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Burg
Liegestühle und elektronische Musik

Doppeltöne: Daniel Dorsch installiert auf der Burg sein Ele Metaphne, das mit seinen Klangstäben über elektrische Impulse selbst Töne erzeugt, die durch Musik überlagert werden.
Doppeltöne: Daniel Dorsch installiert auf der Burg sein Ele Metaphne, das mit seinen Klangstäben über elektrische Impulse selbst Töne erzeugt, die durch Musik überlagert werden. © Foto: Jörn Tornow
Olaf Gardt / 24.05.2018, 21:30 Uhr
Beeskow (MOZ) Vielleicht ist es ja so, dass der Bergfried auf dem Burghof in den nächsten Wochen zu einem Ort der Meditation wird. In der dritten Etage, in der auch das Ritterspiel steht, kann man es sich im Liegestuhl bequem machen und der Musik lauschen.

Vielleicht wird man von einer kreischenden Kindergruppe oder zumindest knarzenden Treppenstufen unterbrochen, wenn andere Besucher auf den Aussichtsturm steigen. „Das stört aber gar nicht“, ist Daniel Dorsch überzeugt. Der Berliner Musiker, Klangkünstler und Tongestalter installiert im Bergfried sein Ele Metaphone, ein elektromechanisches Instrument, das in den kommenden Monaten zu den Öffnungszeiten der Burg musizieren wird. Es ist ein modernes selbst spielendes Instrument, eine Hommage an das Musikmuseum, welches gegenüber im Alten Amt zu erleben ist.

Das Ele Metaphone spielt computergesteuert. Es besteht aus Klangstäben, die in den vielen kleinen Räumen des Bergfrieds aufgestellt sind. An diese werden elektrische Impulse gesendet, dadurch ziehen Magneten die Stäbe an, die so in Bewegung geraten und klappernde, klirrende Töne erzeugen. Nicht wahllos und zufällig, sondern so, wie Daniel Dorsch es will. Am Donnerstag hat er die Musik für den Bergfried komponiert und programmiert.

Dorsch, der von der Tontechnikerin Mareike Trillhaas unterstützt wird, gibt sich aber nicht mit den elektromechanisch erzeugten Tönen seiner Klangstäbe zufrieden. Alle Töne, die dieses Instrument spielen kann, hat er bereits in einem Tonstudio aufgenommen. Im Bergfried werden diese digitalisierten Töne über die akustischen Live-Töne gelegt. „Man merkt da erst mal keinen Unterschied“, sagt Dorsch. Doch natürlich macht die digitale Technik diese Unterschiede möglich. Die aufgenommenen Töne kann Dorsch verzerren und verzögern und so neue Klangeffekte schaffen. Und doch werde man immer die Verbindung zum Originalton erkennen, ist er überzeugt. „Man verliert den Ursprung nicht“.

Mit seinem Ele Metaphone seien auch Konzerte möglich. Ob es ein solches auf der Burg geben wird, ist noch offen. Wünschenswert wäre es, damit man nicht nur das Instrument, sondern auch den Künstler erleben kann. Daniel Dorsch beschäftigt sich seit 1990 fast ausschließlich mit elektronischer Musik, ist Mitglied in verschiedenen Bands, hat CDs eingespielt.

Für die Weltausstellung in Sevilla hat er mit dem für seine 360-Grad-Panoramen in alten Gasometern, beispielsweise in Dresden und Leipzig, bekannten Yadegar Asisi zusammengearbeitet. Für dessen Rauminstallation Orbit 2000 schuf er eine passende Toninstallation. (gar)

Die Klanginstallation „Ele Metaphone“ von Daniel Dorsch ist ab Freitag 19 Uhr auf der Burg Beeskow zu erleben.

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