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Neuer Rundwanderweg führt an abwechslungsreichen Kulturlandschaften vorbei / Apfelbaum für Streuobstwiese in Philadelphia

Wanderweg
Bugker Sahara für Naturfreunde eröffnet

Iris Stoff / 27.04.2018, 08:00 Uhr
Bugk/Philadelphia Im Rahmen der Jahrestagung des Verbandes Deutscher Naturparke (VdN) haben die Teilnehmer am Donnerstag eine Exkursion in den Naturpark Dahme-Heideseen unternommen. Dabei wohnten sie der Eröffnung des Lehrpfades „Bugk und seine Sahara“ bei.

Alle schauten besorgt in den Himmel. Es war richtiges Aprilwetter, jeden Moment konnte der Regen herunterprasseln. Doch ganz passend zum Thema Sahara blieb es zu diesem Termin in Bugk trocken und die Sonne lachte.  Die Fläche, um die es geht, ist schon auf einer alten Flurkarte von 1910 als „Bugker Sahara“ bezeichnet. „Es ist seinerzeit eine ganz arme Sandlandschaft gewesen“, erklärt der Leiter des Naturparkes Dahme-Heideseen, Gunnar Heyne. Doch in den 50er-Jahren sei alles aufgeforstet worden und der Kiefernstangenwald habe kein Licht mehr durchgelassen. Unter Federführung des Naturschutzfonds Brandenburg ist hier nun im Rahmen eines EU-LIVE-Naturprojektes ein radikaler Rückbau erfolgt. Wärme und Licht können den Sandboden wieder erreichen,  kleinwüchsige Pflanzenarten und der Trockenrasen können sich wieder ausbreiten. Auch Tiere wie Schmetterlinge, Käfer und Heuschrecken profitieren von den Maßnahmen.

Der Lehrpfad „Bugker Sahara“ beginnt in der Mitte von Bugk, einem typisch slawischen Runddorf. Auf knapp drei Kilometern führt er an abwechslungsreichen Kulturlandschaften vorbei, dem Glienitzberg mit seinen steilen Trockenhängen, dem großen Wucksee, einem „Märchenwald“ voller Flechten und knorriger Kiefern und natürlich der Sahara. Unterwegs informieren fünf große Schautafeln über die Besonderheiten am Wegesrand. Um die  Sandfläche der Sahara wieder entstehen zu lassen, ist auf über zwei Hektar Kahlschlag erfolgt, eine Humusschicht wurde abgetragen und an die 11 000 Stubben gezogen. Für die Einwohner von Bugk ist dieser Anblick allerdings gewöhnungsbedürftig. „Wir sind damit nicht glücklich“, beklagt Ortsvorsteher Matthias Bradtke. Doch Naturparkleiter Gunnar Heyne betont: „Ich stehe zu dem, was hier getan wird.“ Um die FFH-Richtlinie umzusetzen, sei es nötig gewesen, den fortschreitenden Bewuchs anzuhalten.

Interessiert verfolgten die Vertreter aus den anderen deutschen Naturparks die Ausführungen. „Es ist eine attraktive Gegend und biologisch sehr interessant“, fasste Dr. Michael Arndt, der Präsident des Verbandes Deutscher Naturparke seine Eindrücke zusammen. Fasziniert sei er auch von dem ehrenamtlichen Engagement. Von der großen Politik allerdings wünsche er sich noch mehr Unterstützung. Das sei auch auf dem parlamentarischen Abend mit Bundestagsabgeordneten anlässlich der Jahrestagung thematisiert worden. „In Deutschland gibt es 105 Naturparks, die schließen immerhin 28 Prozent der Fläche des Landes ein. Um alle Aufgaben erfüllen zu können, fordern wir bis 2030 in jeder Geschäftsstelle mindestens sechs Leute und mehr finanzielle Mittel.“

Bevor es dann für die Naturpark-Vertreter nach Philadelphia weitergehen konnte, musste aber erst die Storkower Feuerwehr Nothilfe leisten.  Der Fahrer des Busses war  im Sand der Sahara steckengeblieben. Das alles tat der guten Laune in der Delegation keinen Abbruch. Bevor der Tag für sie mit einem Besuch auf der Storkower Burg ausklang, machten sie noch eine Stippvisite in Philadelphia. Dort wurde auf der vom Verein Äpfel und Konsorten e.V. betreuten Streuobstwiese ein Apfelbaum gepflanzt. Eine alte Sorte namens „Kaiser Wilhelm“. Dieses Areal ist im vorigen Jahr anlässlich der Umweltministerkonferenz als „Ministergarten“ angelegt worden. Jedes Bundesland hatte einen regionaltypischen Obstbaum spendiert.

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