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Görlsdorfer Kölaus Wunderlich erhält goldenes Lorbeerblatt

Verleihung
Immer noch volle Fahrt voraus

60 Jahre unfallfrei: Klaus Wunderlich erhielt von Norbert Lenhardt (rechts) das goldene Lorbeerblatt.
60 Jahre unfallfrei: Klaus Wunderlich erhielt von Norbert Lenhardt (rechts) das goldene Lorbeerblatt. © Foto: Privat
Larissa Benz / 06.08.2018, 20:00 Uhr - Aktualisiert 07.08.2018, 11:55
Görsdorf. (MOZ) Seit 60 Jahren fährt Klaus Wunderlich aus Görsdorf unfallfrei. Der Motorradfan erhielt für sein verkehrssicheres Verhalten das goldene Lorbeerblatt der Verkehrswacht.

An seine erste Fahrerlaubnis für Motorräder erinnert sich Klaus Wunderlich noch ganz genau: „Das war für mich als gelernter Autoschlosser ein großer Moment.“ 1958 bekam er die Fahrerlaubnis mit 18 Jahren. Zu diesem Anlass hat er sich damals sein erstes Motorrad, eine MZ RT 125, gekauft. Vier Jahre später, mit 22, kam der Führerschein für Autos hinzu.

Seit 60 Jahren ist der Görsdorfer unfallfrei auf den Straßen unterwegs. „Ich bin ein echter Auto- und Motorradfan und bin gerne flott gefahren“, gibt er zu. Ihm sei es aber immer wichtig gewesen, sich an Verkehrsregeln zu halten. Für 60 Jahre unfallfreies Fahren überreichte ihm kürzlich Norbert Lenhardt im Namen der Verkehrswacht Oderland das goldene Lorbeerblatt. Die Auszeichnung bekommt, wer 50 Jahre unfallfrei, ohne Eintrag im Verkehrsregister und ohne Fahrverbot  unterwegs ist. In Wunderlichs Fall sind es sogar 60 Jahre. Mit der Auszeichnung verpflichten sich Kraftfahrer gleichzeitig, sich weiterhin vorbildlich und umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten.

Die Auszeichnung hat Norbert Lenhardt, der in Beeskow den Kraftfahrerstammtisch organisiert, zum ersten Mal überhaupt verliehen: „Das ist schon eine reife Leistung und etwas Besonderes.“ Der Polizist im Ruhestand befürwortet es, wenn Menschen auch im hohen Alter regelmäßig fahren, solange es ihnen gesundheitlich noch möglich ist: „Der Kraftfahrerstammtisch ist ja auch für dieses Publikum ausgelegt.“ Zwischen 20 und 40 Leute  diskutieren dort regelmäßig über aktuelle verkehrsrelevante Themen.

Die Auszeichnung für Klaus Wunderlich hat dessen Sohn Karsten eingefädelt. Er meldete sich bei Norbert Lenhardt und ließ ihm heimlich Kopien der Dokumente wie Führerschein und der Auskunft aus dem Verkehrszentralregister zukommen, damit sein Vater nichts merkt. „Ich wurde damit an meinem 78. Geburtstag überrascht“, erzählt der Geehrte. Im Hinterkopf habe er aber schon gehabt, dass er seit 60 Jahren unfallfrei auf deutschen und internationalen Straßen unterwegs ist.

Wunderlich fährt, genau wie seine Frau, immer noch viel und gerne Auto. Um verkehrstechnisch auf dem neuesten Stand zu bleiben, besucht er regelmäßig den Kraftfahrerstammtisch der Verkehrswacht. „Mir ist es wichtig, nichts zu verlernen“, sagt er. Natürlich haben sich einige Regeln seit dem Erlangen seiner Fahrerlaubnis geändert. „Ich denke da nur an einige Vorfahrt-Regeln“. Das kann Norbert Lenhardt bestätigen: „Die Vorfahrt-Thematik sorgt heute auch immer noch für Verwirrung, zum Beispiel an der Sparkassen-Kreuzung in Beeskow.“ Zu DDR-Zeiten lautete die Regel an solchen Kreuzungen nämlich Vorfahrt vor Vorrang. Das ist seit der Wende genau umgekehrt. Vorrang bedeutet, dass der Entgegenkommende zuerst fährt.

Von solchen kleinen Veränderungen lässt sich Wunderlich aber nicht abschrecken. Im Gegenteil: Mit seinem Motorrad, einer BMW K 1300 R, fährt er mit seiner Frau in Tirol  bergauf- und ab, etwa auf den Großglockner oder die Zillertalalm: „Das ist für uns ein Gefühl der Freiheit“, erzählt er. Die Motorräder nehmen sie auf einem Auto-Hänger in den Urlaub mit.

Sein Auto ist momentan ein Toyota Rav 4 Jeep. Früher sei er „natürlich“ Trabant gefahren, sagt er. Wunderlich ist froh, dass er noch so mobil ist und viele Dinge mit dem Auto oder dem Motorrad erledigen kann. Seine Leidenschaft hat er auf seine drei Söhne übertragen: „Das sind auch alles Motorradfans.“

Der nächste Kraftfahrerstammtisch findet am 13. September um 19 Uhr im Hotel zum Schwan in Beeskow statt. Das Thema wird noch bekanntgegeben.

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