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Albert-Schweitzer-Oberschule
TV-Star kämpft gegen Mobbing

Findet schnell den Draht zu Jugendlichen: Carsten Stahl im Gespräch mit Achtklässlern der Albert-Schweitzer-Oberschule Beeskow.
Findet schnell den Draht zu Jugendlichen: Carsten Stahl im Gespräch mit Achtklässlern der Albert-Schweitzer-Oberschule Beeskow. © Foto: Jörg Kühl
Jörg Kühl / 04.10.2018, 21:02 Uhr - Aktualisiert 05.10.2018, 16:18
Beeskow (MOZ) Der TV-Anti-Mobbing-Aktivist Carsten Stahl dreht derzeit an der Albert-Schweitzer-Oberschule in Beeskow für eine neue Staffel der Sendung „Stahl: hart gegen Mobbing“. Mit der Einladung des Aktivisten möchte die Schulleitung für das Thema sensibilisieren.

Bei den Dreharbeiten müssen alle, die nicht unmittelbar beteiligt sind, aus dem Klassenzimmer. Von außen hört man die sonore Stimme des Mannes, zu dem viele Kinder und Jugendliche aufblicken: Carsten Stahl, bekannt aus der TV-Serie „Privatdetektive im Einsatz“ und seit Jahren als Anti-Mobbing-Aktivist unterwegs, gelingt es, die Schüler der Klasse 8c der Albert-Schweitzer-Oberschule in Beeskow aus der Reserve zu locken. Als die TV-Leute wieder aus dem Klassenzimmer treten, sieht man bei einigen Mitarbeitern des Drehteams gerötete Augen. Ein „emotionaler Moment“ habe sich ereignet, sagt eine Redakteurin der Produktionsfirma entschuldigend.

„Ja, auch an dieser Schule wird gemobbt“, räumt Schulleiter Frank Boywitt ein. Da gehe es der Albert-Schweitzer-Oberschule nicht besser, als vielen anderen Schulen. Es komme aber darauf an, wie man mit dem Problem umgeht, so der Pädagoge. Es habe jüngst erst Fälle von Mobbing aus fremdenfeindlichen oder rassistischen Gründen an seiner Schule gegeben, nennt er ein Beispiel.

Ein besonders krasser Fall sei im Zuge der Vorgespräche für die Dreharbeiten ans Tageslicht gelangt. Ein syrisches Mädchen sei von Mitschülern bespuckt worden. So etwas will die Schulleitung unter keinen Umständen dulden. Der Fall werde in den Anti-Mobbing-Gesprächen mit Carsten Stahl eine Rolle spielen.

An der Beeskower Oberschule hat man Mobbing als Thema der offenen Auseinandersetzung schon länger erkannt. In den vergangenen Monaten haben Oberschüler an externen Anti-Mobbing-Workshops teilgenommen. Auch Schulsozialarbeiterin Sarah Ihlefeld hat die Aufarbeitung von Mobbing zu einem ihrer Arbeitsschwerpunkte gemacht. Schüler wurden zu Streitschlichtern ausgebildet. Mit der Einladung von Carsten Stahl geht die Oberschule nun einen weiteren Schritt in die Öffentlichkeit.

Im Schulhaus ist man den Anblick der Frauen und Männer mit den Kameras, Mikrofongalgen und den GoPros wenige Stunden nach Beginn der Dreharbeiten fast schon gewohnt. Das Team versucht, so viel wie möglich authentisch, also dokumentarisch, einzufangen. Im Vorfeld gab es bereits einzeln geführte TV-Interviews mit Schülern, heute wird im Schützenhaus der „Tag der Gemeinschaft“, eine Art Rollenspiel durchgeführt, bei dem auch Tränen fließen könnten, wie Carsten Stahl ankündigt.

Dass es trotz der spontanen Gefühlsausbrüche  ein straffes Drehbuch gibt, ist dem Fernsehformat geschuldet. So wird der Schülersprecher Joel Jahreis dabei gefilmt, wie er Carsten Stahl mit dem Handy anruft, und ihn wegen eines Mobbingfalles um Hilfe bittet. „Im Normalfall hat man noch nichteinmal die Telefonnummer von Carsten Stahl“, gibt der 14-Jährige zu. Er beteiligt sich trotzdem gerne  an der Filmproduktion, schließlich ist der Schülersprecher überzeugt, dass das Thema Mobbing mehr in die Öffentlichkeit gehört. Joel Jahreis ist einer der ausgebildeten Streitschlichter und kennt einige Fälle aus erster Quelle. Einmal sei ein Junge mit körperlicher Beeinträchtigung von einem anderen geärgert worden. Nach ernsten Gesprächen mit beiden Seiten habe das Piesacken aufgehört.

Ausgestrahlt wird die in Beeskow gedrehte Folge von „Stahl: hart gegen Mobbing“ im Frühjahr bei rtl

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