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Ausbildungsplätze
Seltene Berufe suchen Nachwuchs

2017 gab es in Beeskow eine Schau für musikalische Nischenberufe. Dieses Jahr sind seltene Jobs im Handwerk dran.
2017 gab es in Beeskow eine Schau für musikalische Nischenberufe. Dieses Jahr sind seltene Jobs im Handwerk dran. © Foto: Jörn Tornow
Larissa Benz / 12.09.2018, 06:00 Uhr - Aktualisiert 13.09.2018, 07:55
Beeskow (MOZ) Mit der zweiten Ausbildungsmesse im Spreepark und dem Schaufenster seltene Berufe auf der Beeskower Burg sollen Schülern Ausbildungsberufe schmackhaft gemacht werden.

Als Restaurator, Orgelbauer oder Uhrmacher zu arbeiten, klingt auf den ersten Blick für junge Leute vielleicht nicht verlockend. Dass diese und weitere außergewöhnliche Berufe aber ein spannendes Arbeitsumfeld und eine solide Ausbildung bieten können, soll das Schaufenster seltene Berufe am 22. September auf der Beeskower Burg zeigen. Es findet parallel mit der zweiten Ausbildungsmesse im Spreepark statt.

Damit sind dieses Jahr zwei Veranstaltungen miteinander verknüpft, die laut den Veranstaltern im vergangenen Jahr schon getrennt erfolgreich liefen. Die Ausbildungsmesse im Spreepark wird von der Stadt Beeskow, dem Landkreis Oder-Spree und der Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder) organisiert.

„Jeder, der als junger Mensch in der Region einen Ausbildungsplatz findet, bleibt uns als Einwohner hier erhalten“, sagte Bürgermeister Frank Steffen im Vorfeld. Während vor einigen Jahren noch junge Menschen in andere Regionen abwandern mussten wegen mangelnder Ausbildungsoptionen, sei die Lage nun genau umgekehrt: „Es gibt viele offene Stellen“. Die Ausbildungsmesse im Spreepark, bei der dieses Jahr 24 Unternehmen aus Beeskow und Umgebung teilnehmen, sei explizit nicht nur für Schulabgänger gedacht. Auch jüngere Schüler und vor allem Eltern seien dazu eingeladen, sagt Steffen.

Nachdem im vergangenen Jahr schon eine kleine Schau zu Nischenberufen im musikalischen Bereich laut Organisatorin Silvia Janiak von der Wirtschaftsförderung Brandenburg „großen Anklang“ fand, sollen dieses Jahr auf der Burg seltene Handwerksberufe vorgestellt werden. Brauer, Uhrmacher, Kaffeeröster und weitere Brandenburger Betriebe mit außergewöhnlichen Berufsfeldern sollen am 22. September live mit praktischen Beispielen jungen Menschen ihre Tätigkeit näher bringen.

„Für diese Unternehmen ist es schwierig, sich auf großen Ausbildungsmessen zu präsentieren“, sagt Silvia Janiak. Seltene Berufe hätten es generell schwerer, Nachwuchs zu finden, da die jungen Leute im Alltag nur wenig Kontakt mit ihnen hätten. Das Ambiente auf der historischen Burg in Beeskow sei passend für diese Art von Berufeschau. Generell würden diese Jobs von vielen zu Unrecht nicht beachtet. „Der Orgelbauer zum Beispiel kommt mit seiner Tätigkeit viel rum, das ist doch für viele sehr reizvoll“, so Bürgermeister Frank Steffen.

Landrat Rolf Lindemann, der den Konkurrenzkampf um gute Auszubildende auch in der Kreisverwaltung kennt, wirbt dafür, junge Leute generell mehr für Ausbildungsberufe zu begeistern: „Ich finde es wichtig, Schülern zu zeigen, dass eine betriebliche Ausbildung keinesfalls eine Ausbildung zweiter Klasse ist“.

Auch für Kurzentschlossene soll die Ausbildungsmesse eine Plattform bieten. Laut Jochem Freyer von der Arbeitsagentur Frankfurt (Oder) sind momentan im Landkreis noch 244 Ausbildungsstellen unbesetzt. Auf der Messe im Spreepark könnten Interessierte auch direkt ihre Bewerbungen bei den teilnehmenden Betrieben abgeben.

Die zweite Beeskower Ausbildungsmesse im Spreepark (Bertholdplatz 6) und das Schaufenster für seltene Berufe im Handwerk auf der Beeskower Burg finden beide am 22. September jeweils von 9 bis 13 Uhr statt. Der Eintritt ist frei.

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