei Konzerten bietet die Band eigene Kompositionen dar. Drei dieses Abends stammen von der Sängerin selbst. Beruflich sind die Mitglieder als Architekt, Informatiker und Englischlehrer tätig. Für ihre Musik erhielten sie nach jedem Titel stürmischen Applaus.(el)

Schlagwörter

Scherzlied Stefan Petrick Sozialkritik Jürgen Dorn Schulscheune

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