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Am Sonntag öffnen Hobby-Gärtner aus der Region ihre Pforten / Zu entdecken gibt es parkähnliche Anlagen und ein wildes Paradies

Offene Garten
Überall zirpt, surrt und summt es

Tatjana Littig / 14.06.2018, 06:00 Uhr
Trebatsch/Ranzig/Wulfersdorf (MOZ) Am Sonntag gibt es eine neue Ausgabe der „Offenen Gärten“. Auch drei Hobby-Gärtner aus der Region öffnen an dem Tag – von 10 bis 17 Uhr – ihre Pforten und laden zum Entspannen, Plaudern und Staunen ein. Ein Besuch vor dem Spektakel.

Die Entscheidung zur Teilnahme ist im vergangenen Jahr gefallen. So hundertprozentig fertig werde man vermutlich ohnehin nie, sagt Martina Büke und lacht. Die 58-Jährige ist 1999 mit ihrer Familie nach Trebatsch gezogen, in einen Neubau auf dem Grundstück der Schwiegereltern. „Das ist ein alter Bauernhof“, erklärt die gebürtige Beeskowerin und führt über das großzügige Areal, das von der Bundesstraße 87 bis an die Spree reicht. Gleich nach dem Einzug habe sie begonnen, Rabatten anzulegen. Stauden, „die, die Schnecken nicht mögen“ und Sträucher findet man bei ihr, überwiegend heimische Pflanzen. Das freue die Schmetterlinge und die Vögel, erklärt die Lehrerin vom Rouanet-Gymnasium.

Etwa 40 verschiedene Rosensorten wachsen bei ihr in Trebatsch in den unterschiedlich-sten Farben, zudem viele Funkien und Hortensien. „Von Januar bis Dezember blüht immer was“, berichtet Martina Büke stolz. Ausschau nach Gemüse hält man vergeblich, dafür findet sich hinter dem Haus bis zur Spree eine Obstwiese mit Apfel-, Birnen- und Pflaumenbäumen, zudem ein Naschgarten mit Brombeeren, Himbeeren, Johannisbeeren und Stachelbeeren – und in der Ecke ein vom Sohn selbst gebauter Pavillon. Die Keramiken im Garten macht sie selber, es ist ein Hobby, so wie das Gärtnern auch. „Es ist mein Ausgleich zum Beruf. Ich bin an der frischen Luft und in Bewegung.“

Ein Satz, den Dagmar Frömming aus Ranzig so unterschreiben kann. Auch sie ist Lehrerin am Rouanet-Gymnasium und in diesem Jahr bereits zum vierten Mal dabei. Für gewöhnlich öffnet sie ihren Garten für Besucher im Mai, in diesem Jahr mussten unzählige Deutsch-Abi-Arbeiten korrigiert werden – da passte der Termin im Juni besser. Noch muss die Hecke geschnitten und der Rasen gemäht werden, doch dann ist alles vorbereitet für Sonntag. Die 53-Jährige freut sich sichtlich, ihren Steingarten zu zeigen. Am Lavendel tummeln sich die Schmetterlinge. Nicht nur der Geruch, auch der Farbton locke sie an, vermutet Dagmar Frömming. Doch auch rote, weiße und gelbe Farbtupfer entdeckt man bei ihr.

Einige der Pflanzen hat die Lehrerin bei der Hitze der vergangenen Tage vorsorglich abgedeckt. „Die Polsterchen wollen keine Knallesonne“, erklärt sie. In voller Blüte steht in ihrem Garten der prächtige Trompetenbaum, der Besuchern Schatten spenden wird, ebenso wie die Kirsche, die übersät ist mit süßen Früchten. Kaffee und Kuchen auf Spendenbasis wird es wieder geben, zudem werden wie in den Vorjahren Pflanzen günstig zum Kauf angeboten, wie beispielsweise Sukkulenten, Steinbrecher und Katzenpfötchen.

Ganz anders als die Gärten von Martina Büke und Dagmar Frömming ist der Garten von Gabriele und Eckhard Unruh in Wulfersdorf gestaltet. Es ist, wenn man so will, ein wildes Paradies. Vor 19 Jahren hat das Ehepaar sein Grundstück bezogen. „Wie lieben die Region“, sagt Gabriele Unruh. Sie selbst kommt aus der Nähe, ihr Mann aus der Altmark. Auf dem Grundstück der beiden findet man zahlreiche Schatten spendende Bäume. Gleich vorne steht ein gewaltiger Nussbaum. Die Ausbeute ist groß. „Wir stellen selbst Nusslikör her“, erfährt man von Eckhard Unruh.

„Der Garten soll ein Ort der Begegnung sein in dem man sich treffen und abschalten kann“, so formuliert es Gabriele Unruh. Sie und ihr Mann leben mit der sie umgebenden Natur. Immer wieder stößt man auf Grasinseln auf ihrem Grundstück, die lässt das Ehepaar absichtlich stehen. „Es ist schon spannend, was sich darin alles tummelt“, findet die 54-Jährige und weist auf die Geräuschkulisse hin. Überall zirpt, surrt und summt es. Auf dem Boden: unzählige kleine Kröten. So viele hätten sie noch nie gehabt, erzählen die beiden.

Vor dem Wohnhaus – klassisch in schwedischem Falunrot – findet sich ein traditioneller Vorgarten, rechts vom Haus landen Besucher im Obstgarten mit Seeblick. Doch auch die Sicht auf den Teich hinter dem Haus betört. Jeden Morgen bis Anfang November zieht Gabriele Unruh hier ihre Bahnen. „Wir sind ein abwasserfreies Grundstück“, klärt Eckhard Unruh auf.

Das Ehepaar ist bemüht, natürliche Kreisläufe zu erhalten und zu nutzen. Auch beim Gemüse setzen die beiden auf bio. Radieschen, Möhren, Salat, Rote Rübchen und Zwiebeln wachsen dicht an dicht durcheinander. „Die Natur macht das doch auch so“, sagt Gabriele Unruh lächelnd und führt auf das gepachtete Grundstücke nebenan. „Hier ist die Nachtigall zu Hause“, erklärt sie.

Hausgarten Büke, Trebatscher Hauptstraße 26a, OT Trebatsch; Alpinum und Ziergarten Frömmig, Siedlung 23c, OT Ranzig; Hausgarten Unruh, Wulfersdorf 24, OT Wulfersdorf

Eine Auswahl weiterer Stationen

In Frankfurt (Oder)

■ Hausgarten Juretzki am Römerhügel, Sonnenallee 60

■ Kleingarten Borrmann, Gartenanlage am Damaschkeweg

■ Hausgarten Rohner, Langer Grund 18

■ Pauline Früchtchen, Lichtenberger Straße, Gartensparte Paulinenhof

■ Hausgarten Gram, Maulbeerweg 21, OT Markendorf-Siedlung

■ Haus- und Schaugarten Sauer, Lebuser Straße 16a, OT Kliestow

■ Hausgarten Neubauer von Knobelsdorf und Pieper, Siedlerplatz 1, OT Rosengarten

■ Hausgarten Pirke, Lebuser Weg 30, OT Booßen

■ Jaekelmann/Cordts, Berliner Straße 24, OT Booßen

Im Landkreis Oder-Spree

■ Hausgarten Stiedemann, Alte Frankfurter Straße 3, 15236 Sieversdorf

■ Hausgarten Morelly, Lichtenberger Weg 3, 15236 Sieversdorf

■ Gomilles Keramikhof, Ausbau 2, 15236 Sieversdorf

■ Japanische Gartenwelt, Sandweg 15a, 15295 Brieskow-Finkenheerd

■ Hausgarten Golinsky, An der Thomasaue 33, 15236 Jacobsdorf

■ Gartenlandschaft der Familie Friede, Siedlerweg 15, 15518 Biegen

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